Kritik älterer Badegäste
Neue Stege an der Alten Donau sind nun eher „was für Junge“

Die Stadt hat vier der Badestege an der Alten Donau saniert. Kritik kommt von älteren Anrainern, die sich bei der Sanierung übergangen fühlen. | Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner
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  • Die Stadt hat vier der Badestege an der Alten Donau saniert. Kritik kommt von älteren Anrainern, die sich bei der Sanierung übergangen fühlen.
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Nach der Erneuerung der Steganlagen an der unteren Alten Donau gibt es nicht nur Zuspruch. Besonders ältere Semester meinen, dass die Stege nicht ihren Bedürfnissen entsprechen. Bänke, wie es sie bei den alten Anlagen gab, werden Ende Juli geliefert. 

WIEN/DONAUSTADT. Die MA 45 – Wiener Gewässer hat die kalte Jahreszeit genutzt, um die unteren vier Stege der Unteren Alten Donau einer Generalsanierung zu unterziehen. Witterung und intensive Nutzung haben ihren Fußabdruck hinterlassen. Die neuen Stege sind mit Stahlrahmen gesichert, die besonders langlebig sein sollen. Die Oberfläche wurde mit neuen Lärchenbrettern ausgestattet und die Eingänge wurden verbreitert.

Jene Stege, die zuvor durch Treppen erreichbar ƒwaren, sind jetzt "niveaufrei", also auf derselben Höhe wie der Gehsteig. Von der verbesserten Barrierefreiheit sollen unter anderem Senioren profitieren. Einige ältere Donaustädterinnen und Donaustädter sehen das aber anders und meinen, dass die Stege nach der Umgestaltung nicht mehr ihren Bedürfnissen entsprechen.

Die Stege wurden mit einem Stahlrahmen gesichert. | Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner
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"Es ist toll, dass die Stege erneuert wurden, allerdings wurde hier auf ältere Menschen nicht wirklich Rücksicht genommen", erläutert eine Leserin gegenüber MeinBezirk. Größter Kritikpunkt sind laut der Donaustädterin die fehlenden Sitzgelegenheiten, die früher an den Seiten der Plattform montiert waren.

"Eher was für die Jungen"

"Ich und viele andere möchten uns auch nach dem Schwimmen einfach kurz hinsetzen. In der Nebensaison möchte man einfach mal sitzend am Wasser die Ruhe genießen", so die Donaustädterin weiter. Die Stege seien derzeit "eher was für jüngere Leute". "Ich persönlich will und kann nicht am Boden sitzen", sagt die Frau. Die Bänke bleiben aber nicht komplett aus. Sie werden laut einem Sprecher der MA 45 aufgrund von Lieferschwierigkeiten Ende Juli montiert.

Kritik gibt es auch an der Form der Stege. Vor der Umgestaltung waren einige der Steganlagen, mit Ausnahme der Wasser zugewandten Seite, vollständig umzäunt. "Man konnte Handtücher oder Badekleidung bequem aufhängen und vor allem konnten gehfähig eingeschränkte Menschen ihre Gehhilfen bei den Stiegen hinstellen, jetzt muss man frei vom Geländer zu den Wassereingängen", so ein Anrainer.

Die fehlenden Geländer bis zum Wassereingang fallen einem Anrainer etwa negativ auf. | Foto: privat
  • Die fehlenden Geländer bis zum Wassereingang fallen einem Anrainer etwa negativ auf.
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Vertreter der MA 45 entgegnen, dass die Umgestaltung ältere und beeinträchtigte Menschen sehr wohl mitbedacht habe. Die Verbreiterung der Stege und die niveaufreien Eingänge wurden speziell dafür umgesetzt. Künftig sollen auch die restlichen Plattformen saniert werden. Wann das so weit ist, wird aktuell evaluiert.

Auch an den Sanitätsanlagen hat der Anrainer etwas auszusetzen. Zu wenige WCs und Papierkörbe sollen dafür sorgen, dass die Umgebung von Badegästen verunreinigt wird. Die MA 45 verweist darauf, dass es bei jedem Steg einen Mistkübel gibt. Entlang der Unteren Alten Donau gibt es zwischen Seestern und Kagraner Brücke insgesamt neun öffentliche Toilettenanlagen.

Party-Plattform

Konfliktpotenzial sieht ein Anrainer, sobald die Sonne untergeht. Mindestens 100 Menschen hätten laut ihm erst kürzlich bis nach der Nachtruhe um 22 Uhr gefeiert. Ein Melden bei der Polizei hätte laut ihm nichts gebracht, da kein Funkwagen zur Verfügung stand. "Und wenn die Polizei weg ist, geht es ohnehin weiter wie davor", so der Anrainer.

Beamte der Polizei berichten, dass 2026 noch keine Beschwerde bei der Polizei aufgrund von Lärmerregung an der Alten Donau eingekommen ist. Jährlich finden im Zeitraum von 1. Mai bis etwa 1. Oktober, je nach Wetterlage und Besucheraufkommen, Schwerpunktstreifen an der Promenade statt. Die Anzeigen in dem Rahmen betreffen überwiegend E-Scooter-Lenker, Radfahrer sowie Falschparker.

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Die Stadt hat vier der Badestege an der Alten Donau saniert. Kritik kommt von älteren Anrainern, die sich bei der Sanierung übergangen fühlen. | Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner
Die Stege wurden mit einem Stahlrahmen gesichert. | Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner
Die fehlenden Geländer bis zum Wassereingang fallen einem Anrainer etwa negativ auf. | Foto: privat
Im Bild von links: Stadträtin Ulli Sima (SPÖ), Fachabteilungsleiter der Wiener Gewässer Gerald Loew und der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) bei der Erffnung der Stege. | Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner
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