29.09.2014, 15:13 Uhr

Kaiser Nitsch und seine Liebe zum Barock

In Mistelbach wurde eine Schau mit Werken des Museo Neapel eröffnet

MISTELBACH (up). Ich wollte einmal Kaiser des Weinviertels werden, das hab ich mir mittlerweile anders überlegt. Eigentlich bin ich überall zu Hause, meine Heimat ist der Kosmos." Hermann Nitsch enttäuschte bei der Eröffnung der Ausstellung "arena - werk aus dem werk" seine Fans nicht und sorgte mit seiner launigen, barocken - weil ausschweifenden - Rede für Heiterkeit.
Die Schau zeigt Werke des Museo Nitsch in Neapel, eine Stadt mit der sich Nitsch verbunden fühlt, denn: " Wir haben die katholische Tradition und die Tradition des Rausches gemeinsam."
Auch Landeshauptmann Erwin Pröll fand Gemeinsamkeiten mit Neapel und Sophia Loren: Sowohl die Loren als auch Pröll verdanken ihre Figur der italienischen Pasta, die beide so lieben. Der Eröffnungsabend geriet zum neapolitanischen Fest mit Mandolinen-Trio, Pizza und Campanischem Wein. Genüsse, die nicht nur dem Direktor des Museo Nitsch, Giuseppe Morra, sondern auch den österreichischen Gästen, unter ihnen der Künstler Erwin Wurm, MZM-Gründungsdirektor Wolfgang Denk, MZM-Direktor Michael Karrer, Bezirkshauptmann Gerhard Schütt, Bürgermeister Alfred Pohl, sein Amtsvorgänger Christan Resch und das Kunstsammlerehepaar Karlheinz und Agnes Essl.

Nachgeschenkt

Der Ring, das Lamm und andere Hürden

Unterhaltsam waren Moderation und Gesprächsrunden bei der Ausstellungseröffnung im Museumszentrum Mistelbach. Man kann es nicht anders sagen.
Die grundsätzlich souveräne Moderatorin stolperte ein bissl über die Namen der Ehrengäste und verwechselte bei der Übersetzung aus dem Neapolitanischen "Ring" mit "Lamm". Hermann Nitsch sprach minutenlang über sein Anti-Schleim-Medikament, das ihm seine Ehefrau Rita nachdrücklich verordnet und das er offenbar mit einem anderen Medikament verwechselt hatte. Die kleinen charmant überspielten Patzer und skurrilen Eigenheiten waren das Salz in der hochoffiziellen Vernissagen-Suppe.
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