29.09.2014, 08:57 Uhr

Der wahre Freund

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Der wahre Freund weist uns auf unsere Fehler hin,
der falsche weist die anderen darauf hin.


(C. J. Wijnaendts Francken)


Jesus kann so ein “wahrer Freund” sein!

Ausschnitte aus "Zweimal Tausend Jahre..."

"Was du uns sagst, Rabbi, tut uns weh.
Du nimmst uns jede Hoffnung, die Welt zu verändern."

"Aber denkst du etwa, ich will vor allem diese Welt verändern?
Dich möchte ich verändern, dich und euch alle.

Mich interessiert nur das, was in euch ist... Und meine Aufgabe ist es, jede Hoffnung zu zerstören, die außerhalb dieses 'Was-in-euch-ist' entstehen kann.
Ich werde immer versuchen, die Bande, die euch begrenzen, zu zerschneiden... aber diese hinderlichen Bande sind euch sehr oft wesentlich angenehmer als alle anderen. Zu sehr seid ihr darauf aus, gleichzeitig zu pflanzen und zu säen, und zwar nicht so sehr des Ernten wegens, sondern vor allem, um laut verkünden zu können, dass ihr zu denen zählt, die gepflanzt haben... Ich habe dich, Esther, und einige andere angeschaut, während die Sonne den See noch kaum in Farbe getaucht hatte. Und in eurem Blick und in eurer Kopfhaltung las ich so etwas wie einen Bruch..."

"Einen Bruch?"

"Ja, einen Bruch mit denen dort unten... mit denen aus Tiberias, aus Kapernaum und von überall. Ihr gehört zu denen da unten. Alle die, die ich rufe und die ich rufen werde, bleiben die von dort unten. Dies ist ihre erste Würde, eine Würde, die sich mit dem Vergessen verliert. Ich lehre euch eine Bescheidenheit, die nichts mit Kleinheit zu tun hat. Wenn ihr diesen Sinn nicht versteht, werdet ihr wirklich klein werden, weil ihr euch als groß anseht, als etwas anderes als die anderen und bereits in der Lage, an meiner Seite zu ernten...



"Der Rahmen von all diesem ist bereits innerhalb der Menschheit abgesteckt. Meine Worte können nicht nur kein Jota daran ändern, sie selbst sind es, die dies hervorbringen... Siehst Du, Levi, es gibt Worte, die ausgesprochen werden, und Worte, die empfangen werden. Es gibt das Licht, das den Menschen geschenkt wird, die Klarheit, die diese daraus entwickeln, und das Halbdunkel, dass diese selbst schaffen.
Wenn ich von 'Liebe' spreche, verstehst Du 'besitzen', und wenn ich von 'geben' spreche, verstehst du 'feilschen'.
Die kommenden Jahrhunderte werden für euch eine Schule sein, während ihr euch bereits als die Herren anseht. Ihr glaubt, Geschichte zu schreiben, aber in Wirklichkeit schreibt diese euch. Ich sage euch, die Menschen dieser Erde werden immer weiter an Babylon bauen. Und hierzu stützen sie sich auf meine Worte. Babylon wird euch also bis zu dem Zeitpunkt eine Lehre sein, an dem es sich selbst aufgrund seiner eigenen Falschheit erschöpft haben wird; ihr werdet es leid sein, Lügen zu leben und zu benutzen. Ihr werdet euch dann an den Tag erinnern, an dem ich von der Brücke in euch sprach, das heißt von dem Augenblick der Wahrheit."

"Aber was ist genau Babylon, Rabbi?" wollte einer aus unserem Kreis wissen.

