Es we(u)rde Licht!
Komödiantisch beeindruckende Premiere der „Komödie im Dunkeln“ des Theater Rum im FoRum
- Komödiantisch beeindruckende Premiere der „Komödie im Dunkeln“ des Theater Rum im FoRum.
- Foto: © Sarah Peischer-Prenn
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Corona-bedingt war es im Sommer nicht möglich, die geplante Produktion zu spielen. Dafür freute man sich letzten Freitag bei einer gelungenen Premiere umso mehr.
Ja, es wurde Licht – im doppelten Sinn. Einmal – endlich nach langem Warten wieder im Theatersaal – und einmal in der genialen Komödie des Briten Peter Shaffer. Aber vorerst war es einmal dunkel, ein Kurzschluss im ganzen Haus verdunkelte auch restlos die Wohnung des brotlosen Bildhauers Miller und verbarg so die leihweise Entlehnung wertvoller Möbel des verreisten wohlhabenden Nachbarn, mit welcher der Künstler den Vater seiner Freundin Carol beeindrucken wollte. Nach und nach stellen sich ohne taugliche Leuchtmittel diverse Besucher ein: die hilfesuchende Nachbarin Miss Furnival, der zu früh zurückgekehrte Nachbar Harrold, der gestrenge Vater Oberst Melkett, die vormalige Freundin Millers Clea, ein radebrechender Mitarbeiter des E-Werks und zu guter letzt der russische Kunstsammler und Millionär Goudunow. Wie soll man es aber schaffen, nun ohne Licht all die Turbulenzen, Missverständnisse und Verwicklungen darzustellen? Der Autor stellte mit einem genialen Plot alles auf den Kopf und kehrte die Lichtverhältnisse wie in einem optischen Palindrom um, sodass die Protagonisten im Hellen das Tappen im Dunkeln simulieren mussten.
Das bedeutet, nahezu 2 Stunden ohne Fehler, aber sicher nicht ohne blaue Flecken, durchzustehen. Die Spielleiter Laura Hammerle & Fabian Kametz (Assistenz Verena Kircher) haben die Rollen an die 5 Herren und 3 Damen treffsicher vergeben und den Akteuren damit genug schöpferischen Raum zugetraut, den alle ohne Ausnahme mit sichtlicher Spielfreude nutzten. Georg Mader als Brindsley Miller verwickelt sich köstlich hoffnungslos in seinem Lügennetz und verletzt damit seine Freundin Carol Melkett, von Marion Knapp trefflich als Heulsuse umgesetzt. Maria Knapp brilliert in ihrer Mutation von der seriösen Nachbarin zur lallenden Ginleiche, Martin Moritz kann dem gestrengen und whiskyfesten Colonel überzeugende Auftritte verschaffen, Dominik Kapferer glänzt wahrhaftig als (gefühlter) Publikumsliebling in seinem genial witzig ausgebauten Part als narzisstischer Nachbar und schwuler Freund des Bildhauers, Hansjörg Bertignoll kann knorrig und originell den Part des handwerklich überforderten, aber intellektuell überqualifizierten Monteurs Schupanski umsetzen, Theresa Kiechl verwandelt sich Schritt für Schritt mit origineller Dialektfärbung von der betrogenen Exfreundin Clea Punnet in die aktive Rächerin und Neo-Geliebte. Last not least – Engelbert Habicher, der gewichtig dem Millionär Goudonow Figur & Stimme leiht. Salha Fraidl besorgte einen gefällige Bühnen- und Kostümausstattung, Barbara Wanka sorgte liebevoll für Frisur & Maske. Eine herrlich vergnügliche Vorstellung, die mit Disziplin, Begabung und Hingabe glänzte und den herzlichen Applaus des Publikums verdiente. Gespielt wird, falls die gesetzlichen Vorgaben nicht geändert werden, bis zum 15. November.
Von Peter Teyml
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