14.06.2016, 17:19 Uhr

Lavanttaler pressen ihr eigenes Olivenöl

Sabine Propst-Völz und Klaus Propst produzieren am eigenen Landgut in der Toskana hochwertige Olivenöle

Im neuen Shop "Fabiani di Sotto" in Bad St. Leonhard gibt es Olivenöl aus der Toskana.

petra.moerth@woche.at

BAD ST. LEONHARD, KLIENING. Ein Hauch von toskanischem Flair weht seit wenigen Tagen über den Bad St. Leonharder Hauptplatz auf Höhe der Hausnummer 35. Der gebürtige Klieninger Unternehmer Klaus Propst hat mit seiner Gattin Sabine Propst-Völz die Fabiani di Sotto HandelsgesmbH gegründet und nach dem ersten Geschäft in Wien nun in Bad St. Leonhard einen zweiten Shop für hochwertiges Olivenöl aus eigener Produktion eröffnet.

In die Toskana verliebt


"Unsere Liebe hat schon immer der Toskana gegolten und deshalb wollten wir dort ursprünglich ein Haus kaufen", erzählt die gebürtige Wienerin Sabine Propst-Völz. "Doch dann haben wir vor zirka vier Jahren das Landgut mit den über 1.000 Jahre alten Olivenbäumen entdeckt und beschlossen aus dem ehemaligen Klosterbesitz auf 23 Hektar einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 1.200 Olivenbäumen zu machen", schwärmt die selbstständige PR-Beraterin.
Die reinsortig gepressten Olivenöle der Marke "Fabiani di Sotto 808" stammen aus der Maremma, dem südlichsten Teil der Toskana, wo schon die Etrusker Olivenbäume gekannt und kultiviert haben. "Dort produzieren wir unter anderem ein sehr hochwertiges Olivenöl einer ganz besonderen Olivensorte, der Olivastra Seggianese. Ein Öl, das als Speiseöl besonders wertvoll für die Gesundheit ist, aber auch seit Jahrhunderten in Kosmetikartikeln verwendet wird. Von dieser besonderen Sorte gibt es überhaupt nur 120.000 Bäume, eine echte Rarität unter den Olivenölen", schildert Klaus Propst, der Eigentümer einer Medizinsoftwarefirma.

18 Euro pro Viertel-Liter


Diese Sorte kostet ebenso wie die beiden anderen reinsortig gepressten Olivenöle "Leccino" und "Frantoio" in den "Fabiani di Sotto"-Shops in Bad St. Leonhard und Wien pro Viertel-Liter-Flasche 18 Euro. "Bei uns am landwirtschaftlichen Betrieb in der Toskana werden die Oliven händisch geerntet, binnen kürzester Zeit kaltgepresst und sofort in Flaschen abgefüllt", skizzieren die beiden ausgebildeten Olivenöl-Sommeliers, die mit ihren drei Angestellten auf rein biolgisches Wirtschaften setzen. Entscheidend für eine hohe Qualität des Olivenöls sei laut dem Lavanttaler Ehepaar der Zeitpunkt des Erntens Ende Oktober bzw. Anfang November: "Kurz vor dem Einsetzen des Verfärbungsprozesses bei der Olive ist der ideale Erntezeitpunkt für qualitativ hochwertiges Öl", sagt Propst.
Die Ernte vom Vorjahr kann sich sehen lassen: Die 1.200 Olivenbäume am Landgut "Fabiani di Sotto 808" brachten einen Ertrag von 1.740 Liter Olivenöl. "Natürlich werden wir mit dem Olivenöl-Geschäft nicht reich, aber wir wollen ein Stück für Olivenöl-Liebhaber hergeben", betonen die Lavanttaler, die bereits ein Haubenlokal in Wien regelmäßig beliefern.

ZUR SACHE: DIE ÖFFNUNGSZEITEN
Das Unternehmer-Ehepaar Sabine Propst-Völz und Klaus Propst aus Bad St. Leonhard gründete im Frühling 2013 einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Toskana. Dort produzieren sie mit drei Angestellten sehr hochwertige, reinsortig gepresste Olivenöle unter dem Markennamen "Fabiani di Sotto 808".
Die drei mit Gütesiegeln versehenen Sorten "Leccino", "Frantoio" und "Olivastra Seggianese" können in den Shops in Wien und Bad St. Leonhard um 18 Euro pro Viertel-Liter-Flasche gekauft werden. Auch Verkostungen sind möglich. In beiden Geschäften verkaufen sie auch Weine und Marmeladen von Nachbarn ihres Betriebes in der Toskana.
Der neue Shop "Fabiani di Sotto" am Hauptplatz 35 in Bad St. Leonhard hat Montag, Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 12.30 Uhr, Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Interessierte können aber auch außerhalb der Öffnungszeiten im neuen Geschäft des Bad St. Leonharder Ehepaares Sabine Propst-Völz und Klaus Völz läuten.

DIE CHECKLISTE: SO ERKENNT MAN EDLES OLIVENÖL
1. Eine Flasche aus dunklem Glas, die das Licht abhält.
2. Einen speziellen Sicherheitsverschluss, der vom Konsumenten nur einmal geöffnet werden kann und ein (Wieder-)Auffüllen verhindert.
3. Eine sachgerechte, kühle Lagerung (bei zehn bis 16 Grad Celsius)
4. Die Angabe des Erntezeitpunktes. Nur frisches Olivenöl hat die zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften von Olivenöl!
5. Die Angabe des Produzenten und eventuell Gütesiegel
6. Schärfe im Geschmack. Diese Schärfe kann natürlich – je nach Olivensorte – variieren, sollte aber immer deutlich ausgeprägt sein. Aber generell kann man sagen, dass nur ein scharf schmeckendes Olivenöl die sogenannten Polyphenole und Antioxidantien beinhaltet, also unter anderem jene besonderen Wirkstoffe, die extra natives Olivenöl so gesund machen. Insgesamt sollte ein gutes Olivenöl kräftig, scharf, frisch, fruchtig, eventuell sogar bitter schmecken.
7. Verschiedene Jahrgänge, verschiedene Sorten – unterschiedlicher Geschmack! Genauso wie Weine schmecken naturbelassene Olivenöle von Jahr zu Jahr und von Sorte zu Sorte verschieden, was auf die jeweiligen Wetter- und Klimabedingungen zurückzuführen ist.
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