06.09.2016, 14:37 Uhr

"Tanzspaziergang": Das ganze Museum als Bühne

Ein Vorgeschmack auf die Beweglichkeit der Tänzerinnen und Tänzer im Garten des Volkskundemuseum. (Foto: Ritzer)

Mehr als nur zuschauen: Der "Tanzspaziergang" wird im September in der Josefstadt uraufgeführt und bewegt Tänzer und Publikum gleichermaßen.

JOSEFSTADT. Mit einer Tanzvorführung assoziiert man ja vor allem eines: Menschen, die sich auf einer Bühne bewegen und ihren Zuschauern akrobatische Abläufe vorführen. Das Publikum muss dabei nicht viel mehr machen als zuschauen. Nicht so beim "Tanzspaziergang", der am 16. und 17. September im Wiener Volkskundemuseum in der Josefstadt aufgeführt wird.

"Wir wollten ein Tanzstück kreieren, bei dem die Menschen nicht statisch auf die Bühne schauen, sondern den Tanz hautnah miterleben", so Kathrin Zurek, Agnes Smazinka und Flow Pizana. Sie alle sind professionelle Tänzerinnen und Tänzer, die langjährige Erfahrung in der Tanzszene haben. "Wir haben schon überall getanzt für den ORF, beim Amadeus Award, beim Life Ball und, und, und" – die Aufzählung ließe sich noch lange fortführen.

Mit dem "Tanzspaziergang" realisieren sie nun ihr erstes eigenes Stück. "Wir wollten uns einmal nicht den Vorgaben anderer anpassen, sondern wirklich unsere eigenen Ideen umsetzen", erklären die drei. Dafür haben sie eigens den Kulturverein "Unify" gegründet. Dort kommen nicht nur Tänzer, sondern Menschen aus unterschiedlichen künstlerischen Professionen zusammen. So wird neben den Tänzern auch eine Darstellerin durch den Abend begleiten.

Gemeinsam wird die Geschichte von Dasolo, einem Außenseiter, der nirgendwo so richtig dazugehört, erzählt und getanzt. Eigentlich stört es ihn nicht, ein Einzelgänger zu sein, denn er ist lieber alleine, als sich in die Normen einer Gruppe hineinzuzwängen. Denn dazu gehört es auch, andere auszuschließen. Doch Dasolo gerät in einen Zwiespalt. Er merkt nämlich, dass ihn die Einsamkeit langsam auffrisst.

Erste Eigenproduktion

Von der Geschichte, die der "Tanzspaziergang" erzählt, über die Choreografie bis hin zur Finanzierung haben sie alles selbst auf die Beine gestellt – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn beim "Tanzspaziergang" wird nicht stillgestanden. Sowohl die Tänzer als auch die Zuschauer bleiben in Bewegung. Denn es gibt keine fixe Bühne und auch keine fixen Sitzplätze. Tänzer und Publikum bewegen sich gemeinsam von Raum zu Raum durch das Volkskundemuseum. Das ist auch für Zurek, Pizana und Smazinka eine Herausforderung: "Wir können natürlich nicht voraussehen, wo sich die Leute hinstellen und wie sich uns der Raum dann präsentiert. Da müssen wir spontan sein", erklären sie. Natürlich gebe es eine Choreografie stehen die Leute aber "im Weg", müsse eben Plan B oder auch Plan C zum Einsatz kommen.

Ob das Publikum nicht eher davon abgeschreckt ist, Teil der Vorstellung zu sein? "Natürlich ist es einfacher, nur zu sitzen und zuzuschauen. Aber genau das wollten wir nicht, wir wollten Bewegung in das Stück bringen, auch beim Publikum", so Zurek. Und die Menschen müssten ohnehin keine Angst haben, denn niemand werde mittanzen müssen oder in den Mittelpunkt gezerrt. Insgesamt werden acht Leute den Abend gestalten. Unterschiedliche Tänzer aus unterschiedlichen Stilen zusammenzubringen, war ihnen ein besonderes Anliegen.

Karten und Info

Am 16. und 17. September wird um 19.30 Uhr der "Tanzspaziergang" im Volkskundemuseum in der Josefstadt uraufgeführt. Tickets kosten regulär 29 Euro, ermäßigt 25 Euro. Erhältlich unter www.unify.co.at
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