29.11.2016, 10:46 Uhr

Demenz hat viele Gesichter

Heide-Maria Ley, Leitende Pflegefachkraft vom Hilfswerk Stockerau, hat eine Vision um Demenzkranken und Angehörigen zu helfen.

Pflege und Betreuung Demenzkranker ist eine große Herausforderung für Familie und soziales Umfeld.

BEZIRK KORNEUBURG. Demenz ist eine Krankheit, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen unvermeidbar stark verändert. Der Begriff „Demenz“ wird von dem lateinischen Wort dementia abgeleitet und bedeutet wörtlich „ohne Verstand“. "Nach und nach kommen wichtige Funktionen des Gehirns abhanden, wie beispielsweise das Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Handlungsplanung und Sprache. Veränderungen in Verhalten und Affekt, einschließlich der Persönlichkeit, können auftreten", erklärt die Volkshilfe. Die häufigste Ursache von Demenzerkrankungen ist mit bis zu 70 Prozent die Alzheimer-Krankheit. Sie ist nach dem deutschen Nervenarzt Alois Alzheimer benannt, der sie 1906 erstmals wissenschaftlich beschrieben hat.

Alzheimer Krankheit


Die Alzheimer Demenz ist im Anfangsstadium nur schwer erkennbar, sie schreitet "schleichend" voran. Wenn von Alzheimer Betroffene durch ihre verstärkte Vergesslichkeit auffallen, sind meist schon große Teile des Gehirns für immer geschädigt. "Den anfangs verminderten Wortschatz hat meine Mutter geschickt verborgen und er ist uns lange nicht aufgefallen", berichtet Eva D. über den letztendlich dramatischen Verlauf der Krankheit. Das größte Problem ist, meint sie, dass die Erkrankten selbst sich auf keinen Fall als solche sehen wollen. "Ich bin doch nicht verrückt, ist noch die harmloseste Art der Selbstbelügung", erklärt Eva. "Das Verhindern von Behandlung oder auch nur Hilfe nimmt nicht selten ausgesprochen aggressive Formen an."

Vision Servicestellen


Heide-Maria Ley ist leitende Pflegefachkraft beim Hilfswerk Stockerau und hat in Sachen Demenz eine, nein, eigentlich einige Visionen. "Als Vorbild sehe ich in vielen Beziehungen das Modell der MAS Alzheimerhilfe in Oberösterreich", erklärt Ley. "In allen vier Vierteln Niederösterreichs wären Demenz-Servicestellen als Impulsgeber für bedürfnisgerechte Begleitung von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen wünschenswert."
Einen diesbezüglichen Anfang gibt es allerdings schon in Leitzersdorf. An jedem ersten Donnerstag des Monats können sich Betroffene und Angehörige absolut unverbindlich und anonym informieren, gedanklich austauschen und von Demenzexpertin Ley beraten lassen. Die Krankheit ist zwar speziell am Anfang schwer erkennbar und letztendlich unheilbar, aber im frühen Stadium kann das Leistungsniveau wesentlich länger gehalten werden.
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