29.05.2017, 10:52 Uhr

"Da raus kommt nie wer" - Werk X in Meidling

Harald Posch und Ali M. Abdullah

Seit nunmehr vier Jahren ist das Theater Werk X im ehemaligen Kabelwerk in Meidling in Betrieb. Das Beleben des Grätzels steht, neben den gesellschaftskritischen Theaterstücken, ebenfalls im Zentrum des Theaters.

„Was macht ihr am Arsch der Welt?“ oder „Da raus kommt nie wer.“ Das waren die Reaktionen einiger Kollegen, als Harald Posch und Ali M. Abdullah 2014 beschlossen haben mit ihrem Theater in den 12. Bezirk zu übersiedeln.

Nun, das Werk X beweist genau das Gegenteil. Nur eine U-Bahn Station vom Bahnhof Wien Meidling entfernt hat sich das Theater im ehemaligen Kabelwerk etabliert. Bei insgesamt 350 Sitzplätzen aufgeteilt auf zwei Säle besuchen jährlich etwa 28.000 Theaterbegeisterte das Werk X. Das liegt einerseits am preisgekrönten, gesellschaftskritischen Inszenierungen, aber auch an den Theaterstars, die im Werk X oft zu sehen sind. So haben Miriam Fussenegger, Christian Dolezal, Klaudia Kottal bereits im Werk X gespielt. Guido Tatarotti ist im Juni im „Schnitzel im Kontext“ zu Gast. Die Reihe „Schnitzel im Kontext“ ladet einmal im Monat in das Gasthaus am Spitz in die Meidlinger Gartensiedlung Esparsette ein. Das besondere Schmankerl: zu jedem Ticket gibt es ein Schnitzel dazu.


Harald Posch und Ali M. Abdullah, die beiden Intendanten des Hauses, arbeiten bereits seit 2009 zusammen. Angefangen hat alles mit der Garage X am Petersplatz im 1. Bezirk. Das Theater erfreute sich in kurzer Zeit zur großer Beliebtheit und wurde bald zu klein. Es folgte die Übersiedelung in das größere Haus in der Nähe der U6-Station Tscherttegasse. Die erste Theatersaison startete im Herbst 2014. Das Theater am Petersplatz, das Werk X Eldorado ist die zweite Spielstätte und wird noch immer genutzt.

Lebendige Kulturlandschaft

Die Räumlichkeiten des Theaters liegen in unmittelbarer Nähe zu der Nachbarschaft. Probleme gibt es keine, denn das Werk X ist bemüht, dass auch die Nachbarschaft eingebunden wird. So gibt es spezielle Vergünstigungen für Bewohner des Kabelwerks.
Den beiden Intendanten Posch und Abdullah ist es wichtig, dass ihr Theater auch für die Nachbarschaft einen Mehrwert bringt. So werden internationale Gäste etwa im Hotel im Grätzel untergebracht. Das Catering stammt ebenfalls aus der Nachbarschaft. „Wir sorgen nicht nur für eine lebendige Kulturlandschaft in Meidling, es ist auch ein wirtschaftlicher Faktor für die Gegend“, so Harald Posch.

Das Werk X fühlt sich sehr wohl in Meidling. Die Kollegen von damals hatten nicht Recht, das Theater „am Arsch der Welt“ ist ein Fixstern am Wiener Theaterhimmel.
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