Bezirksgericht Hernals
Eine Lehre von den Menschen und ihren Problemen
- Jennifer Täubl arbeitet seit 14 Jahren im Bezirksgericht Hernals - mit einer Lehre zur Verwaltungsassistentin hat alles begonnen.
- Foto: Ipirotis/MeinBezirk
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Im Bezirksgericht Hernals geht es täglich um die unterschiedlichsten Anliegen und Probleme der Menschen. Für Verwaltungsassistentin Jennifer Täubl gehört es seit 14 Jahren zu ihrem Berufsalltag, dabei den Überblick zu behalten und den Menschen weiterzuhelfen.
WIEN/HERNALS. „Wir sind nicht immer die Bösen“, scherzt Jennifer Täubl im Verhandlungsraum des Bezirksgerichts Hernals. Zuvor kam die Frage auf, ob viele hoffen würden, diese Räumlichkeiten in ihrem Leben nicht aufsuchen zu müssen.
Dass das Gebäude in der Kalvarienberggasse 31 jedoch noch viel mehr ist als nur der Austragungsort von Streitigkeiten, weiß die 29-jährige Verwaltungsassistentin am besten. Denn für sie ist die Justiz seit 14 Jahren ein Arbeitsplatz – ihren Anfang verdankt sie einer Lehre.
Eine Triage für Probleme
Als sie als Jugendliche die Stellenausschreibung der Lehrlingsstelle für Verwaltungsassistenten sah, ging es Jennifer Täubl an vorderster Stelle um eines: Jobsicherheit. Recht, Justiz und die Gesetze hätten sie damals zwar schon interessiert, aber die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz war die treibende Kraft.
- Das Bezirksgericht Hernals liegt in der Kalvarienberggasse 31.
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In der dreijährigen Lehre hat die heute 29-Jährige jedoch schon bald bemerkt, dass es weitaus mehr Anknüpfungspunkte für sie gab. „Ich mag den Umgang mit Menschen und bin sehr hilfsbereit“, erklärt sie. Wichtige Eigenschaften, denn als ausgebildete Verwaltungsassistentin ist sie meistens die erste Person, mit der Menschen in Kontakt kommen, wenn sie mit ihren Problemen zum Gericht kommen. Als Verwaltungsassistentin sei es ihre Aufgabe, diese Probleme richtig einzuordnen – gewissermaßen als Triage, scherzt Täubl.
„Wir sind die erste Anlaufstelle. Die Leute kommen mit ihrer Problematik oder mit ihren Anliegen, und wir ordnen dann zu, wo sie hingehören“, betont Täubl. Dann werden die Menschen zum Beispiel zur Abteilung für Familienrecht oder ins Zivilrecht weitergeleitet. Wissen die Personen hingegen gar nicht, welche Möglichkeiten sie haben, dann hilft Täubl ihnen auch dabei, zu erklären, welche Anträge sie stellen können.
Der Menschenkontakt im Vordergrund
Empathie, Kontaktfreudigkeit und Hilfsbereitschaft waren hierbei während der Lehrjahre besonders wichtig – Kernkompetenzen, die bis heute angewendet werden. Denn so müsse man laut Täubl erst einmal lernen, auch abschalten zu können „und die Probleme nicht mit nach Hause zu nehmen“. Denn so arbeitet die Verwaltungsassistentin tagtäglich mit Menschen, die mit „massiven Problemen“ zu ihnen kommen, weil sie „emotional sehr belastet“ seien. Man müsse dann wissen, wie man damit umgehen müsse. Aber: „Man lernt das erst mit der Zeit.“
Das ist aber schließlich auch der Grund, warum das Bezirksgericht Hernals kein trockener, langweiliger Arbeitsplatz ist, weiß Täubl. Denn durch die tagtägliche Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen wird es niemals langweilig. „Es gibt immer was zu tun“, schließt die Verwaltungsassistentin.
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