Partei-Austritt und die Folgen der "Ibiza-Affäre"
"FPÖ-Kurzzeit-Chefin" Matiasek will die Partei zusammenhalten

Veronika Matiasek sieht ihre Aufgabe im "Zusammenhalten unseres Lagers".
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  • Veronika Matiasek sieht ihre Aufgabe im "Zusammenhalten unseres Lagers".
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FPÖ-Bezirksparteiobfrau Veronika Matiasek über Austritte und ihr Amt als "Kurzzeit-Chefin" in Wien.

HERNALS. Hinter der FPÖ liegen turbulente Tage, sowohl auf Bezirks-, Landes- als auch auf Bundesebene. Die "Ibiza-Affäre" hat und wird deutliche Spuren in Österreichs Politlandschaft hinterlassen. FPÖ-Hernals-Bezirksparteiobfrau Veronika Matiasek war mittendrin statt nur dabei: Bevor sie zwei Tage lang interimistisch die Führung der Wiener FPÖ übernehmen "durfte", gab es in ihrem Heimatbezirk einen weiteren Vorfall.

Bezirksrat Otto Jägersberger ist am 1. Mai aus der Partei ausgetreten (die bz hat berichtet). Inhaltliche Differenzen seit der Gemeinderatswahl 2015 sollen das politische Leben von Jägersberger erheblich beeinträchtigt haben. Die Wahl von Anita Mikulasek zur Bezirksparteiobfrau und Kurt Kossek zum Bezirksvorsteherin-Stellvertreter war für Jägersberger ein No-Go.

Zu wenig Beteiligung

Dass vor der Wahl noch Dietmar Hebenstreit und Ulrike Raich ganz oben auf der Liste gestanden sind, bestreitet Matiasek nicht. Dass es nach der Wahl zu einer Abstimmung gekommen und schlussendlich die Wahl auf Mikulasek und Kossek gefallen ist, erklärt die Bezirksparteiobfrau so: "Das hatte mit dem Wahlkampf und deren Verhalten zu tun. Die wenig intensive Beteiligung von Hebenstreit und Raich hat gegen sie gesprochen." Auch dass Matiasek Jägersberger zur Zustimmung bewegen wollte, streitet die Politikerin nicht ab: "Natürlich hat es Gespräche dazu gegeben."

Dieses Ereignis verschlechterte das Verhältnis zwischen der Hernalser FPÖ und dem Bezirksrat Jägersberger zusehends und gipfelte am 1. Mai in dessen Austritt. Sein Mandat auf Bezirksebene bleibt aufrecht, auch seine Funktionen als Vorsitzender-Stellvertreter und Mitglied der Kommissionen. Diesen Verlust nennt Matiasek schlichtweg "Schicksal" und zieht folgenden Vergleich: "Der grüne Klub hat sich schon zweimal gespalten. Das ändert nichts an den Inhalten unserer Arbeit."

Sorgen um den Bezirk kommen also keine auf. Der FPÖ-Kerngruppe in Hernals bescheinigt Matiasek "gute und engagierte Arbeit". Schließlich stehe in absehbarer Zeit eine Wien-Wahl bevor (Anm.: 2020). Die Arbeit müsse daher weitergehen.

Keine Führung

Weitergeht auch Matiaseks Arbeit auf Landesebene. Nach dem Skandalvideo von Ibiza ging ein wahres Erdbeben durch die Wiener FPÖ. Aufgrund des Rücktritts von Stadtchef Strache ist Veronika Matiasek kurzzeitig zur interimistischen Landesparteiobfrau aufgerückt. Mittlerweile hat die Agenden Dominik Nepp als designierter Landesparteiobmann übernommen.
Die öffentliche Diskussion über ihre Person kann Matiasek nicht nachvollziehen: "Das wurde völlig falsch dargestellt. Laut Statut habe ich als Landesparteiobmann-Stellvertreterin die interimistische Führung übernommen. Wir mussten handlungsfähig bleiben. Ich habe und hatte nie die Absicht, die Partei zu führen."

Die Aufgabe der 61-Jährigen liege vielmehr im "Zusammenhalten unseres Lagers". "Wir waren verärgert, traurig und geschockt, aber wir werfen die Partei und unser Programm jetzt nicht weg." Matiasek muss es wissen, schließlich war sie schon 2005 bei der Parteispaltung durch Jörg Haider dabei.

Veronika Matiasek sieht ihre Aufgabe im "Zusammenhalten unseres Lagers".
Veronika Matiasek
Autor:

Michael J. Payer aus Donaustadt

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