05.10.2016, 15:00 Uhr

Warum es Migranten am Arbeitsmarkt im Waldviertel so schwer haben

Edith Zach, Geschäftsstellenleiterin des AMS (Foto: Foto: Ederer)

Zahl der Arbeitslosen steigt, weil es in der Region kaum Jobs für Asylberechtigte gibt

BEZIRK WAIDHOFEN. Die Arbeitslosenquote liegt im Bezirk Waidhofen bei sechs Prozent. Kein Spitzenwert, aber auch kein Alarmsignal. Zuletzt stieg die Zahl der Arbeitslosen aber wieder erstmals auch im Bezirk Waidhofen an.

Das liegt laut AMS-Leiterin Edith Zach aber nicht daran dass Unternehmen Stellen abbauen, sondern weil sich jetzt ehemalige Flüchtlinge mit anerkanntem Asylstatus auf Jobsuche begeben - jedoch meist leider erfolglos.

"Hat man Migrationshintergrund, dann ist die Wahrscheinlichkeit keinen Job zu finden sehr viel höher", erklärt die Expertin.

Insgesamt sind 34 Ausländer beim AMS Waidhofen arbeitslos gemeldet. Diese Zahl hat sich seit dem Jahr 2008 fast verdreifacht. „Ein Grundproblem sind die Sprachkenntnisse, die wir mit Deutschkursen abdecken. Natürlich sind durch die steigende Zahl der Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten die Kapazitäten dieser Kurse erhöht worden.“

Insgesamt sind im Bezirk 28 Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte beim AMS gemeldet, 14 befinden sich in Schulungen.

Ein weiteres Problem ist oft den Status der Ausbildung zu klären, da die Berufsausbildung oft völlig unterschiedlich zur österreichischen ist. Oft bleibt den Betreuern nichts anderes übrig, als den Bewerber seine Fähigkeiten praktisch vorführen zu lassen. "Viele haben keine Unterlagen über ihre Berufslaufbahn, die sie vorlegen können", so Zahc.

Aber es gibt auch Hoffnung: bisher konnten zwei Asylberechtigte ein Dienstverhältnis im Bezirk aufnehmen. Wie sehr und wie schnell es gelingen wird auch die übrigen Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten auf dem regulären Arbeitsmarkt zu vermitteln, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. "Aus meiner Sicht ist aber Integration der einzige Weg, wie diese Menschen auch langfristig in den Arbeitsmarkt integriert werden können", so Zach.

Öffentlicher Verkehr problematisch

Ein weiteres Problem ist die auf den öffentlichen Verkehr beschränkte Mobilität. Hier haben es sich einige Freiwillige zur Aufgabe gemacht, diese Personengruppen intensiv zu betreuen und ihnen bei Amtswegen behilflich zu sein.

Zur Sache: Arbeitslosigkeit im Bezirk

Erstmals seit Monaten ist die Zahl der vorgemerkten arbeitslosen Personen im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen. Ende September 2016 warenin Waidhofen insgesamt 632 Personen arbeitslos vorgemerkt.

Das sind um 33 Betroffene weniger als im Vormonat und um 35 (oder + 5,9 %) mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. In Niederösterreich ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um + 2,5 % auf insgesamt 54.043 gestiegen.
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