Waldviertel-Gipfel zur ÖBB-Personenkasse in Gmünd
Unterschriften an ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Matthä übergeben

v.l.n.r.: Stadtrat Michael Bierbach, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä und Landtagsebgeordnete Margit Göll
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Eine Unterschriftenliste mit Petition zur Beibehaltung der ÖBB-Personenkasse Gmünd wurde übergeben.

GMÜND/WIEN. Am 21. Februar trafen die Pro Franz-Josefs-Bahn-Gründer Gerald Hohenbichler und Karl Marek gemeinsam mit Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Stadtrat Michael Bierbach und Landtagsabgeordnete Margit Göll in der Unternehmenszentrale der ÖBB auf Bahnchef DI Andreas Matthä. Konkretes Thema war die offensichtlich bevorstehende Schließung der Personenkasse am Bahnhof Gmünd NÖ. Sollte die Schließung wirklich kommen, würde damit die wichtigste Service-Stelle für BahnfahrerInnen im oberen Waldviertel verloren gehen. ÖBB Vorstandsvorsitzender Matthä übernahm die Unterschriftenlisten mit Petition zur Beibehaltung der Personenkasse. Im Anschluss folgte ein persönlich, sachlich-konstruktives Gespräch wo auch Verbesserungsvorschläge für die Franz-Josefs-Bahn über Fahrplan und Ausbau der Franz-Josefs-Bahn angesprochen wurden.

Bürgermeisterin Rosenmayer legte aus Sicht der Bezirks- und Grenzstadt Gmünd die überregionale Bedeutung der Personenkassa in Gmünd dar. Frau Landtagsabgeordnete Göll deponierte einige Fahrplanwünsche der Region bezüglich Beschleunigung und Nachverdichtung von Verbindungen.
Herr Matthä erklärte, dass der Weiterbestand der Personenkasse Gmünd aufgrund zu geringer Verkaufsumsätze nicht haltbar wäre. Man sei seitens der ÖBB jedoch „bemüht“, so Matthä, nach „Vertriebs- bzw. Vertragspartnern“ zu suchen. Dabei verwies er auf das Modell in Form eines Bahn-Stores, wie das bereits in den Bahnhöfe Hollabrunn, Mistelbach und Melk praktiziert wird, die auch die Fahrscheine für ÖBB/VOR verkaufen. Pro FJB-Initiator Gerald Hohenbichler thematisierte auch die kundenfreundlichen Öffnungszeiten der Personenkassa Gmünd. Angeregt wurde, dass auch die Möglichkeit von Service-Leistung für Dritte durch ÖBB-Personenkassa Gmünd als „SERVICE-Center“ zu erbringen überprüft werden sollte. Beispielsweise für das Sole Felsen-Bad Gmünd, das Moorheilbad Harbach oder ergänzend für das Tourismus-Büro der Stadt Gmünd zu agieren.

Wichtige regionale Wertschöpfung

Stadtrat Michael Bierbach in einer Stellungnahme: "Der Schalter in Gmünd ist wichtig für unseren Tourismus und eine große Wertschöpfung für die Region. Hier werden bei sehr guter Frequentierung viele Informationen über Verkehrsverbindungen und wichtige Tourismusauskünfte über die Region weitergegeben." Das Land NÖ, die Gemeinde Gmünd und die ÖBB versuchen eine gemeinsame Lösung über die Weiterfinanzierung zu finden. Für Landtagsabgeordnete Margit Göll gehen Schließungen und Abwanderungen der Bevölkerung miteinander einher: "Eine mögliche Schließung wäre für unsere Region nicht förderlich. Der Betrieb ist für heuer aber gesichert und auch für die weiteren Gespräche zeigt sie sich sehr zuversichtlich."

Angebots-Attraktivierung für die Region

Bei der Unterschriftenübergabe blieben die Pro FJB-Forderungen sowohl über die Ausbaupläne „VOLLAUSBAU FJB“ für durchgehend 160 Km/h und die gewünschte Einführung (Nachverdichtung) von Schnellverbindungen mit wenigen Halten in weiterer Durchbindung nach Budweis nicht unerwähnt. Auch der Hinweis auf die in Tschechien wieder eingeführten Schnellzüge Prag – Ceske Velenice seit Fahrplanwechsel wurde dargelegt und der Wunsch nach einer Ausdehnung nach Wien deponiert. Man wolle sich nicht „als Konkurrenzstrecke zum Hauptkorridor Wien-Brünn-Prag sehen“, so Hohenbichler, sondern die Franz-Josefs-Bahn als Ergänzungs- und Entlastungs-Strecke mit Angebots-Attraktivierung in die Region Südböhmen-Waldviertel positionieren. Bahnchef Matthä sprach hier von „Visionen, für die auch jemand zahlen muss“. Die Bahn ist bereit, aber unter der Bedingung gesetzlicher Verpflichtung zu Wirtschaftlichkeit gezwungen. Gerald Hohenbichler verwies statt „Vision“ auf die schon seit 30 Jahren existente faktenbasierende „Bahnstudie 1991 EB Wien-Prag“, was politisch und von Seiten der Bahn aber versäumt wurde. Damals wäre auch der finanzielle Aufteilungs-Schlüssel 20-40-40 (NÖ-Bund-EU) möglich gewesen, jedoch mangels Interesse aus Österreich wurde dies nicht umgesetzt. In der Gegenwart spüren wir die daraus entstandenen Folgen des stetig zunehmenden Straßenverkehrs und aus wirtschaftlicher Sicht fragwürdigen Projekten. Abschließend möchten wir allen Unterstützern unseren Dank aussprechen. Ein Dank gilt auch den Politikern und Politikerinnen und den Verantwortlichen der ÖBB die ihre Zeit zur Verfügung gestellt haben. 

Anmerkung: Im Vorfeld hatte die überparteiliche „Initiative Pro FJB“ 536 Unterschriften für den „Weiterbestand der Personenkassa Bahnhof Gmünd“ gesammelt. Diese Petition wurde auch von der Stadtgemeinde Gmünd mittels Gemeinderatsbeschluss unterstützt und bereits am 12. Dezember 2018 an den ÖBB-Regionalmanager ELSNER übergeben.

v.l.n.r.: Stadtrat Michael Bierbach, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä und Landtagsebgeordnete Margit Göll
Pro Franz-Josefs-Bahn-Gründer Gerald Hohenbichler und Karl Marek mit dem Vorstandsvorsitzenden der ÖBB Andreas Matthä (in der Bildmitte)
Autor:

Angelika Cenkowitz aus Gmünd

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