Grabensee: Der Kampf um das letzte Moor

Josef Rauschmeier entdeckte durch den typischen Schilfbewuchs bei Grabensee ein Flachmoor, das er schützen möchte.
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Ein pensionierter Biologielehrer und Naturschützer entdeckte bei Asperhofen ein Naturjuwel und will es schützen lassen.

ASPERHOFEN/NEULENGBACH (mh). Bei seiner Ausbildung zum Naturvermittler im Biosphärenpark Wienerwald entdeckte Josef Rauschmeier gemeinsam mit einem Freund oberhalb der Ortschaft Grabensee an der Gemeindegrenze zwischen Asperhofen und Neulengbach auf einer Wiese ein Flachmoor.

Naturdenkmal als Ziel
Seine Bemühungen, den einmaligen Landstrich unter Naturschutz zu stellen, scheiterten bisher am Widerstand des Grundeigentümers, doch nun will der pensionierte Hauptschullehrer ernst machen. "In diesem Feuchtlebensraum findet man wertvolle und äußert erhaltenswerte Pflanzen wie das Wollgras, die Kuckucks-Lichtnelke, die Bach-Kratzdistel und den Sumpfbaldrian", erklärt der begeisterte Umweltschützer. "In Österreich gibt es nur noch einen kleinen Rest von Feuchtgebieten. Ein Großteil wurde seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges systematisch zerstört um größere Agrarflächen zu schaffen", ärgert sich Rauschmeier. "Das sollte jetzt endlich vorbei sein, weil die Voraussetzungen haben sich grundlegend geändert." Der ehemalige Biologielehrer wird sich noch im Jänner an die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten wenden: "Mein Bestreben ist es, dass dieses Biotop zum Naturdenkmal erklärt wird. Dazu muss ich den Natursachverständigen überzeugen, dass dieses Gebiet schützenswert ist. Über Bezirk und Gemeinde kommen dann die Formalitäten bis zum Grundeigentümer in Gang."

Nahezu ausgerottet
Josef Rauschmeier befürchtet, dass eines der letzten naturbelassenen Moore Opfer von Trockenlegung und Düngung werden könnte, wenn er nun nicht schnell genug handelt: "Früher haben die Bauern solche feuchten Wiesen 'Ursprung' genannt und sich geärgert, wenn der Traktor stecken geblieben ist. Mit der amtlich angeordneten 'Drainagierung' wurden fast alle Feuchtgebiete kaputtgemacht und die typische Fauna und Flora nahezu ausgerottet". Der Umweltschützer hofft, dass die Gemeinde den Naturtourismus aufwertet: "Dann machen sie dem Grundeigentümer plausibel, dass durch diese zwei oder drei Ar sein Einkommen nicht geschmälert wird."

Zur Sache
Die Gefährdung von Mooren geht in erster Linie von Entwässerungen aus. Jede Form der Entwässerung hat dabei Einfluss auf die Funktionen und Artenzusammensetzungen der Moore. Die Erhaltung von Mooren bedarf keiner großen Maßnahmen. Überlässt man diese Lebensräume sich selbst, ist dies im Normalfall ausreichend.

Autor:

Michael Holzmann aus Wienerwald/Neulengbach

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