Bernardis-Schmid
Ein neuer Name für die Rossauer Kaserne

Der Sitz des Ministeriums für Landesverteidigung trägt seit diesem Jahr einen Traditionsnamen.
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  • Der Sitz des Ministeriums für Landesverteidigung trägt seit diesem Jahr einen Traditionsnamen.
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Die Rossauer Kaserne bekommt nun endlich einen anderen Namen als die Beschreibung des Standorts.

ALSERGRUND. "Es geht um Tapferkeit und Zivilcourage", sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bei der Präsentation des neuen Namens der Rossauer Kaserne, die übrigens neben der Polizei auch das Verteidigungsministerium beherbergt. "Bernardis-Schmid-Kaserne" heißt der Backsteinbau seit dem diesjährigen Holocaust-Gedenktag.

Dabei handelt es sich um einen Traditionsnamen, das bedeutet: Die Kaserne heißt nach wie vor Rossauer Kaserne, allerdings hat sie jetzt eine Art Nachnamen. Namensgeber sind – wie auch bei den anderen Kasernen mit Traditionsnamen – wichtige Persönlichkeiten der österreichischen Geschichte. In diesem Fall Oberstleutnant Robert Bernardis (1908–1944) und Feldwebel Anton Schmid (1900–1942). Beide waren wichtige Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. "Es geht darum, die nötige Zivilcourage aufzubringen, um seinem eigenen Gewissen zu folgen und bereit zu sein, die Konsequenzen dafür zu tragen", so die Verteidigungsministerin. "Die beiden Widerstandskämpfer haben uns das vorgelebt."

Attentat auf Hitler

Beide Persönlichkeiten zeichneten sich durch ihren Widerstand gegen das NS-Regime aus. Bernardis war sogar maßgeblich an dem versuchten Attentat auf Adolf Hitler im Jahr 1944, das als "Operation Walküre" bekannt ist, beteiligt.

Anton Schmid war gelernter Installateur und Unternehmer. In Wilna beschäftige er jüdische Mitarbeiter in Werkstätten. 15 lebensrettende Arbeitsgenehmigungen wurden ihm zugestanden, wobei er bis 1942 etwa 90 Arbeitsbescheinigungen ausstellte. Mit gefälschten Marschbefehlen rettete er außerdem etwa 300 Juden aus dem Ghetto von Wilna nach Weißrussland, wo sie nicht wie in Litauen vom Holocaust bedroht waren.

Die Rossauer Kaserne ist übrigens die dritte Liegenschaft des Bundesheeres, die einen solchen Traditionsnamen hat. Insgesamt tragen außerdem sechs Truppenkörper einen historisch behafteten Namen –darunter befindet sich unter anderem das Milizbataillon Jägerbataillon Wien 2 mit dem zusätzlichen Namen „Maria Theresia“. Das ABC-Abwehrzentrum in Korneuburg wurde mit der österreichischen Kernphysikerin Lise Meitner erstmals 2007 mit einem Traditionsnamen ausgezeichnet.

Der Sitz des Ministeriums für Landesverteidigung trägt seit diesem Jahr einen Traditionsnamen.
Eine Tafel erinnert an die Namensgeber.
Autor:

Maximilian Spitzauer aus Hietzing

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