270 Ersatzpflanzungen gefordert
Grüne kritisieren Baumfällungen im Arne-Karlsson-Park

Die Grünen warnen vor zahlreichen Baumfällungen im Arne-Karlsson-Park.  | Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
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  • Die Grünen warnen vor zahlreichen Baumfällungen im Arne-Karlsson-Park.
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Die Grünen kritisieren den Wegfall von 37 Bäumen im Arne-Karlsson-Park durch die U5-Baustelle. Bezirkschefin Saya Ahmad (SPÖ) verweist hingegen auf laufende Detailplanungen und will sich weiterhin für den Erhalt einsetzen. Die Grünen fordern indes 270 Ersatzpflanzungen. 

WIEN/ALSERGRUND. Die Baupläne für die neue U5 sorgen für Ärger bei den Grünen: Im Arne-Karlsson-Park sollen für die Baustelle 37 Bäume weichen, darunter zwei über 100 Jahre alte Platanen. Dies geht aus den Plänen hervor, wie die Partei berichtet.

"Genau das haben wir befürchtet: Zahlreiche Bäume sollen gefällt werden, darunter zwei wertvolle, jahrhundertealte Platanen. Als wir vor Jahren zu warnen begannen, wären Anpassungen noch möglich gewesen, doch die Bevölkerung wurde stets hingehalten", kritisiert Josefa Molitor-Ruckenbauer, stellvertretende Bezirksvorsteherin der Grünen Alsergrund.

270 Ersatzbäume gefordert

Zwar ist das Wiener Baumschutzgesetz bei Großprojekten formal nicht bindend, dennoch fordern die Grünen rund 270 Ersatzpflanzungen im Grätzl und Rettungsmaßnahmen. "Der Ausbau von Öffis ist wichtig, gleichzeitig muss der ökologische Schaden für den Bezirk so gering wie möglich gehalten werden.

Josefa Molitor-Ruckenbauer (Grüne) fordert Ersatzpflanzungen.  | Foto: Fabian Franz/MeinBezirk
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Auch wenn das Baumschutzgesetz beim U-Bahn-Bau formal nicht greift, darf das kein Freibrief sein. Die Stadt muss jetzt rasch prüfen, ob eine Versetzung der beiden Riesen-Platanen technisch machbar ist", so Tina Wirnsberger Umweltsprecherin der Wiener Grünen. Als Vorbild dient die Rettung der Eiles-Platane in der Josefstadt. Der SPÖ-Bezirksführung werfen die Grünen vor, Warnungen jahrelang als Kampagne abgetan zu haben. Vor dem Baustart 2028 dränge nun die Zeit für Alternativen, unterstreicht die Partei.

Park bleibt "Herzstück" des Grätzls

"Der U-Bahn-Bau ändert nichts daran, dass der Arne-Karlsson-Park das Herzstück des Grätzls und ein beliebter Grünraum der Bewohner*innen ist", erklärt Bezirkschefin Saya Ahmad. Sie erklärt, das sie sich als Bezirksvorsteherin von Anfang an für die Bäume im Park eingesetzt habe.

Bezirkschefin Saya Ahmad (SPÖ) betont, dass die Detailplanungen noch laufen.  | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
  • Bezirkschefin Saya Ahmad (SPÖ) betont, dass die Detailplanungen noch laufen.
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Weiters ergänzt Ahmad, das die Wiener Linien sich aktuell in den Detailplanungen befinden und die Beurteilung einzelner Bäume und Sträucher sich bis zum Baubeginn noch verändern kann. "Auch die behördlichen Einreichungen und Genehmigungen sind aktuell am Laufen. Das Ziel bleibt auch weiterhin, die Auswirkungen auf den Grünbestand so gering wie möglich zu halten und einen möglichst großen Teil zu sichern", schließt sie ab. 

Schutz hat "höchste Priorität"

Der Schutz und der größtmögliche Erhalt von Grünflächen und Bäumen hat für die Wiener Linien weiterhin höchste Priorität, so eine Sprecherin des Verkehrsbetriebs. Der Ausbau erfolge daher nach dem Prinzip einer möglichst schonenden, "minimal-invasiven" Bauweise. "Die Bauverfahren werden so gewählt, dass Eingriffe in Parks und Grünräume auf das notwendige Minimum reduziert werden. Ein unabhängiger Baumgutachter begleitet das Projekt und legt die erforderlichen Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen für die einzelnen Bäume fest", erklärt die Sprecherin. Ziel sei es nach Möglichkeit, jeden Baum zu erhalten, zu verpflanzen oder, wenn dies aufgrund der unmittelbaren Lage im notwendigen Baubereich nicht möglich ist, durch Neupflanzungen zu ersetzen.

Die Wiener Linien sprechen aber auch von langfristigen Chancen für die Oberflächengestaltung: "Der U-Bahn-Ausbau hat die Chance, Oberflächen langfristig grüner und lebenswerter zu gestalten. Die Universitätsstraße zeigt bereits heute, wie solche Entwicklungen aussehen können: Dort sind insgesamt 1.600 Quadratmeter zusätzliche Grünflächen entstanden und es wurden 55 neue Bäume gepflanzt". Man ergänzt, dass man sich aktuell in den Detailplanungen der zweiten Baustufe befinde: "Die Beurteilung einzelner Bäume und Sträucher kann sich daher bis zum Baubeginn noch verändern, auch die behördlichen Einreichungen und Genehmigungen laufen derzeit".

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