13.05.2016, 16:50 Uhr

Informationsabend und Spendenaufruf in Fulpmes

Bei der Übergabe der Spenden (v.l.n.r.) GR Martin Krösbacher, Bgm. Robert Denifl, GR Fabian Muigg und Osman Arikan (Foto: Veranstalter)

Gemeinde informierte über die Flüchtlingsunterkunft und stellte Maßnahmen zum erfolgreichen Miteinander vor. Die Bevölkerung bekundete Solidarität und leistete Sachspenden.

FULPMES. Seit März ist auch Fulpmes Zufluchtsort für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. In einem ehemaligen Hotel werden 29 Jugendliche untergebracht. „Wir beherbergen 14- bis 18-jährige Burschen aus Afghanistan, dem Iran und Syrien“, erklärt der Obmann des Integrationsausschusses Fabian Muigg. Bei einem Informationsabend berichteten neben Muigg auch Bürgermeister Robert Denifl, der Inspektionskommandant der Polizeiinspektion Fulpmes, Herbert Ditter, und Vertreter der Tiroler Sozialen Dienste, welche für die 24-Stunden-Betreuung zuständig sind. Von ihren Erfahrungen erzählten auch Pfarrer Josef Scheiring, der eine tschetschenische Familie im Fulpmer Widum unterbringt, und die Freiwilligen Osman Arikan und Nathalie Dibiasi.

Es wurde auch über drei Zwischenfälle gesprochen. Anfängliche Unzufriedenheit mit dem Essen hat sich gelegt. Des Weiteren verursachte ein entzündetes Stück Papier einen Freuerwehreinsatz und aufgrund eines Fußballes musste die Haushaltsversicherung die Kosten einer Autobeule übernehmen. „Insgesamt sind die Jungs sehr höflich, freundlich und zuvorkommend. Man merkt, dass sie dankbar sind bei uns zu sein. Wir haben aber auch klargemacht, dass wenn sich jemand nicht an unsere Regeln hält, er mit entsprechenden Konsequenzen zu rechnen hat!“, erklärt Muigg.

Beim Willen zur Integration und zum Deutschlernen werden den Jugendlichen eine große Palette an Freizeitaktivitäten angeboten. Unter anderem dürfen die Flüchtlinge im Fußball-, Tischtennis und Taekwondoverein mittrainieren und mit Freiwilligen Zeit verbringen. Zu weiteren Vereinen und der Musikschule werden noch Kontakte hergestellt. „Laut Gemeindequote müsste Fulpmes 64 Flüchtlinge aufnehmen. Wir wollen uns aber stärker auf unsere Jugendliche konzentrieren und nicht noch ein weiteres Heim eröffnen!“, setzt Muigg auf Qualität anstatt auf Quantität.

Das Kompetenzteam, ein aus Gemeindevertretern und Freiwilligen bestehender Beirat, berät schon länger über Maßnahmen für ein problemloses Miteinander und gelingende Integration. Dieses Gremium startete auch einen Freiwilligen- und Spendenaufruf. Interessierte Ehrenamtliche können sich am Gemeindeamt Fulpmes melden. Gesammelte Sachspenden, wie Schuhe, Kleidung und Spiele, wurden der Heimleitung offiziell übergeben. Die spärlich ausgestatten Jugendliche haben sich über die Hilfsbereitschaft der FulpmerInnen sehr gefreut. „Wir bedanken uns recht herzlich für die vielen Spenden!“ erklärt das Kompetenzteam.
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