Hernalser Projekt gestoppt
Neugestaltung des Postsportareals ist abgesagt
- Das Postsport Viertel+ hätte Sport, Wohnen und Erholung vereinen sollen. Jetzt wurde das Projekt gestoppt.
- Foto: Post AG
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Paukenschlag bei der Neugestaltung des Postsportareals in Hernals! Die Post AG hat das geplante Projekt mit sofortiger Wirkung gestoppt. Wie es mit dem Areal rund um die Rosensteingasse weitergeht, ist ungewiss. Der Postsportverein hängt in der Luft.
WIEN/HERNALS. Der Post SV feierte erst 2019 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Rechtzeitig dazu hat die Post AG damals ein Konzept zur nötigen Neugestaltung des Areals präsentiert. Mit dem Postsport Viertel+ wollte man "Areal und Verein in eine neue Ära begleiten". Dazu wird es nicht kommen. Das Projekt wurde von der Post AG bereits im Dezember 2022 für "gestoppt" erklärt.
- Die Stadt Wien hat klare Vorgaben für die Umgestaltung des Postsportareals beschlossen. Für die Post AG wegen Unwirtschaftlichkeit nicht durchfürbar.
- Foto: Michael J. Payer
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Jahrelang wurde geplant, jetzt ist Schluss! In einem gemeinsamen Verständigungsprozess zur städtebaulichen Entwicklung am Postsportplatz kamen die Post AG und die Stadt Wien nicht zusammen. Wie die Post der BezirksZeitung mitteilt, ist eine "Umsetzung des Projekts unter den von der Stadt Wien skizzierten Bedingungen wirtschaftlich nicht darstellbar". Daher der sofortige Stopp.
Mietvertrag für den Postsportverein
Laut der Post sei man seit über fünf Jahren "in intensiven Abstimmungen". Man habe "die jeweils geforderten Schritte und Inhalte entsprechend antizipiert und schlussendlich den geforderten Anforderungen seitens der Stadt Wien entsprochen". Dazu wurde auch ein Mietvertrag mit dem Postsportverein abgeschlossen. Dieser stellt einen grundsätzlichen Weiterverbleib für bis zu fünf Jahre in der aktuellen Struktur sicher. Für Obmann Felix Weigel eine "spannende Situation": "Aus heutiger Sicht kann ich nicht beurteilen, was das für den Verein bedeutet", sagt er auf BezirksZeitung-Anfrage.
- Felix Weigel, Obmann Post SV (l.) kann die Folgen des Projektstopps "noch nicht einschätzen".
- Foto: POST AG/Lorenz Seidler
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Die Post begründet den Projekt-Stopp mit folgenden Zahlen: Für die gesicherte Sportnutzung über die erwähnten fünf Jahre hinaus, seien ermittelte Investitionen in die Sportflächen in der Höhe von 15 Millionen Euro notwendig. Diese Investitionen wurden von der Post in der im Verständigungsprozess dargestellten Variante zugesichert.
Weiters sollen von der Stadt Wien Grundstücksübereignungen im Ausmaß von zehn Millionen Euro gefordert worden sein. Die von der Post erwähnte "Unwirtschaftlichkeit" endet beim geforderten Anteil an gefördertem Wohnbau. Zwei Drittel der zu widmenden Bruttogrundfläche sollen diesem entsprechen. "Bei gleichzeitig hohen Investitionen für die Erhaltung der Sportflächen und die geforderten zusätzlichen Flächenabtretungen im öffentlichen Interesse machen dieses Vorhaben für die Österreichische Post AG unwirtschaftlich", lässt man wissen.
Stadt Wien bedauert Projekt-Stopp
Die Stadt Wien nimmt die Entscheidung "mit Bedauern zur Kenntnis". Der Umgang mit den allgemeinen Flächen (Grundstücksübereignungen) als zusätzliche Forderung, kann von der Stadt Wien "nicht nachvollzogen werden". Vielmehr habe man die Übernahme der Pflege und die Betreuung der Durchwegung und des Christine Nöstlinger-Parks als "Angebot" verstanden um die "Post von laufenden Kosten zu entlasten". Alternative Überlegungen seitens der Post AG seien nicht bekannt.
Für die Post stellt sich aktuell nur eine Entwicklung im Rahmen der bestehenden Widmung "als einzige wirtschaftlich vertretbare Variante" dar. Diese wolle man weiterverfolgen.
Bezirk kann Folgen nicht abschätzen
Für Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ) ist der Projekt-Stopp ein zweischneidiges Schwert: "Eine zusätzliche Verbauung hat positive und negative Auswirkungen. Auf der einen Seite gibt es neuen Wohnraum. Auch hätte es die Chance auf einen neuen Kindergarten, Arztpraxen und Nahversorger gegeben. Aus Sicht des Bezirkes muss man das so bewerten". Die Auswirkungen des "Nichtinvestierens" können man "noch nicht abschätzen".
- Zukunft Hernals: Angelika Schima (Einbringerin der Petition) (l.) und Regina Schönleitner beim Eingang zum Postsportplatz in Hernals.
- Foto: Schima/Schönleitner
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Die Initiative "Zukunft Hernals – Wir retten den Postsportplatz" hat bereits im Dezember 2019 eine Petition gegen "die Verbauung des Areals" gestartet. Mit der Nachricht der Absage des Projekts wurde Gründerin Angelika Schima überrascht. Im BezirksZeitung-Gespräch zeigte sich Schima erstaunt: "Da muss ich mich erst mal hinsetzen, weil ich es zum ersten Mal höre.“ Genau wie die meisten anderen.
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