Wirtschaftsministerin Schramböck
Warum die Verlängerung der Kurzarbeit wichtig ist

Das neue Kurzarbeitsmodell bietet den Unternehmen Flexibilität hinsichtlich der Kapazitäten. Mithilfe der  Investitionsprämie von 14 Prozent wird zudem die Planungssicherheit sichergestellt, so Schramböck.
  • Das neue Kurzarbeitsmodell bietet den Unternehmen Flexibilität hinsichtlich der Kapazitäten. Mithilfe der Investitionsprämie von 14 Prozent wird zudem die Planungssicherheit sichergestellt, so Schramböck.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Adrian Langer

Gestern hat die türkis-grüne Regierung das Corona-Kurzarbeitsmodell bis Ende März 2021 verlängert, wie meinbezirk berichtete. Neu sind die Änderungen bei der Arbeitszeit, sowohl die Mindest-, als auch die höchstarbeitszeit wurde angepasst. Kritik kommt von unterschiedlichen Seiten. Warum das neue Modell für Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) so wichtig ist, verrät sie im Gespräch mit den Regionalmedien.

ÖSTERREICH. Am Ende kommt die von Wirtschaftsvertretern geforderte Weiterbildungspflicht doch nicht. Bei der Vorstellung des neuen Modells sprach man von einer "Weiterbildungsbereitschaft". Mitarbeiter müssen bereit sein, in der Kurzarbeitszeit eine Weiterbildung zu machen, wenn das vom Unternehmen angeboten wird. Für kleine Betriebe sollen neue Angebote zur Weiterbildung in Kooperation mit dem AMS erstellt werden. "Dafür stehen Mittel zur Verfügung", so Schramböck. Sie appelliert an Mitarbeiter, diese Chance zu nutzen, denn "jetzt ist die Zeit sich weiterzubilden". So eine Chance käme selten. Sollten Mitarbeiter kurzfristig wieder im Betrieb gebraucht werden, sollen sie laut Bundesregierung Anspruch darauf haben, die Ausbildung innerhalb von 18 Monaten nachzuholen.

Schrammböck erwartet für die nächsten Monate gewisse Wellenbewegungen im Hinblick auf die Beschäftigungszahlen. Manche Unternehmen konnten bis zum Sommer Aufträge abarbeiten und mussten deshalb keine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. "Die schwierige wirtschaftliche Lage in den USA und Südamerika trifft nun auch solche heimische Firmen." Dort herrsche nun Auftragsflaute. Vor diesem Hintergrund ist dieses Kurzarbeitsmodell für den Standort so wichtig. Zudem würde es vor allem jenen Branchen helfen, die die Krise noch nicht überstanden haben, erklärte die Ministerin. 

Im Rahmen des Modells soll auch eine Arbeitsstiftung ab Herbst die Arbeitnehmer bei der Weiterqualifizierung und Umschulung unterstützen. Man investiere darin bis zu 700 Millionen Euro, so Schramböck. Bis zu 100.000 Menschen sollen davon profitieren. 

Planungssicherheit muss über März hinausgehen

Die Oppositionsparteien SPÖ und FPÖ begrüßten die Verlängerung der Kurzarbeit. SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch hätte sich von der Regierung aber noch ein flexibleres Modell und eine Verlängerung über Ende März 2021 hinaus gewünscht. Für die Österreichische Hoteliervereinigung ist die Verlängerung zu wenig:  „Planungssicherheit schaut anders aus. Sechs Monate greifen vor allem für die Stadthotellerie viel zu kurz. Da braucht es mindestens das Doppelte“, so Obmann Markus Gratzer.

FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer mahnte, die finanziellen Folgen der Kurzarbeit für den Staatshaushalt nicht aus den Augen zu verlieren. Die Kurzarbeit "als mildtätige Spende der Regierung" darzustellen, sei "nicht angebracht." Die Kurzarbeit müsse von den Steuerzahlern finanziert werden, so Hofer. Die Industriellenvereinigung ist mit dem neuen Modell zufrieden. "Es ist eine praxistaugliche Lösung gelungen. Das sollte uns ausreichend Spielraum geben, um die Herausforderungen gut zu bewältigen“, so Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung. Der Thinktank Agenda Austria warnte vor einer Überbeanspruchung des Modells. „Die Kurzarbeit ist ein bewährtes Mittel für plötzliche Krisen. Für den Corona-Schock hat sie gut gepasst. Jede Verlängerung mindert aber den positiven Effekt. Eine Übergangslösung darf nicht zum dauerhaften Instrument werden“, so Franz Schellhorn, Direktor von Agenda Austria.

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