22.01.2018, 15:30 Uhr

Wohin mit den alten Dias?

Dias am Leuchttisch - die beste Aufbewahrung erfolgt in glaslosen Rahmen und Klarsichthüllen

Sie sind in beinahe jedem Haushalt zu finden - Magazine voll mit Dias aus den 70er und 80er Jahren. Die Diaschau nach dem Urlaub gehörte damals fast dazu - nach dem Urlaub wurde der Diaprojektor angeworfen und die Bilder auf die Leinwand projiziert. Die digitale Technik hat den Diaprojektor verdrängt - Bilder werden nun im Internet präsentiert oder bestenfalls mit dem Beamer projiziert. Die meisten Leute haben den Diaprojektor längst ausgemustert und fragen sich nun, wohin mit den Dias. Wer den Wert seiner Dias schätzt, macht sich Gedanken, wie er die Dias archivieren udn für zukünftige Generationen verfügbar machen kann. Ich möchte hier ein wenig auf die Archivierung und Digitaliesierung der Dias eingehen und ein paar Methoden beschreiben, mit denen man Dias in digitale Bilder umwandeln kann.

Archivierung:

Die Archivierung der Dias macht grundsätzlich keine grossen Probleme. Es gibt unterschiedliche Aufbewahrungsmöglichkeiten. Man kann die Dias in Magazinen aufbewahren. Das hat den Vorteil, dass man sie jederzeit projizieren kann. Die Suche nach einzelenen Bildern gestaltet sich in den Magazinen aber eher schwierig. Neben der Ausbewahrung in Magazinen gibt es noch die Möglichkeit der Aufbewahrung in Klarsichthüllen. Die Hüllen fassen in der Regel 20 Dias und lassen sich in normalen Büroordnern verstauen. Sie haben den Vorteil, dass einzelen Dias leichter gefunden werden können. In beiden Fällen ist es wichtig, die Dias sorgfältig zu beschriften (Datum, Ort, Motiv,..). Das sollte auf den Diarahmen und auf den Hüllen, bzw. Magazinen erfolgen. Nur so behät man den Überblick über die Sammlung. Die Archivierung sollte an einem dunklen trockenen Ort mit relativ konstanter Temperatur erfolgen. Dachböden und Keller sind nicht gut für eine Duaerhafte Archivierung geeignet. Für eine dauerhafte Aufbewahrung sollte man Glasrahmen vermeiden. Hier kann es zu Feuchtigkeit und Schimmelbildung kommen. Am besten eignen sich glaslose Diarahmen für eine langfristige Archivierung.

Digitalisierung:
Eine Digitalisierung der Dias macht in zweierlei Hinsicht Sinn: die Dias können somit modern präsentiert werden und in soziale Netzwerke bzw. Bilddatenbanken eingespielt werden. Ein digitales Archiv bildet zudem ein Backup zum analogen Bildbestand. Sollte aus unerfindlichen Gränden einmal der analoge Bildbestand beschädigt werden, so hat man immer noch ein digitales Backup. Eine qualitativ hochwertige Digitalisierung kostet natürlich Zeit und Geld und man muss sich vorher überlegen, welche Methode man anwendet, um die Dias zu digitalisieren.

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Methoden, um Dias in ein digitales Format umzuwandeln:

Abfotografieren:
Die einfachste und schnellste Methode ist es, die Dias abzufotografieren. Man kann die Dias auf eine Leinwand projizieren oder auf den Leuchttisch legen und mit einer Digitalkamera abfotografieren. Diese Methode geht schnell und unkompliziert, die Ergebnisse sind aber in der Regel bescheiden. Die Bilder taugen vielleicht für einen Facebookeintrag, sind aber nicht mit dem Origitnal vergleichbar. iel zu hoher Kontrast und Farbstiche sind der Preis für die schnelle Digitalisierung.

