06.06.2017, 08:42 Uhr

Was Haussanierungen kosten können

Ältere Häuser zu sanieren, kann teuer werden. Unabhängige Gutachter helfen aber dabei, böse Überraschungen zu vermeiden. (Foto: Mesi)
Die Situation am Bau hat sich in den letzten Jahren verändert: Immer mehr Menschen bauen nicht mehr neu, sondern kaufen eine gebrauchte Immobilie. Ein Altbau scheint vielen Käufern finanziell überschaubarer – was allerdings häufig ein Irrtum ist.

Kosten-Unterschätzung

Natürlich liegt der Kaufpreis beim Erwerb eines alten Hauses im Vorfeld fest, aber wer weiß schon, was sich hinter den alten Gemäuern verbirgt? Wer kennt die wirklichen Sanierungskosten, die noch auf ihn zukommen? Modernisierungsausgaben, um ein altes Haus wieder auf Vordermann zu bringen, werden oft unterschätzt.

Es gibt Richtwerte

Natürlich richtet sich der Sanierungsaufwand im Einzelnen immer nach dem Erhaltungs- und Pflegezustand des jeweiligen Objektes. Der Verband Privater Bauherren (VPB) aus Deutschland hat jedoch Richtwerte errechnet, an denen sich Käufer zumindest orientieren können: Demnach müsse ein Käufer bei einem Haus aus der Nachkriegszeit, also aus den 1950er und 1960er Jahren, im Schnitt noch einmal gut 40 Prozent des Kaufpreises in die Sanierung investieren.

Je älter, desto teurer

Bei Häusern aus den Jahren zwischen 1970 und 1980 müssen Käufer rund ein Drittel des Anschaffungspreises aufwenden. Auch Häuser aus der Zeit zwischen 1980 und 1990 erfordern oft erhebliche Nachbesserungen mit rund 20 Prozent zusätzlichen Ausgaben. Der VPB meint zudem, sogar neuere Häuser, die erst in den vergangenen 15 Jahren entstanden sind, können selten direkt bezogen werden. etwa 16 Prozent des Kaufpreises müssten dort noch einmal in erste kleinere und Schönheitsreparaturen investiert werden. Am Ende ist die Faustregel klar: Je älter ein Objekt, umso mehr muss investiert werden.

Fachmann hinzuziehen

Damit die Kosten am Ende nicht aus dem Ruder laufen, sollte vor dem Kauf eines Objektes auf jeden Fall ein professionelles Gutachten bei einem Fachmann in Auftrag gegeben werden. Ein unabhängiger Sachverständiger kann den Wert eines Objektes einschätzen und weiß, was an Sanierungskosten im Einzelfall noch zusätzlich auf den Käufer zukommt. Und da ältere Häuser oft einen besonderen Charme ausstrahlen, sollte man sich vor möglichen Kosten nicht allzu sehr abschrecken lassen. Denn, es muss ja auch nicht immer alles auf einmal gemacht werden. Viele Sanierungsmaßnahmen lassen sich durchaus über einige Jahre strecken. Das schont die Nerven und den Geldbeutel.

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