Parkplätze
Villach überlegt "Gratisparken" ab Freitagmittag - und Klagenfurt?

Seit 6. Februar 2017 hat Klagenfurt eine neue Verordnung der Kurzparkzonengebühr. Der "Am Wochenende Gratis-Parken"-Vorstoß aus Villach ist für die Klagenfurter Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz aus mehreren Gründen keine Option.
  • Seit 6. Februar 2017 hat Klagenfurt eine neue Verordnung der Kurzparkzonengebühr. Der "Am Wochenende Gratis-Parken"-Vorstoß aus Villach ist für die Klagenfurter Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz aus mehreren Gründen keine Option.
  • Foto: Stadtpresse/Bauer
  • hochgeladen von Verena Polzer

Villachs Bürgermeister Günther Albel will mit Gratis-Parken ab Freitagmittag Innenstadthandel stärken. In Klagenfurt ist das für Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz kein Thema. Warum, erklärt sie der WOCHE. 

KLAGENFURT, VILLACH (vep). Als weitere Maßnahme zur Stärkung der Innenstadt will Bürgermeister Günther Albel nun am Wochenende in der Innenstadt das Gratis-Parken einführen. Ab Freitag, 12 Uhr, sollen in Villachs Innenstadt keine Gebühren mehr anfallen. „Ich werde dem Gemeinderat den Vorschlag unterbreiten", so Albel. Er hoffe auf eine breite Zustimmung durch die Mandatare. „Unser Motto lautet: Hoch die Hände, Wochenende! Shopping in the City.“
Regionaler Handel statt Amazon – das müsse das Ziel sein, sagt Albel. Gerade am Freitagnachmittag und Samstag, wenn viele Menschen Zeit für Einkäufe haben, soll es keine Hemmnisse mehr in der Villacher Innenstadt geben. Albel will die Initiative vorerst bis zum Jahresende beschränken, danach sollen ihre Auswirkungen bewertet werden.

Auch in Klagenfurt denkbar?

Eine Option auch für Klagenfurt? Die WOCHE hat bei Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz nachgefragt. Sie sagt dazu: "Eine Abänderung der vor zwei Jahren eingeführten einheitlichen Parkgebührenverordnung für das Stadtgebiet oder die Aufhebung der Parkgebühren ab Freitag 12 Uhr ist nicht geplant."
Vor allem das 30-Minuten Gratisparken habe zu einer Frequenzsteigerung in der Innenstadt geführt. Mit der Einführung der „Grünen Zone“ im November 2017 wäre zudem ein kostengünstiges Angebot für Langzeitparker geschaffen worden. "Diese beiden Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass die durchschnittliche Standdauer pro Fahrzeug verringert hat, man daher leichter einen freien Parkplatz im Zentrum findet und damit der Wirtschaftsstandort besser erreichbar wird", so Mathiaschitz weiter.
Ein weiterer Unterschied zu Villach bestehe darin, dass sich das Klagenfurter EKZ City Arkaden im Gegensatz zum Atrio in Villach direkt in der Innenstadt befindet.

Wirtschaftskammer: "Wenn, dann ganzheitlich und sachlich diskutieren"

Die Bezirksstelle Klagenfurt der Wirtschaftskammer Kärnten begrüßt Maßnahmen, die zur Frequenzerhöhung und Attraktivität der Klagenfurter Innenstadt beitragen. "Gratisparken ab Freitagmittag könnte auch für Klagenfurt denkbar sein", sagt Bezirksstellenleiter Wolfgang Kuttnig. Man sollte aber Ergebnisse aus Villach abwarten. Denn: "Wir warnen vor unkoordinierten Einzelmaßnahmen. Verkehr muss stets gesamtheitlich betrachtet werden und mit Stadtplanung und -entwicklung einhergehen."

Denn die Frage sei bei solchen Maßnahmen auch stets, ob nicht Mitarbeiter und Dauerparker die Kapazitäten nutzen würden und die aktuelle doch sehr transparente Parklösung negativ beeinflussen würde. "Diese gewährleistet derzeit für Kunden zumindest einen Parkplatz in unmittelbarer Nähre zum Geschäft", so Kuttnig.

Frey: "Villachs Idee ist kontraproduktiv" 

Klgenfurts Umwelt- und Mobilitätsstadtrat Frank Frey hält den Vorstoß "des Villacher Bürgermeisters für kontraproduktiv. Erstens findet man jetzt schon in Villach am Freitag und Samstag in der Innenstadt keine freien Parkplätze, trotz der Gebühren. Und zweitens werden durch die Gebührenbefreiung nur die Dauerparker angelockt, während die Gebührenpflicht für eine höhere Fluktuation sorgt, also in erster Linie von Einkaufenden entrichtet wird."
Aus grüner Sicht gehören Fußgängerzonen erweitert, das Angebot für die Radfahrer verbessert und die Menschen zum Benutzen der Öffis motiviert. Es gebe Untersuchungen aus anderen Städten, dass Radfahrer den Geschäften eine wesentlich höhere Frequenz bringen würden, als Autofahrer, betont Frey.

"Ist weitere Maßnahme zur Stärkung der Villacher Innenstadt"

Hintergrund: Bekanntlich kämpft Villachs Innenstadt mit Leerständen und Umsatzrückgängen, nun gibt es laut Albel aber erfreuliches: Die jährliche Leerstands-Analyse der Wiener Agentur „Standort + Markt“ weist der City einen Rückgang der vermietbaren Leerflächen von 18 auf 12 Prozent aus. Auch die Konjunkturumfrage der WK bekräftigt den Aufwärtstrend: 55 Prozent der Villacher Unternehmer verzeichneten im Vorjahr ein Umsatzplus, nur 18 Prozent mussten Rückgänge hinnehmen.

Der nunmehrige Vorstoß, Gratis-Parken am Wochenende, sollVillachs Innenstadt weiter stärken. In Albels "Kraftpaket" zur Stärkung der Innenstadt wurde bereits ein Widmungsstopp am Stadtrand für neue Bauvorhaben umgesetzt, zudem wurde im Stadtmarketing ein eigener Freiflächenmanager angestellt.

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