03.04.2016, 20:00 Uhr

So ein Theater mit dem Papst

Das Ensemble begeisterte das Premierenpublikum - samt einem Nachrichtensprecher mit Promistatus.

Wortwitz, Situationskomik, Tempo, Dramatik, Spielfreude, perfekte Darsteller – die Premierenbesucher bekamen alles!

ZWETTL (ms). Geschrieben hat Joao Bethencourt diese Komödie schon 1972 als Hommage an Papst Johannes XXIII. Das Friedensthema ist gerade heute so aktuell wie immer: Nur ein paar Ländernamen mussten Regisseur Stefan Leisser und ZiB-Nachrichtensprecher Hans Georg Heinke (der Echte!) zur Modernisierung von „Der Tag an dem der Papst gekidnappt wurde“ austauschen.
In Alfred Hauer hat die Theatergruppe Zwettl einen würdigen Papst-Darsteller gefunden, mit Wortwitz und Charme, dem der Schalk im Nacken sitzt. Gerald Gundacker, auf der Theaterbühne sichtbar zu Hause, überzeugt als Taxifahrer Samuel Leibowitz, der seinen heiligen Fahrgast erkennt, die günstige Gelegenheit beim Schopfe packt und den Papst entführt. So landet er in der Vorratskammer der jüdischen Familie. Derweil laufen rund um den Globus die Telefondrähte heiß, weil der Vater eine ungewöhnliche Forderung zur Freilassung des Papstes stellt: Ein Tag Frieden auf der ganzen Welt! Natürlich findet alles ein gutes Ende. Doch bis dahin lebt das Stück von den grandiosen Darstellern und ihren Rollen: Sabine Kapeller gefällt in der Rolle der Sara Leibowitz. Aber auch Franziska Teufl und Dominik Müllner kommen als deren Kinder mit den Vorgaben blendend zurecht. Und die beiden klerikalen Oberhäupter Rabbi Meyer und Kardinal O’Hara hätten mit Sebastian Keltner und Paul Peschl nicht besser besetzt sein können. Toll!
So fröhlich es in ihren Stücken auch zugeht, so hat die Theatergruppe doch immer auch ein Herz für die Schwächeren und stellt ihre Kunst regelmäßig in den Dienst karitativer Zwecke. Der Erlös aus den Premiere-Tickets fließt an den Förderverein TUTGUT. Obfrau Stephanie zu Fürstenberg, selber mit Hang zur Schauspielerei, freute sich über die großzügige Spende.

Auf der Bühne:
Alfred Hauer - Papst Albert IV
Gerald Gundacker - Samuel Leibowitz
Sabine Kapeller - Sara Leibowitz
Franziska Teufl - Miriam
Dominik Müllner - Jakob
Sebastian Keltner - Rabbi Meyer
Paul Peschl - Kardinal O'Hara
Hans Georg Heinke - Nachrichtensprecher
Stefan Leisser - Sheriff Warner (Stimme)
Peter Hahn - General McKenzie (Stimme)

Hinter der Bühne:
Licht - und Tontechnik: Toni Trappl, Thomas Göschl, Christian Wiesmüller
Souffleuse: Elisabeth Koller
Bühnenbild: Martin Mikesch, Daniel Ruttinger, Franz Bogner, Raid Al-Tarboolee, Ziyad Abu-Alternen
Requisiten: Evelyne Loidl, Michaela Mikesch, Franziska Teufl, Stefan Leisser, Sabine Kapeller
Kostüme: Evelyne Loidl, Kostümverleih Helga Schmoll, Irene Scherz
Inspizienz: Jenny Straub
Fotos: Stefan Leisser, Martin Mikesch
Trailer- und Filmaufnahmen: Peter Hahn
Werbung: Bernhard Kienmeyer, Manfred Hinterndorfer, Evi Leutgeb, Alfred Hauer, Barbara Dirnberger, Jürgen Zahrl
Grafische Gestaltung: Tom Weiss
Homepage: Jürgen Zahrl
Fotoausstellung Foyer: Michael Hofmann
Abendkasse: Elfi Witura
Regieassistenz: Elisabeth Koller, Michaela Mikesch
Regie und Gesamtleitung: Stefan Leisser
Aufführungsrechte: Vertriebsstelle und Verlag deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten GmbH

Nachgeschenkt:

Eine Komödie mit ernstem Hintergrund

Die Theatergruppe Zwettl spielt das Stück "Der Tag an dem der Papst gekidnappt wurde". Und der gekidnappte Papst hat einige Paralellen zu Papst Franziskus. Ihm fehle es an Pomp, Wichtigkeit und Autorität, hält ihm der Kardinal vor. Er bringe sich in Gefahr, weil er sich inkognito unters Volk mischt. Einen solchen Dialog könnte man sich gerade auch heute gut vorstellen.
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