11.06.2017, 20:01 Uhr

Wenn das Herz müde wird

Dr. Guy Friedrich und Prof. Dieter Zur Nedden

Mini Med Vortrag zum Thema: Herzschwäche erkennen und behandeln

INNSBRUCK (mr). Letzte Woche war Prof. Dr. Guy Friedrich von der Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin bei Mini-Med zu Gast und klärte über die neusten Erkenntnisse zum Thema auf. Moderiert wurde der Abend durch Prof. Dr. Dieter Zur Nedden, im Anschluss fand wie immer eine offene Fragestunde statt.
Von einer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz wird gesprochen, wenn das Herz nicht fähig ist, den Menschen mit ausreichend Blut zu versorgen. Dadurch ist man schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Kann der Körper die verminderte Funktion nicht mehr ausgleichen, kann es auch zu einer Dekompensation kommen. Es sind zudem zwei verschiedene Formen zu unterscheiden: Die Systolische Herzinsuffizienz (krankhaft verminderte Pumpfunktion) und die Diastolische Herzinsuffizienz (gestörte Füllung des Herzens).
Da das Herz selten mit Schmerz reagiert, werden Probleme oft zu spät entdeckt. Fast 80 % der Betroffenen hatten einen bis zur Diagnose unerkannten und daher natürlich unbehandelten Bluthochdruck. Herzschwäche entsteht meist als Folge anderer Erkrankungen, Minderdurchblutung des Herzens ist neben dem Bluthochdruck einer der häufigsten Ursachen, aber auch Herzrhythmusstörungen, angeborene Herzklappenschäden oder eine Erkrankung des Herzmuskels (durch z.B. genetische Veränderungen) können die Ursache sein. Zu den typischen Symptomen einer Herzschwäche gehören Wassereinlagerungen an Knöchel und Unterschenkel, muskuläre Schwäche, Müdigkeit und Atemnot. Herzschwäche ist zwar nicht heilbar - jedoch immer besser behandelbar!

Zum Thema:

Jede/r Fünfte über 65 leidet unter Herzschwäche. Bei über der Hälfte aller Betroffenen führt dies innerhalb von 5 Jahren zum Tod. Herzschwäche verursacht mehr Todesfälle als fortgeschrittene Krebserkrankungen, wie Darm- und Brustkrebs – plötzlicher Herzstillstand ist die häufigste Todesursache von Herzschwäche-PatientInnen. Reduzierte Leistungsfähigkeit, Atemnot bei körperlichen Belastungen, geschwollene Gliedmaßen aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen, Husten und Kurzatmigkeit: Die Herzschwäche ist auf dem Vormarsch und wird in ihrer Bedeutung meist unterschätzt.
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