Laufbericht 1. Airfield Night Run 2019
- Foto: Hans Stockinger
- hochgeladen von Hans Stockinger
Liebe LauffreundInnen,
am Freitag, den 14.6. fand der erste Airfield Night Run am Flugplatz Bad Vöslau statt. Zwei Runden zu 2,5Km auf dem Flugfeld, Start um 22:00 Uhr wenn es schon richtig dunkel ist, vorbei an historischen Flugzeugen und beleuchteten Heißluftballons, dazu noch eine kleine Flugshow - das klang interessant. Also nichts wie hin auch wenn ich genau 12 Stunden später mit dem Gfieder Geländelauf noch ein zweites Rennen auf dem Programm hatte.
Wie üblich von Patrick und Martin als Fotografen begleitet besichtigen wir zuerst einmal die vielen tollen Flugzeuge. Dann geht es an's Aufwärmen. Begleitet von Markus Müller und Jutta Häusler erkunde ich das Gelände bis die kleine Flugshow startet. Ab da ist es echt schwierig - weiter aufwärmen oder zuschauen? Es ist beeindruckend wie die beleuchteten Modellflugzeuge und Hubschrauber durch die Nacht zischen, Kunststücke vollführen und tolle Leucht- und Funkenspuren in den Himmel malen!
Um 22:00 ist es dann so weit: Etwa 400 Leute am Start, Temperatur sicher noch über 25°, die Laufstrecke - bis auf den Start-Zielbereich - im Dunkeln, aber begrenzt durch farbige Lichter, eine sehr ungewöhnliche Konstellation!
Es geht 3 - 2 - 1 - LOS! Nachdem ich schon länger keinen kurzen schnellen Lauf gemacht habe ist mein Ziel eine Zeit um die 20 Minuten. Ich gehe es also zügig an und tauche nach etwa 250m in die Nacht ein. Ich laufe zwar oft in der Nacht, aber nicht mit diesem Tempo und mit zahlreichen Leuten um mich herum die ich kaum erkennen kann. Dennoch - das ist mal was anderes, irgendwie toll aber auch verwirrend. Die vielen bunten Lichter, die Musik die über das Flugfeld hallt, der Fast-Vollmond der am Himmel steht, die Heißluftballons die immer wieder mal ihre Flamme zünden und dann neben der Startbahn grell aufleuchten - das ist schon einmalig auch wenn ich nach jedem Aufleuchten kurz geblendet bin und fast nichts sehe, egal. Nach 2Km merke ich zwei Dinge: Erstens ist es unter diesen Verhältnissen recht schwierig, die eigene Geschwindigkeit einzuschätzen - es fehlen mir irgendwie die Bezugspunkte, nur der gelegentliche Blick auf die Uhr zeigt mir daß das Tempo passt. Und zweitens macht sich die Hitze bemerkbar - mein Puls ist zu hoch, das werden noch lange 3 Km!
Zu Beginn der zweiten Runde läuft der Zielsprecher ein Stück neben mir her - ihm kommt es vielleicht schnell vor, ich bin aber definitiv nicht so unterwegs wie ich möchte, das ist jetzt schon zäh! Ich versuche locker zu bleiben, lenke mich durch die tolle Szenerie, die bunten Lichter und die Musik ab, auch ein kühler Windhauch hilft ein wenig ... aber dafür tauchen andere Schwierigkeiten auf: Die Walker und langsamen LäuferInnen, die jetzt überrundet werden müssen. Einige Walker haben beleuchtete Stöcke - das schaut super aus und man erkennt sie weithin. Andere sind unbeleuchtet unterwegs und ich muß höllisch aufpassen ob ich vor mir irgendwo schattenhafte Schemen erkennen kann. Denn auch wenn die bunten Lichter und Ballons prächtig wirken - sie blenden und ich will niemanden über den Haufen rennen. Schließlich der letzte Kilometer - ich beiße die Zähne zusammen, versuche nochmal ein wenig schneller zu werden ... noch 500m ... pffft ... noch 200m und Zielsprint! Na zumindest der geht noch - und durch! Schwer atmend trabe ich zur Ziel-Labe, nehme mir eine Flasche Wasser, schütte einen Teil über den Kopf und hab das Gefühl das zischt richtig ... unglaublich wie anstrengend ein einfacher 5000er sein kann!
Dabei sind meine 20:32 nicht gerade berühmt - aber viel mehr war an diesem Abend nicht drin, nicht bei dieser Hitze und diesen Verhältnissen. Durch das Wasser erfrischt und nicht mehr keuchend mache ich mich auf meine Auslauf-Runde. Und jetzt kann ich die Strecke wirklich genießen. Locker durch die warme Nacht traben, dabei diese unwirkliche Szenerie wie aus einem SF-Film oder vielleicht aus einem Video-Spiel genießen. Draußen auf der Strecke tönen wieder Queen in voller Lautstärke "Hammer To Fall" - waaahhh wie geil, ist das überhaupt echt oder träume ich? Bei mäßigem Tempo stören die bunten Lichter viel weniger, hab ich viel mehr Zeit das alles aufzunehmen, die schwarzen Hügelketten des Wienerwaldes vor dem fast schwarzen Himmel - ja, das bringt's jetzt wirklich, vergiß das Rennen, DAS ist jetzt ein Erlebnislauf! Es ist direkt schade daß die Auslauf-Runde vorbei ist. Dafür habe ich jetzt Zeit mit meinen Freunden zu plaudern und ihnen zu gratulieren: Matthias Bauer holt sich den Gesamtsieg in 17:18, Alexander Bichl den 3. Platz in 18:03 und Jutta Häusler gewinnt die Damenwertung in 22:23. Markus Müller schnappt mir mit 19:54 den 3. Platz in der M50-Klasse weg aber mit Platz 4 bei 44 Startern und "nur" 1:31 Rückstand auf den Klassensieger Karl Trummer bin ich garnicht so unglücklich, das hätte ich mir schlimmer vorgestellt ;-)
Soweit mein Bericht vom 1. Airfield Night Run - aus meiner Sicht ein tolles Erlebnis, nächstes Jahr probiere ich es wieder!
Bis zum nächsten Mal,
Hans
P.S.: Info's zum Lauf gibt es auf http://www.airfieldnightrun.at und die Ergebnisse auf https://time-now-sports.at/1-airfield-night-run/
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