04.04.2017, 15:22 Uhr

Frühjahrsblumen mal anders bei Flowery Field

Christian Hörterer berät bei Flowery Fields in Klagenfurt rund um die Pflege der Hanf-Zierpflanzen (Foto: Polzer)

Bei Flowery Field in Klagenfurt erhält man Blumendeko der etwas anderen Art: Der Shop ist spezialisiert auf Hanf-Zierpflanzen.

KLAGENFURT. Gartencentren haben jetzt im Frühling Hochsaison. Bei Flowery Field erhält man Blumendeko der etwas anderen Art, denn der Betrieb ist spezialisiert auf Hanf-Zierpflanzen. Vor rund einem Monat hat der größte Hanfproduzent Österreichs seinen ersten Kärnten-Shop in Klagenfurt eröffnet. In der Görzer Allee erhält man seitdem bei Flowery Field auf rund 600 Quadratmetern Hanf-Zierpflanzen in rund 100 unterschiedlichsten Sorten und in drei Größen. "Wir haben jede Woche 30 bis 35 Sorten lagernd und wechseln das Sortiment kontinuierlich. Wir bieten männliche und weibliche Pflanzen an, aber die weiblichen sind schöner", sagt Shop-Leiter Christian Hörterer. Natürlich könne man aber auch jede Sorte extra bestellen.


Ausschließlich zur Zierde

Die Hanf-Stecklinge sind reine Zierpflanzen. "Einen Rausch bekommt man davon definitiv nicht", sagt Flowery-Field-Geschäftsführer Alexander Kristen. Denn der Suchtgift-Wirkstoff THC entfaltet sich erst in den Blüten. "Man müsste die Pflanze zum Blühen bringen, doch das ist strengstens verboten. Wir weisen beim Verkauf auch ausdrücklich darauf hin", sagt Kristen.

Schlechtes Image aufpolieren

Flowery Field ist laut Kristen weder Teil einer fanatischen Legalisierungscommunity, noch empfindet das Unternehmen Cannabis als Allheilmittel. "Wir täten aber gut daran, Cannabis durch mehr Sachlichkeit aus der Schmuddelecke zu holen und auf den bewiesenen medizinischen Nutzen der Pflanze bei ärztlicher Anwendung zu fokussieren“, appelliert Kristen.

Eigenproduktion mit In-Vitro-Verfahren

Der Anbau und Verkauf von Hanfpflanzen ist in Österreich nur dann verboten, wenn er der Suchtmittelgewinnung dient. Kristen: "Das ist bei Flowery Field nicht der Fall." In Brunn am Gebirge werden in vielen Hallen wöchentlich rund 25.000 Pflanzenstecklinge produziert. "Die Pflanzen haben keinen Schädlingsbefall. Wir produzieren ausschließlich selbst", informiert Kristen. Flowery Field hat dafür in die Grundlagenforschung investiert und kann nun die Pflanzen in vitro vermehren. "Somit ist eine sterile, pestizid- und virenfreie Produktion möglich", ergänzt Kristen.
Von Brunn am Gebirge aus werden die Pflanzen an die Filialen in den Bundesländern geliefert. Aber auch viele Gärtnereien und der Einzelhandel sind Kunden des Hanf-Produzenten.

Als Schmuck fürs Fensterbrett

Im Shop in Klagenfurt beobachtet Hörerer, dass vor allem Leute um die 50 gerne ihre Wohnung mit einer Hanf-Zierpflanze schmücken. "Viele wollen sich eine Pflanze aufs Fensterbrett oder in den Wintergarten stellen, manche kaufen auch zwei." Ansonten seien die Kunden bunt gemischt, von 18 bis 88 Jahren.

Verkauf verweigern möglich

Wenn Hörterer an einem Kunden bemerkt, dass er die Pflanzen nicht ausschließlich zur Zierde kaufen möchte, kann er den Verkauf auch verweigern. "Wir geben auch keine Auskünfte über verbotene Anwendungen der Pflanze oder verkaufen einschlägiges Zubehör." Und ab einer Bestellung von 10 Stück lässt sich Hörterer vom Kunden nachweisen, ob es sich um eine Sammelbestellung für mehrere handelt. "So versuchen wir sicherzustellen, dass die Pflanzen nicht von Einzelnen für verbotene Zwecke missbraucht werden."

Erde, Licht und vieles mehr

Gärntner-Zubehör gibt es bei Flowery Field natürlich auch, denn eine Hanf-Pflanze braucht besondere Pflege. "18 Stunden am Tag muss sie beleuchtet werden", so Hörterer. Im Sommer reiche meist das Tageslicht, jedoch muss in der restlichen Zeit des Jahres mit speziellen Leuchtstofflampen nachgeholfen werden. Eigene Erde hilft beim Wachstum, auch Düngemittel und andere Vitamine für die Stecklinge sind bei Flowery Field erhältlich.
Eine Hanf-Pflanze kann bei richtiger Pflege auch gut und gerne bis zu vier Meter groß werden. "Meist ist aber bei zwei Metern Schluss, denn dann stoßen sie an der Decke des Raumes an", schmunzelt Hörterer.
Aus den Blättern der Pflanze lasse sich übrigens bedenkenlos Tee machen – ohne Rausch, aber mit dem typischen Hanf-Geschmack.
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