Diaduplikator und Digitalkamera:
Mit Hilfe eines Diadiplikators und einer hochwertigen Digitalkamera mit Makroobjektiv lassen sich schon wesentlich besser Ergebnisse erzielen. Hat man einmal den Dreh heraus, so kann man in kurzer Zeit viele Dias digitalisieren. Auch wenn die Sache schnell über die Bühne geht, so sollte man doch über die Grundlagen der makrofotografie Bescheid wissen und in der Lage sein, die Bilder nachzubearbeiten. Die Aufnahme der Bilder erfolgt hier grundsätzlich im RAW _ Format. so kann man nachträglich Kontrast und Farbe der Bilder nachjustieren.

Flachbettscanner mit Diaaufsatz:
Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Modelle, mit denen es möglich ist, Dias zu digitalisieren. Die Qualität ist in der Regel etwas besser, wie die der Duplikate, mit guten Scannern kann man auch Digitalbilder für Druckzwecke herstellen. Der Nachteil ist, dass der Scanvorgang bei den meisten Scannern relativ lange dauert.Mit Flachbettscannern lassen sich auch Negative, PPrints und Dokumente einscannen.

Diascanner:
Diascanner sind weitgehend vom Markt verschwunden. Hochwertige Diascanner, wie die Scanner von Nikon werden nicht mehr produziert und sind nur mehr auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Diese Scanner hatten den Vorteil, dass sie bereits eine sehr hohe Qualität boten und im Regelfall schneller waren als Flachbettscanner. Bei einigen Scannern gab es auch automatische Zufuhreinheiten, mit denen man bis zu 50 Dias am Stück scannen konnte. Die Diascanner der letzten Generation konnten mit sehr hoher Qualität aufwarten. Der letzte hochwertige Diascanner auf dem Markt ist der Flextight X5, der Scans liefert, die den Scans von Trommelscannern ebenbürtig sind. Mit Diascannern lassen sich natürlich auch Negative einscannen.

Trommelscanner:
Sie bildeten jahrelang die Königsklasse der Scanner. Die Dias oder Negative wurden dort auf eine Trommel aufgeklebt, die im Scanner rotierte. Die Manupulation der Bilder war sehr aufwändig und bei unsachgemässer Handhabung konnten die Bilder beschädigt oder gar zerstört werden. Trommelscanner waren sehr teuer, lieferten aber äusserts hochwertige Digitalbilder. Mittlerweile sind die Trommelscanner vom Markt verschwunden und wurden auch in den meisten Druckereien und Lithoanstalten ausgemustert.

Selber digitalisieren oder auslagern?

Selber digitalisieren erfordert die nötige Hardware und das nötige Wissen - und es kostet Zeit. Wer die Arbeit und Kosten nicht scheut, ist hier am besten beraten. Der Vorteil ist, dass man die Bilder nicht ausser Haus geben muss und die Scanarbeiten in der Freizeit durchführen kann. Daneben gibt es Dienstleister, die professionelle Scans anbieten. Die Arbeit erfolgt hier auf hochwertigen Scannern, die Bilder werden von erfahrenen Fachleuten gescannt.

Was mache ich mit den Dias nachdem sie gescannt wurden?

Dias und Negative sind unwiederbringliche Originale. Sie lassen sich gut archivieren und überdauern bei guter Lagerung Jahrzehnte. Entgegen vieler Unkenrufe bleibt die Qualität der Dias über einen sehr langen Zeitraum konstant. Bisweilen kommt es zu Farbverschiebungen oder verblassen der Bilder, aber selbst nach 50 oder mehr Jahren ist auf den Bilder immer noch etwas erkennbar. Im schlimmsten Fall kann man stark verblasste Dias wieder einscannen und nachbearbeiten.

Dienstleister für die Digitalisierung von Dias und Negativen:

www.cyberlab.at
www.scanprofi.at
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Kurt Dvoran aus Schwechat | 22.01.2018 | 15:51   Melden
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Wolfgang Simlinger aus Enns | 22.01.2018 | 15:54   Melden
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