Kapelle als Liebesfalle:

„In dem Wasser muss ein Virus sein“, sieht ein Dorfbewohner die Gegebenheiten mit Humor.
KAINREITH (sch). Vom Jugendlichen bis zum Senior, in der Ortschaft tuscheln die Leute hinter vorgehaltener Hand: „Wie konnte sowas nur passieren?“
Am Samstag vor 14 Tagen hatte jemand auf die Kapellentür in Kainreith einen Zettel geklebt, „wo lauter böse Sachen gestanden sind“, wie ein älterer Dorfbewohner kopfschüttelnd zu berichten weiß. Der kleine Ort Kainreith ist eine Katastralgemeinde von Sigmundsherberg. Etwa 200 Einwohner bevölkern das Dorf ohne Geschäft, mit einem Wirtshaus und einer kleinen Kapelle in der Ortsmitte.
Diese Kapelle ist nun saniert. Vor zwei Jahren wurde außen alles renoviert, heuer folgte der Innenbereich, im August wurden die erfolgreich umgesetzten Bauarbeiten bei einer Feier zelebriert. Unentgeltlich hatten Dorfbewohner, knapp 20 Frauen und Männer, wie es sich gehört, ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt und gewerkt. Das miteinander Arbeiten und das danach gemütliche Zusammensitzen hatte aber außer der Kapellensanierung noch andere Folgen. Scheinbar kamen sich Menschen, die sonst im Alltag wenig miteinander zu tun haben, durch die gemeinsame Aufgabe näher. Die Kapelle ist fertig und sechs Ehen sollen ebenfalls beendet sein.
Mitfinanziert wurde übrigens vom Land NÖ. Nicht so günstig wirkt sich das auf die Schülerzahl aus. Fünf Kinder sollen nun der Volksschule in Sigmundsherberg abhanden kommen.
„Ja, der Liebesvirus im Wasser dürft im Nebendorf auch sein, denn dort sollen sich ohne Kapellensanierung sieben Ehen im Scheidungsstadium befinden“, meint unser Insider.
Auch in Lehndorf, Etzmannsreith, Nödersdorf und Raisdorf stehen Kapellensanierungen an. Eine geschiedene Mitvierzigerin freudig: „Da muss ich hin, vielleicht schaut für mich auch noch was raus.“
"Die Kapelle muss man touristisch vermarkten", meint ein amüsierter Profi.

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