Hightech für optimale Pisten

Bis zu 14 Tonnen schwer sind die Pistenbullys, die jede Nacht auf den Nassfeld-Pisten unterwegs sind
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  • hochgeladen von Hans Jost

NASSFELD (jost). Schnee ist das Element, von dem der Skisport lebt. Und beinahe wie „in alten Zeiten“ haben heuer erfreulicherweise bereits zu Beginn der Wintersaison mehrere passende Italien-Tiefs das Nassfeld mit der weißen Pracht reichlich ausgestattet.
Damit war ein optimaler Skibetrieb bereits während der Weihnachts- und Neujahrsferien gegeben.
Doch damit das wertvolle Weiß auch auf allen Pisten zwischen Gartnerkofel und Trogkofel auch bestmöglich verteilt wird, sind am Nassfeld täglich nach Ende des Skibetriebes etwa 20 Pistenbullys unterwegs, um die insgesamt 120 Kilometer Pisten für den nächsten Tag wieder optimal vorzubereiten.

Verantwortungsvoller Job

Die WOCHE war kürzlich vor Ort im Bergbahnen-Pistenbully „Prinoth Leitwolf 1“ als Beifahrer von Pisten-Chef Hubert Schmutzer dabei und konnte sich so von den verantwortungsvollen Tätigkeiten des Pistenbully-Teams überzeugen.
Aufgabe der Hightech-Maschinen ist es, die durch den täglichen Skibetrieb strapazierten Pistenprofile wieder mit einer gleichmässig starken Schnee-Schicht zu bedecken, also Buckel abzutragen, Mulden aufzufüllen und entsprechend zu verdichten. Das Schneematerial dafür finden die Bullyfahrer zum Teil an den Pistenrändern, aber auch aus Schnee-Depots, die zuvor laufend an neuralgischen Stellen von den zahlreichen Schneekanonen produziert und gelagert werden.
Durch ihre enorme Motorleistung von etwa 520 PS schaut das Hantieren mit den bis zu 14 Tonnen schweren Pistenbullys spielerisch aus, aber wenn man bedenkt, dass die Geräte bis zu fünf Meter breite Schneemengen auch bergwärts vor sich her schieben können, ist dieser Leistungsbedarf verständlich. Um mit dem Schnee möglichst sparsam umgehen zu können, sind die meisten Pistenbullys bereits GPS-gesteuert, damit die Dicke der Schneedecke unter den Raupenfahrzeugen möglichst einheitlich stark ist.
Schmutzer: „Ich mache diesen Job seit nunmehr 25 Jahren und kenne dadurch den Nassfeld-Winter bei jeder Witterung. Unsere Arbeit beginnt täglich um 17 Uhr und dauert bis gegen Mitternacht, manchmal aber auch länger. Das heisst, wir arbeiten also eigentlich immer in der Finsternis. Ebenso wie die Betreuer der Schneekanonen, die mit ihren flinken Ski-Doos permanent von Gerät zu Gerät unterwegs sind, um alle Einstellungen und Funktionen zu überprüfen. Jeder Pistenbully-Fahrer bearbeitet normalerweise die ihm zugewiesenen Pisten, aber es gibt aus logistischen Gründen auch sogenannte ‚Springer‘, damit zu jeder Zeit eine flächendeckende Pistenpräparierung gesichert ist.“

Appell an Skifahrer

Die meisten Pistenraupen – Stückpreis bis ca 500.000 Euro - sind mit Seilwinden-Technologie ausgestattet, damit auch all jene Pisten perfekt bearbeitet werden können, die eine bestimmte Steilheit aufweisen. Das kann man sich so vorstellen, dass es an passenden Stellen im Gelände entsprechende Anhängepunkte für die bis zu 1.000 Meter langen Seile gibt, das sind meist stabile Felsen.
Arbeitet das Pistengerät talwärts, spult sich das Seil synchron mit der Fahrgeschwindigkeit des Pistengerätes ab, und bergwärts hilft die hydrostatisch angetriebene Seilwinde durch Aufspulen entsprechend mit. Bildlich kann man sich diese Technologie also ähnlich wie beim Klettern und Abseilen im Fels vorstellen.
Bei näherem Hinschauen vor Ort versteht man allerdings auch die Sicherheits-Appelle, die von den Pistenbully-Fahrern an die Schifahrer immersieder ausgerufen werden. Schmutzer: „Bitte vermeiden Sie unbedingt das Befahren der Pisten bei Dunkelheit! Überall dort, wo seilgesicherte Pistenbullys arbeiten, besteht absolute Lebensgefahr! Nachts kann kein Schifahrer ein auf der Piste gespanntes, unbeleuchtetes Seil erkennen. Und Kollissionen mit Seilen haben meist fatale Folgen.“

Fotos: Hans Jost

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