08.11.2016, 08:00 Uhr

Schwere Zeiten für Sparer

Obwohl sich das Sparen derzeit nicht rechnet, sparen die Österreicher im Durchschnitt 150 Euro pro Monat. Foto: Archiv

Zum Weltspartag kamen viele Kunden in die Banken, obwohl der Spargroschen keine Zinsen mehr bringt.

BEZIRK (ae). Der Weltspartag hat eine lange Tradition. Er wurde 1924 von 29 Ländern beschlossen, die damit das Bewusstsein zum Sparen und wieder Vertrauen ins Geld nach der Währungsreform 1923 ihren Bürgern näherbringen wollten.

Das Vertrauen in die Währung hat aber in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftsturbulenzen stark nachgelassen, ebenso wie der Ertrag beim Sparen. Die Zinsen, die es jetzt für Spareinlagen gibt, liegen meist unter der Inflationsrate, was einen Realverlust statt eines Zinsgewinnes bedeutet.

Trotzdem ist der Weltspartag für die Geldinstitute nach wie vor eine attraktive Zugnummer, wie Direktor Gerhard Dungl von der Raiffeisenbank Hollabrunn den Bezirksblättern sagte.

"Der Besuch war heuer wieder ausgesprochen gut. Es kamen sehr viele Kinder, die ihre Spardosen ausleerten, aber auch viele Jugendliche und Erwachsene, um sich zu informieren. Wir haben eine große Menge guter, informativer Gespräche geführt. Eingezahlt wurde natürlich unter den momentanen Bedingungen nicht mehr in dem Umfang wie früher, aber es ist wichtig, auch in der Null-Zins-Phase den Kindern und Jugendlichen den Spargedanken näher zu bringen."

Tatsächlich ist es derzeit so, dass Geld auf dem Sparbuch weniger statt mehr wird, wie die Bezirksblätter mit einem Rechenbeispiel belegen können: Wer zum Weltspartag 1.000 Euro auf ein Sparbuch gelegt hat, bekommt, wenn er es ein Jahr sperrt, maximal 0,375% Zinsen, was 3,75 Euro ergibt. Davon werden 94 Cent Kapitalertragssteuer (KEST) abgezogen, bleibt ein Ertrag von 2,81 und eine Gesamtsumme von 1.002,81.

Nachdem das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) für 2017 eine Inflationsrate von 1,8% voraussagt, verliert der Betrag am Sparbuch aber in einem Jahr 18 Euro an Kaufkraft, so dass real nach einem Jahr sparen von 1.000 Euro nur noch 984,81 übrig bleiben.

Ein Argument spricht aber immer noch für die Banken: In deren Tresoren ist der Spargroschen wesentlich sicherer aufgehoben als in der Zuckerdose oder unter dem Kopfpolster.
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