19.05.2016, 13:03 Uhr

Die Dohrs wählen am 22. Mai Blau und Grün

Politisch aktiv, miteinander verwandt, aber ideologisch konträr: Dieter und Susanne Dohr

Hofburg-Match als Familien-Duell: Warum Dieter Dohr auf Norbert Hofer setzt und seine Schwägerin Susanne Dohr Alexander Van der Bellen wählt.

petra.moerth@woche.at

BAD ST. LEONHARD, WOLFSBERG. Unter vielen anderen fiebern vor allem zwei Lavanttaler der Stichwahl zwischen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen um den Einzug in die Hofburg am kommenden Sonntag ganz besonders entgegen.
Beide sind selbst als Politiker auf kommunaler Ebene aktiv, als Schwager und Schwägerin miteinander verwandt und doch driften ihre politischen Überzeugungen meilenweit auseinander: Die Rede ist von dem Bad St. Leonharder Vizebürgermeister Dieter Dohr (Liste Dieter Dohr/Die Freiheitlichen in Bad St. Leonhard) und der Wolfsberger Bezirkssprecherin Gemeinderätin Susanne Dohr (Die Grünen).

Gründe für Hofer


"Ich habe Norbert Hofer bei einer Ansprache in St. Andrä persönlich kennengelernt. Ich war bei seiner Rede absolut davon überzeugt, dass er in der Partei kein Rechter ist, das ist für mich absolut wichtig", so Dieter Dohr, der zwischen Hofer und Haider Parallelen sieht: "Ich habe gesehen, dass bei Hofer die gleiche Stimmung wie damals bei Haider herrschte, doch Hofer ist vor den 300 voll motivierten Personen nicht in die Rhetorik eines Bierzeltes verfallen, sondern hat sachlich, ruhig und konsequent gesprochen."

Deshalb Van der Bellen


Seine Schwägerin unterstützt hingegen Hofers Kontrahenten Alexander Van der Bellen: "Ich würde Alexander Van der Bellen auch wählen, wenn ich nicht bei den Grünen politisch aktiv wäre, weil ich überzeugt davon bin, dass er ein guter Politiker ist, er ist seriös, es gibt keine Skandale von ihm, obwohl er schon so lange in der Politik ist, er ist ein guter Repräsentant für Österreich nach außen hin, er ist weltoffen und tolerant und als studierter Ökonom hat er von Wirtschaft eine Ahnung", begründet Susanne Dohr, die so wie ihr Schwager für ihren Kandidaten aktiv Wahlkampf betreibt.

Spannender Wahlabend


"Außerdem ist er ein großer Überblicker, ein Denker und Nachdenker, der sich bedacht ausdrückt. Und Van der Bellen steht für eine konstruktive Mitarbeit Österreichs in der EU – und das brauchen wir für unsere Arbeitsplätze", wirbt Dohr, die das Rechnungswesen im Betrieb ihres Gatten Michael managt. Ihr Schwager Dieter streicht Hofers Alter hervor: "Es besteht die Chance, dass Norbert Hofer mit seinem jugendlichen Engagement das Amt des Bundespräsidenten neu definiert, hin zu einer neuen Kraft im Staat."
Spätestens am Wahlabend am 22. Mai wissen wir dann letztlich, wer das blau-grüne Duell um die Hofburg in der Lavanttaler Familie Dohr gewinnt.
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