16.06.2016, 14:09 Uhr

17-Jährige als Dolmetscherin

Mahnaz Akrami lernt Deutsch: "Es ist schwierig: Eine neue Sprache, ein neues Land und ein neues Leben."

Die BORG-Schülerin Mahnaz Akrami macht gute Fortschritte in Deutsch.

BAD LEONFELDEN (fog). Sie ist die Älteste von sieben Schwes- tern – die 17-jährige Afghanin Mahnaz Akrami. Sie wohnt derzeit in den Flüchtlingsunterkünften des Roten Kreuzes in Bad Leonfelden.

Weil sich die Jugendliche beim Deutschlernen leichter tut als andere im Containerdorf, übernimmt sie Dolmetscherfunktionen, beispielsweise wenn jemand zum Arzt oder in das Krankenhaus muss. Ihre Familie lebte 15 Jahre lang auch im Iran, daher spricht sie insgesamt vier Sprachen. Persisch wird im Iran gesprochen, Dari in Afghanistan und jetzt lernt das Mädchen Deutsch und Englisch. Dennoch: "Deutsch ist schwer", sagt die Afghanin, die vor sieben Monaten nach Österreich gekommen ist.

Im Krankenhaus arbeiten

Mahnaz besucht die 5b-Klasse des BORG in Bad Leonfelden. Falls es mit der Matura klappt, würde die Afghanin gerne studieren. Auch die Krankenschwesternschule wäre eine Option. "Ich will in einem Krankenhaus arbeiten." Obwohl die 17-Jährige etwas schüchtern ist, sagt sie: "Wenn ich will, kann ich."
Die Weiterbildungsmöglichkeiten in Österreich seien gut. In Afghanistan dürfen die Frauen nur die Hausarbeit verrichten und im Iran hatte sie als afghanische Staatsbürgerin keine Genehmigung an die Uni zu gehen. Dreimal in der Woche besucht Mahnaz neben dem Deutschkurs im Haus auch einen in Freistadt. Ihre Lehrerinnen sind schon gute Freundinnen von ihr, die sie auch mit dem Auto mitnehmen. Im BORG hat sie noch keine beste Freundin.
In Bad Leonfelden fühlen sich Mahnaz Akrami und ihre Familie sehr wohl. "Die Leute hier sind freundlich und hilfsbereit." Dass in Altenfelden (Bezirk Rohrbach) ein leerstehendes Asylhaus angezündet worden ist, wollen die Flüchtlinge in Leonfelden gar nicht wissen. Sie fühlen sich hier sicher.
"Die Leute interessiert viel mehr, wenn wieder eine Bombe in ihren Heimatländern gefallen ist. Wahrscheinlich mussten sie viel Schlimmes mitansehen", sagt die Rotkreuz-Flüchtlingsbetreuerin Amalia Rosca in Bad Leonfelden.
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