Archäologische Grabung beim U-Bahn-Bau
Römische Lagervorstadt und spätmittelalterliche Weinkeller

Den Sommer über wurde der Untergrund der späteren U-Bahn-Station Frankhplatz archäologisch untersucht.
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  • Den Sommer über wurde der Untergrund der späteren U-Bahn-Station Frankhplatz archäologisch untersucht.
  • Foto: Stadtarchäologie Wien
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Die U5 fährt noch lange nicht auf den Frankhplatz, wirft ihre Schatten aber schon voraus. Bei einer archäologischen Grabung im Vorfeld des U-Bahn-Baus wurden neue Erkenntnisse über die Geschichte der Stadt zutage gefördert.

ALSERGRUND. Sie haben sich viel erwartet und wurden trotzdem überrascht - so könnte man die Bilanz der Forscherinnen und Forscher der Grabung am Frankhplatz zusammenfassen. Die Stadtarchäologie Wien begleitet den Ausbau des U-Bahn-Netzes mit Grabungen an unterschiedlichen Orten und hat den Untergrund am Frankhplatz mehr als zwei Monate lang untersucht. Dabei ist Neues sowohl über die römische Periode als auch über das Mittelalter zutage getreten.

Größere Lagervorstadt als gedacht

Dass die Alser Straße von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit eine wichtige Verkehrsverbindung darstellt, war bereits bekannt. Nun fanden die Archäologinnen und Archäologen aber das Steinfundament eines zur Straße orientierten Hauses aus dem 2. oder 3. Jahrhundert und damit Belege, dass das Siedlungsgebiet rund um das römische Legionslager viel ausgedehnter war als gedacht. Auch Überreste zweier Öfen, wahrscheinlich Töpferöfen, wurden gefunden. Die Funde inklusive der Mauern werden nun geborgen und im Wien Museum weiter untersucht sowie verwahrt. Im Zuge dessen könnte auch eine noch genauere Altersbestimmung möglich sein, sagt Grabungsleiter Martin Mosser: "Wir finden manchmal in den Mauern Keramikscherben, mit deren Hilfe wir die Fundamente dann auf wenige Jahrzehnte genau datieren könnten."

Die Steinfundamente des römischen Gebäudes.
  • Die Steinfundamente des römischen Gebäudes.
  • Foto: Stadtarchäologie Wien/Crazy Eye
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Grundrisse aus dem späten Mittelalter

Die Überraschung aus dem Mittelalter hat auch mit Mauern zu tun: Fünf Keller haben die Archäologinnen und Archäologen entdeckt, die sie - mithilfe eines zu dieser Zeit verwendeten Ziegels - auf das späte 15. oder frühe 16. Jahrhundert datieren konnten. Das ist deshalb wertvoll für sie, weil aus dieser Zeit keine Stadtpläne existieren und nun erstmals nachvollzogen werden kann, wie die Grundrisse der Vorstadthäuser ausgesehen haben. Das Ausgrabungsgebiet war Teil der Vorstadt vor dem Schottentor. Die Vorstädte waren für die Nahversorgung Wiens wichtig, und im Gebiet um die Alser Straße ist Weinbau belegt. Die Keller könnten also für die Lagerung von Lebensmitteln und Wein genutzt worden sein.

Stiegen in einen mittelalterlichen Keller.
  • Stiegen in einen mittelalterlichen Keller.
  • Foto: Stadtarchäologie Wien
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Die „Vorstadt zwischen den zwei Mauern“ vor dem Schottentor Ausschnitt aus der Rundansicht von Niklas Meldemann, 1530
  • Die „Vorstadt zwischen den zwei Mauern“ vor dem Schottentor Ausschnitt aus der Rundansicht von Niklas Meldemann, 1530
  • Foto: Wien Musem
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Reste der Alser Kaserne

Aus der Neuzeit wurden Teile der 1751 bis 1753 erbauten Alser Kaserne freigelegt. In der dreigeschoßigen Kaserne waren im Laufe der Zeit unterschiedliche Infanterieregimenter untergebracht. 1912 wurde das Gebäude abgebrochen. Mauern und Kellerräume der ehemaligen Kaserne wurden vom Grabungsteam gefunden. Unterstützung bei der Bergung der Funde bekamen die Archäologinnen und Archäologen von freiwilligen Helferinnen.

Die Mauerreste der Alser Kaserne.
  • Die Mauerreste der Alser Kaserne.
  • Foto: Stadtarchäologie Wien/Crazy Eye
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Blick auf die Alser Kaserne von der Straßenkreuzung Landesgerichtsstraße/Universitätsstraße, 1910
  • Blick auf die Alser Kaserne von der Straßenkreuzung Landesgerichtsstraße/Universitätsstraße, 1910
  • Foto: Wien Museum
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