„Grenze trotzdem Barriere“

Johannes Dullnig steht dem Bezirkspolizeikommando Klagenfurt Land vor
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Johannes Dullnig steht dem Bezirkspolizeikommando Klagenfurt Land vor. Im WOCHE-Interview spricht er über das „Phänomen Grenznähe“, die Suchtgiftproblematik und die Herbst-Schwerpunktaktionen.

WOCHE: Welche polizeilichen Schwerpunkte bringt der Bezirk mit sich?
DULLNIG: Wir sind ein Tourismusbezirk, weshalb uns im Sommer vor allem die Veranstaltungen verkehrspolizeilich beschäftigen. Außerdem gibt es das Phänomen Grenznähe. Trotz guter Kontakte zur slowenischen Polizei ist die Grenze eine Barriere. Täter aus dem slowenischen Bereich gibt es häufig, z.B. in den Bereichen Einbruch, Diebstahl und Suchtgift.

Spielt die Autobahn eine große Rolle?
Verkehrstechnisch weniger, aber sie bringt Kriminalität mit sich. Im Nahbereich zur Autobahn gibt es Probleme mit Betrügereien bei Tankstellen, mit Einbruch etc. Wir haben allerdings Programme entwickelt, um dies einzudämmen.

Bezirkshauptmann Johannes Leitner sprach von Schwerpunktaktionen zu Suchtgift bei Fahrzeuglenkern, weil es angeblich Auffälligkeiten gab.
Wir hatten eine Suchtgiftermittlungsgruppe, es wurde mehr kontrolliert. Das Problem ist derzeit noch die Nachweisbarkeit. Das Ministerium arbeitet aber an besseren Möglichkeiten, Suchtgiftkonsum nachzuweisen. In erster Linie sprechen wir hier von Cannabis und Ecstasy. Mir fällt auf, dass die Leute, die das konsumieren, erstaunliches Vertrauen in die Produkte haben.

Und im Alkoholbereich?
Hier bemerken wir positive Tendenzen – einerseits sicher durch die strengeren Strafen, andererseits durch die verstärkten Kontrollen. Immer mehr Leute lassen sich heimbringen.

Welche Schwerpunktaktionen sind in nächster Zeit geplant?
Im Herbst achten wir vermehrt auf die Beleuchtung der Fahrzeuge und die Schulwegsicherung ist wieder Thema.

Gab es in letzter Zeit eine Anhäufung bestimmter Delikte?
Nichts Auffälliges. Schwerkriminalität ist bei uns Gott sei Dank selten. Anfang des Sommers hatten wir eine Einbrecherbande im Bereich Grafenstein und Ebenthal. Da ging es um Firmeneinbrüche, auch Lebensmittel, Geld und Schmuck wurden entwendet. Hier ist die Aufklärung schwierig, da es sich häufig um reisende Profibanden handelt. In Ballungsräumen wie Ferlach kommt Vandalismus häufiger vor. Jetzt kommt wieder die Zeit der Dämmerungseinbrüche. Da ist es wichtig, dass die Bevölkerung sensibilisiert ist. Lieber ein Anruf zu viel als zu wenig.

Spüren Sie den Mangel an Polizeibeamten?
Natürlich sind von unseren 125 systemisierten Beamten nicht immer alle verfügbar – durch Krankheit oder andere Verwendungen. Aber in Summe ist das ausreichend. Es hilft uns der gute Kontakt zur Bevölkerung.

Was halten Sie davon, dass Gemeinden bald wieder Radarkontrollen durchführen dürfen?
Ich begrüße jede Maßnahme, die das Ziel hat, dass Gesetze eingehalten werden. Ich bin dagegen, wenn solche Maßnahmen missbraucht werden, um das Budget aufzubessern.

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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