13.09.2016, 00:00 Uhr

Notfall-Vorräte: "Ich bin kein Hamsterer, ich denke voraus"

Ein Notstromaggregat und viel Wasser sind laut Reinhard Klein das Wichtigste für Notfälle.

Zivilschutzverbände raten für den Katastrophenfall Nahrungsvorräte anzulegen. Panikmache oder berechtigte Vorsorge? Ein Lokalaugenschein in der Region.

KLOSTERNEUBURG. Die Ausbaupläne für das AKW Dukovany nahe der Grenze (siehe Story rechts) zeigen: Eine Katastrophe wie ein Reaktorunfall ist keine abstrakte Utopie. Doch wie gut ist unser Land auf den Ernstfall vorbereitet? Wie gut wird der Rat des Zivilschutzverbandes zum Schaffen eines Vorrates schon befolgt? Wir haben uns in den Kellern im Bezirk umgesehen und fanden neben Hobbyräumen auch Schutzräume, Nahrungsvorräte und Notstromaggregate.

Alles für den Notfall

Besonders gut auf einige Katastrophen vorbereitet ist Reinhard Klein aus Weidlingbach. "Ich war vor Jahren in einem Vortrag, welcher genau solche Probleme angesprochen hat", erzählt er und fährt fort: "Es passierten schon einige Katastrophen und auch Blackouts weltweit." Um vorbereitet zu sein, hat er sich in seiner Garage für so einen Notfall ausgerüstet. "Ich habe ein Notstromaggregat mit Benzin, einen Gaskocher mit Kartuschen, ein Batterienradio, Regale mit Marmeladen, Nudeln und so weiter und drei Tiefkühltruhen – damit komm' ich eine Woche aus", so der 69-jährige. Auf die Frage, was sich in diesem Tiefkühltruhen befindet, zählt Klein locker auf: "da ist alles drinnen, was jeder andere auch in der Tiefkühltruhe hat – Gemüse, Fleisch, alles mögliche." Dass die Regierung Deutschlands seine Bevölkerung aufgefordert hat, Vorräte anzulegen, findet der Weidlingbacher toll, denn die Menschen bräuchten mehr Bewusstsein für Katastrophenfälle.

Befremdendes Gefühl

"Ich kenne in Klosterneuburg nur Häuser mit Schutzräumen, die meisten sind noch aus den 70er-Jahren, wo so ein Raum obligat war", weiß Immobilienmaklerin Doris Deutsch. Außerdem meint sie, dass diese Räume in fast allen Fällen als Stauräume oder Ähnlichem verwendet werden. "Die meisten Kunden beschleicht eher ein befremdendes Gefühl bei der Besichtigung. Ich denke, dass die wenigsten dabei an Katastrophen denken, eher wird der "Fritzl-Keller" dabei in Verbindung gebracht", so Deutsch. Auch würden Schutzräume beim Verkauf nicht der Wertsteigerung beitragen, mit solch einem dezidiertem Wunsch sei noch niemand an sie herangetreten.

Zur Sache

Mit Folgendem sollte jeder Haushalt für den Krisenfall vorbeugen:
– Vorrat an Wasser bzw. Getränken
– Vorrat an haltbaren Lebensmitteln
– Batterie-betriebenes Radio
– Stromlose Koch- und Lichtmöglichkeiten (Campingkocher, Kerzen etc.)
– Bargeldvorrat
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