7. Bezirk
Neubauer Sozialmarkt feiert ein Jahrzehnt

Sozialmarktleiter Peter Kohl vor den vollen Regalen: Rund 270 Menschen kaufen täglich hier in einem der ersten und größten Sozialmärkte Wiens ein.
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  • Sozialmarktleiter Peter Kohl vor den vollen Regalen: Rund 270 Menschen kaufen täglich hier in einem der ersten und größten Sozialmärkte Wiens ein.
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Angesichts steigender Armutsgefahr, begeht man in der Neustiftgasse 73-75 jedoch ein getrübtes Jubiläum.

NEUBAU. Hilfe seit einem Jahrzehnt für Bedürftige: Der SOMA (Sozialmarkt) Neubau des Hilfswerks ist aber nicht nur ein gut bestückter Supermarkt für einkommensschwache Menschen. Er ist auch Wiens erster und einziger Sozialmarkt, der als sozialökonomischer Betrieb geführt wird.
"Von Anfang an haben wir 20 Transitarbeitskräfte eingestellt. Das sind meist langzeitarbeitslose Menschen, die bei uns sechs Monate lang in verschiedenen Aufgabengebieten des Einzelhandels geschult werden: von Regalbetreuung, Lagerlogistik und Kassaführung bis hin zum Kundenservice", so Chef Peter Kohl. Das mit Erfolg: 650 Transitarbeitskräfte fanden bisher so einen neuen Job.

Geringere Hemmschwelle

Im SOMA finden Kunden auf 420 Quadratmetern alles, was sie an Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs brauchen. Und zwar um ein Drittel bis zur Hälfte billiger als im "normalen" Supermarkt. Die Waren sind meist knapp vor oder knapp über dem Ablaufdatum, sind streng geprüft und würden im Handel sonst entsorgt werden. Zwei Fahrer holen die Produkte von Supermärkten ab.

"270 Menschen kaufen täglich hier ein. Bedenkt man, dass es vor zehn Jahren nur drei Sozialmärkte in Wien gab – heute gibt es 14 – zeigt das deutlich, wie sehr der Bedarf steigt," so Kohl. "Mittlerweile muss sich niemand schämen, bei uns einzukaufen. Das ist eine wirklich positive Entwicklung. Die Tatsache, dass es immer mehr armutsgefährdete Menschen gibt, trübt die Freude über unser Jubiläum natürlich etwas", gibt Kohl zu.

Spenden für Weihnachten

Einkaufen können im SOMA Wiener, die ein Nettoeinkommen unter 1.158 Euro haben und eine Berechtigungskarte direkt im SOMA-Büro vor Ort (täglich von 10 bis 13 Uhr) gelöst haben. "Einfach Einkommensnachweis, Sozial-, Mobilitätspass oder Pensionsbescheid, Meldezettel und Lichtbildausweis mitbringen. Gibt es Mitbewohner über 18 Jahren, ist für sie ebenfalls ein Einkommensnachweis nötig", erklärt Kohl.

Neu seit heuer im SOMA: eine Café-Ecke und einen Secondhand-Shop mit Gewand, Spielzeug, Büchern und Geschirr. Dort können auch Personen ohne Berechtigungskarte einkaufen.
Für die Vorweihnachtszeit werden im Shop noch private Spenden gebraucht, vor allem Spielsachen und Kinderkleidung. Für den Markt selbst sind an privaten Spenden originalverpackte Toilettenartikel, aber auch übrig gebliebene Windeln immer gefragt. "Private Spenden an Lebensmitteln dürfen wir aus Hygienegründen leider nicht annehmen", so Kohl.

SÖB Sozialmarkt des Wien Hilfswerks

Neustiftgasse 73–75, 1070 Wien
Geöffnet:
Mo, Di, Mi, Fr: 10:00 - 14:00 Uhr
Do: 10:00 - 18:30 Uhr
Samstag geschlossen

Sozialmarktleiter Peter Kohl vor den vollen Regalen: Rund 270 Menschen kaufen täglich hier in einem der ersten und größten Sozialmärkte Wiens ein.
Peter Kohl (Mitte) mit seinem Team: Der Sozialmarkt Neubau des Wiener Hilfswerks ist auch ein sozial-ökonomischer Betrieb, der mit dem AMS kooperiert

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