16.10.2016, 14:06 Uhr

Mehr Medikamentensicherheit im Alters- und Pflegeheim

Mag. pharm. Diemut Strasser, Angela Kirchgatterer, Christoph Fürthauer, Elisabeth Kretschmer, Andreas Huss, und Bgm. Andreas Haitzer. (Foto: Franz Neumayr)

Ärzte, Apotheker und Heime wollen gemeinsam Risiken deutlich reduzieren.

PONGAU/PINZGAU (ap). Beim österreichweit einzigartigen Projekt GEMED – multiprofessionelles Geriatrisches Medikationsmanagement – zur Verbesserung der Arzneimittel-Versorgung von Senioren- und Pflegeheimbewohnern – beteiligen sich auch Pongauer und Pinzgauer Einrichtungen "Das Wohl der Bewohner in den Heimen ist das vorrangige Ziel dieses Projektes und wird durch eine maßgeschneiderte Arzneimittelversorgung und Betreuung ergänzt", so Angela Kirchgatterer, Obfrau der SHS Seniorenheime Salzburg


Medikamente aufeinander abstimmen

"Der Großteil der Seniorenheim-Bewohner leidet unter mehreren chronischen und auch akuten Erkrankungen und nimmt daher regelmäßig Medikamente ein. Drei Viertel der Bewohner in Alten- und Pflegeinrichtungen nehmen über fünf Wirkstoffe gleichzeitig ein. Rund 50 Prozent von ihnen nehmen sogar über zehn Wirkstoffe ein", weiß Diemut Strasser, Projektleitung und Vizepräsidentin der Salzburger Apothekerkammer.
Durch die Kombination von verschiedenen Medikamenten kann es zu gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen bei den Betroffenen kommen.

Vermeidbare Nebenwirkungen

Pflegeheim-Bewohner sind auf Grund ihrer gesundheitlichen und altersbedingten Einschränkungen besonders empfindlich für unerwünschte Arzneimittel-Ereignisse wie Stürze oder Verwirrtheit. Oft sind diese so schwer, dass sie eine ärztliche Behandlung oder Einweisung in ein Krankenhaus erfordern. Mehr als die Hälfte dieser Vorfälle sind durch die richtige, an die Bedürfnisse von Senioren angepasste Anwendung von Arzneimitteln vermeidbar oder zumindest zu vermindern.

"Da müssen wir einfach dabei sein"

Für den Bürgermeister von Schwarzach ist klar: „Als Betreiber eines Seniorenheimes ist es der Gemeinde ein besonderes Anliegen, für das Wohl unserer Bewohner zu sorgen. Die Anzahl der täglich einzunehmenden Medikamente steigt im Alter. Oft beeinträchtigen sie unsere Bewohner in ihrem Lebensalltag. Aus diesem Grund ist das Projekt GEMED ein wahrer Glücksgedanke, um für unsere Seniorinnen und Senioren eine Verbesserung der Lebensqualität durch Verringerung der Medikation zu erreichen. Die Zusammenarbeit und Unterstützung ist für die Marktgemeinde Schwarzach nicht nur selbstverständlich, sondern PFLICHT.“

ZUR SACHE:
Mit dabei sind die Senioren- und Pflegeheime in Abtenau (Tennengau), Bad Gastein, Bad Hofgastein, Radstadt, Schwarzach und Werfen (Pongau) sowie Maishofen, Mittersill, Kaprun und Zell am See (Pinzgau). Rund 600 Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen in diesen Gemeinden sind erfasst. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 240.000 Euro, den Löwenanteil stellt die österreichische Apothekerkammer, rund 80.000 EUR kommen vom Verein LEADER Pongau.
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