Neue Routine & alte Probleme
So geht es Schulen der Region Enns im zweiten Lockdown

In der Volksschule Kronstorf bleiben die Schüler durch Videokonferenzen in Kontakt.
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  • In der Volksschule Kronstorf bleiben die Schüler durch Videokonferenzen in Kontakt.
  • Foto: Posch
  • hochgeladen von Michael Losbichler

Kommunikation ist im zweiten Lockdown zentrales Thema in den Schulen der Region Enns.

REGION. "Die größte Herausforderung im derzeitigen Schulalltag ist die sehr kurzfristige Kommunikation. Rahmenbedingungen werden grob verändert und wir müssen diese sofort als Schule umsetzen", sagt Daniela Posch, Direktorin der Volksschule Kronstorf. Das erfordere aktuell viel Flexibilität, was an den Kräften des Lehrkörpers zehre. Seit Schulbeginn wurden die Schüler der dritten und vierten Schulstufe im Förderunterricht auf den Online-Unterricht vorbereitet, damit eine Umstellung auf Home-Schooling besser funktionieren würde. "Bei Schülern der Grundstufe eins, also erste und zweite Klasse, passiert Lernen noch auf einer anderen Ebene." Sie bekommen Wochenpläne und Lernpakete, die sie dann zuhause oder in der Betreuung bearbeiten. Zusätzlich gibt es auf den "Klassenpinnwänden" im Internet zum Beispiel Videos der Lehrenden für alle Schulstufen.

Schoolfox regelt Kommunikation

Derzeit kommuniziert das Lehrpersonal mit den Eltern über die Schoolfox-App. Dabei bekommen sie Informationen zugeschickt und erhalten Abfragen, nach denen dann die Lehrer ihre Pläne und Betreuungen einteilen. "Die Eltern sind extrem diszipliniert. Denn das Ganze kann nur funktionieren, wenn am anderen Ende jemand sitzt, der das Angebot annimmt und auch wertschätzt", so die Direktorin. Täglich werden derzeit an der Volksschule in Kronstorf etwa 80 Schüler betreut, zwölf der 15 Lehrer sind im Einsatz. Um auch den Kontakt untereinander aufrecht zu halten, gibt es regelmäßige Videokonferenzen zwischen den in der Schule betreuten und den Home-Schooling-Kindern.

Internet kann Problem sein

Anders als in der Volksschule werden in den Oberstufen alle Schüler aus der Ferne unterrichtet. "Bei mir sieht es so aus, dass ich mich zu den jeweiligen Unterrichtszeiten im Online-Meeting treffe oder auf der Plattform, wo mir die Aufgabe gestellt wird, diese in einer bestimmten Zeit bearbeite", sagt Liam Marecek. Er besucht die Hlbla St. Florian und ist derzeit in der ersten Klasse. "Die Probleme des Home-Schoolings sind, dass es passieren kann, dass ein Schüler eine schlechte Internetverbindung hat und nicht teilnehmen kann. Wenn jemand eine Frage hat, kann er nicht direkt den Lehrer fragen und muss ihm eine E-Mail schicken. Man sitzt auch lange am Computer und das ist nicht das Beste für die Augen." Für Liam ist es ein Vorteil, dass er zuhause arbeiten kann und keinen langen Schulweg zurücklegen muss. So könne er ein bisschen später aufstehen und sich den Tag selber einteilen.

"Bin besser organisiert"

Im zweiten Lockdown hat sich auch eine gewisse Routine eingestellt: "Man ist schon organisierter und hat es besser im Griff, wann man seine Aufgaben erledigen muss." Dennoch freut sich der Hlbla-Schüler aber wieder auf den Unterricht in der Schule. "Im Klassenzimmer habe ich mit meinen Kollegen Spaß und wir können uns besser unterstützen."

Eltern: "Schülern fehlt der persönliche Kontakt"

Othmar Bürstmayr, Elternverein-Obmann des BRG Enns, berichtet über aktuelle Erfahrungen von Eltern und Kindern im Lockdown 2.0. Seine Tochter ist derzeit in der Oberstufe des Gymnasiums. Die Abläufe würden im zweiten Lockdown besser funktionieren als noch beim ersten. Dennoch ist der fehlende persönliche Kontakt der Schüler untereinander und zu Lehrern herausfordernd: "Sie werden oft mit ihren Ängsten alleine gelassen." Es gebe einige Fälle, bei denen es auch an der technischen Ausstattung mangelt: "Viele Eltern arbeiten im Home-Office. Sie sind auf funktionierendes Internet angewiesen, das aber durch den laufenden Unterricht per Videokonferenz stark beansprucht wird", erklärt Bürstmayr.

"Durch Eigenverzicht auf andere Rücksicht nehmen"

Von den Kindern hören viele Eltern, dass der Online-Unterricht auch viel anstrengender als analoger sei. Neben den negativen Aspekten gibt es aber auch Punkte, die positiv für die Entwicklung der Kinder sein können: "Es ist eine Vorbereitung auf das Studium und die Arbeitstätigkeit. Außerdem stärken die Schüler ihre soziale Kompetenz, indem sie durch den Eigenverzicht auf andere Rücksicht nehmen."

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