Urteile?!
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aus “Gespräche mit Gott” von Neale Donald Walsch:
Ich gebe Urteile über meine eigene Seele ab?
STÄNDIG. ICH HABE dir gerade gezeigt, wie du dich dafür verurteilst, dass du sterben willst. Du verurteilst dich auch dafür, dass du leben willst - wirklich leben. Du verurteilst dich dafür, dass du lachen, weinen, gewinnen, verlieren, dass du Freude und Liebe erfahren willst, für Letzteres verurteilst du dich sogar ganz besonders.
Ist das wahr?
Irgendwie seid ihr mal auf die Idee verfallen, dass es gottgefällig sei, sich selbst Freude zu verwehren; dass es eine himmlische Tugend sei, das Leben nicht zu feiern. Selbstverleugnung, so habt ihr euch gesagt, heißt Gutsein.
Und du meinst, dass Selbstverleugnung schlecht ist?
Sie ist weder gut noch schlecht, sie ist einfach Selbstverleugnung.
Wenn du dich gut fühlst, nachdem du dir etwas verweigert hast, dann heißt das in eurer Welt, dass es etwas Gutes ist. Wenn du dich schlecht fühlst, dann heißt es, dass es etwas Schlechtes ist. Meist könnt ihr euch nicht entscheiden. Ihr verweigert euch dies oder jenes, weil ihr euch sagt, dass es sich so gehört. Dann sagt ihr, es war gut, dass ihr so gehandelt habt, wundert euch aber, dass ihr euch nicht gut fühlt.
Also müsst ihr als erstes aufhören, euch selbst zu verurteilen.
Bringt in Erfahrung, wonach eure Seele verlangt, und haltet euch daran. Richtet euch nach eurer Seele. Die Seele ist auf das höchste Gefühl der Liebe aus, das ihr euch vorstellen könnt.
Die vollkommene Liebe ist für das Gefühl das, was Weiß für die Farben ist.
Viele glauben, dass Weiß die Abwesenheit von Farbe sei.
Das Gegenteil ist der Fall: Weiß beinhaltet sämtliche Farben.
Es ist die Verbindung von allen anderen existierenden Farben.
Und so ist die Liebe auch nicht die Abwesenheit von Emotion ( Hass, Wut, sinnliche Begierde, Eifersucht, Gier), sondern die Summe aller Gefühle.
Die Gesamtsumme. Der Gesamtbetrag. Alles und jedes.
Die Seele muss also, um die vollkommene Liebe zu erfahren, jedes menschliche Gefühl durchleben.
Wie kann ich Mitgefühl für etwas empfinden, das ich nicht verstehe?
Wie kann ich jemandem für etwas vergeben, das ich nie selbst in mir erfahren habe?
Wie kann sie oben sein, wenn sie nie unten war, links, wenn sie nie rechts war? Wie kann sie warm sein, wenn sie nie das Kalte kennen lernte, gut, wenn sie das Böse verweigert? Ganz offensichtlich kann die Seele keine Wahl für irgend etwas treffen, wenn es nichts zu wählen gibt...
Ihr begeht noch etwas Schlimmeres als nur zu verurteilen:
Ihr trachtet danach, dem, was ihr nicht wählt, Schaden zuzufügen.
Ihr seid bestrebt, es zu zerstören.
Ihr attackiert eine Person, einen Ort, eine Sache, mit der ihr nicht übereinstimmt. Eine Religion, die sich nicht mit der euren vereinbaren lässt, erklärt ihr für falsch. Einen Gedanken, der dem euren widerspricht, macht ihr lächerlich.
Eine Idee, die nicht die eure ist, lehnt ihr ab.
Und damit begeht ihr einen Fehler, denn so erschafft ihr nur die Hälfte eines Universums.
Und ihr könnt noch nicht einmal eure Hälfte verstehen, wenn ihr die andere Hälfte einfach so in Bausch und Bogen ablehnt...
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