"Babylon... Babylon ist gleichzeitig Herr und Sklave... Irrtum und die Lehre dieses Irrtums. Es ist die Trennung und die wunderbare Lektion von dieser Trennung. Babylon ist keineswegs ein geographischer Ort auf dieser Erde, meine Freunde, sondern ein Zustand eurer Seele. Ein Zustand der Verwirrung, in dem der Hochmut stärker ist als der Stolz, in dem die Gewalt die Macht erstickt und die Tyrannei sich des Mantels der Freiheit bemächtigt. Babylon ist das menschliche Herz, das nicht zu wählen weiß und das noch nicht genug gelitten hat, um sein eigenes Sein und seine eigene Schönheit zu erkennen. Babylon ist schließlich alles, was nichts mit der Ewigkeit zu tun hat, ist alles, was sich das unerreichbare Licht aneignen will, indem es die Worte meines Vaters lähmt...

"Ich sage euch, es wird gewiss Menschen geben, die mein Dasein verneinen werden und damit auch die Macht des Vaters, die durch mich wirkt... und diese haben oft recht gemäß der Logik ihres Herzens... aber es wird auch andere geben, die mich lobpreisen und doch ihre eigene Kirche erbauen werden unter dem Vorwand, sie mir zu weihen. Diese handeln dann gemäß der Logik von Babylon. Die Macht, die in mir ist, will weder eine Kirche noch einen Thron, den menschliche Augen begehren könnten. Denn das, was in mir wohnt, ist auch bereits voll und ganz in jedem von euch. Mein Herz schlägt für alle Ewigkeit in eurer Brust... Es braucht weder Regeln noch Prunk. Versteht ihr das?
Ich sehe eine unendliche Menschenmenge, wie eine unendliche Abfolge von Seelen; sie geht von einer Epoche zur anderen und lässt meinen Atem im Herzen einer Wahrheit erstarren. Ich sehe, wie sich die Pforten des Herzens dieser Menge mehr schließen, als sich zu öffnen und alles in sich aufzunehmen. Ich sehe endlich, wie ihre Hände sich an jedem Geschehen festklammern, statt dieses zu beruhigen und zu heilen. Die Furcht, etwas nicht zu beherrschen, die Angst vor dem Verlieren..."

"Findet zu euch selbst, meine Freunde! Ihr könnt mich nur erkennen, wenn ihr zu euch selbst findet..."


"Und dann, sag mir... wer unter euch und unter all den vielen Menschen besitzt genügend Weisheit, um mit Gewissheit sagen zu können, dies ist ein Irrtum und dies keiner?  Wer von euch befindet sich ständig so hoch auf dem Berg, um alle Kurven und Schleifen der Wege zu beobachten, die sich an ihm entlangziehen, und außerdem noch den Horizont, an dem alle diese Wege schließlich enden? Niemand, meine Freunde.

Der Ewige hat für jeden einen Weg und einen Plan vorgesehen. Und die Wahrheit des einen kann sogar das Vorgehen des anderen stören."

"Aber was sollen wir dann tun, Meister?" fragte Esther,

"Frage mich besser, wie ihr sein sollt! In der Tat versuche so zu sein, wie du in Wirklichkeit im Inneren deines Herzens bist, Esther! Ich möchte damit sagen... stehe über den Reflexen, die man dir angeeignet hat, über den Prinzipien und dem Räderwerk der Welt, die deinen Körper genährt haben... denn diese Welt hat oft nur die Maske genährt und die Seele in ihrem Aufschwung dagegen gebremst. Schau hinter das Flittergold der Priester und all derer, die nach eigenem Gutdünken menschliche Moralbegriffe und Moralregeln auf- und wieder abbauen.
Entferne und befreie Dich von der Faszination, die diese Menschen auf die Welt ausüben.
Erinnere dich stets an folgendes: Solange du mich in dir nicht erkannt hast, wirst du beherrscht, beherrscht von Dogmen, kleine Schwester... Und diese Dogmen sind so zahlreich, so subtil, dass man sie in der Regel gar nicht mehr wahrnimmt..."
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Elisabeth Staudinger aus Vöcklabruck | 30.09.2014 | 07:51   Melden
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Rosmarie Kohlmann aus Jennersdorf | 01.10.2014 | 05:34   Melden
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Calla Strunz aus Hollabrunn | 06.10.2014 | 22:27   Melden
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