13.09.2016, 14:41 Uhr

Florianis gehen in die Offensive

Kommandant Martin Schuster und sein Stellvertreter Martin Peterl setzen sich für das Image "ihrer" Feuerwehr ein.

Verständnis, neue Mitglieder und Unterstützer erhofft sich die FF Korneuburg durch Imagekampagne.

STADT KORNEUBURG. "Wir bitten um Verständnis, wenn wir zu laut sind", steht auf dem Plakat der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Korneuburg. Und der Nachsatz: "Vielleicht retten wir gerade Ihr Kind." Mit diesen emotionalen Worten wenden sich Kommandant Martin Schuster, Stellvertreter Martin Peterl und das gesamte, ehrenamtliche Team an die Bürger der Stadt. Denn zwei von ihnen machten den Florianis in letzter Zeit das Leben schwer.

Anzeigenflut


So beschwerte sich ein gegenüber der Feuerwehr wohnendes Ehepaar, dass ihnen das Folgetonhorn, dass die Feuerwehr bei der Ausfahrt aus dem FF-Areal einschaltet, um auf sich aufmerksam zu machen und Unfälle zu vermeiden, zu laut sei. Doch es blieb nicht bei Beschwerden, eine Anzeigen folgten. "Was für uns am schwerwiegendsten ist, ist die Tatsache, dass nicht die Feuerwehr an sich angezeigt wurde, sondern jeder einzelne Fahrer", ist Kommandant Schuster entsetzt.

Schlammschlacht


Doch auch bei den Anzeigen blieb es nicht. Das Ehepaar wendete sich an den Bürgeranwalt, eine ORF-Sendung folgte. "Ich hätte dort nicht hingehen können, dazu bin ich viel zu emotional", gesteht Schuster. Und weil auch vom Landesfeuerwehrverband kein Vertreter bei der Fernsehsendung anwesend war, artete diese zu einer regelrechten Schlammschlacht aus, bei der die Feuerwehr als unnötig lärmendes und die Anrainer schikanierendes Monster abgestempelt wurde.

Sicherheit geht vor


Dass man mit Folgetonhorn und Blaulicht bei einem Einsatz aus dem Areal ausfahre, habe schlicht und einfach mit der Sicherheit zu tun. "Einen Unfall mit einem Motorradfahrer hat es schon gegeben. Damals wurde kein Folgetonhorn aufgedreht", erklärt Peterl. Verbieten, das Horn einzuschalten, könne man zudem niemanden, denn "verantwortlich ist immer der Fahrer selbst", erklärt Schuster, "nicht nur für die anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch für die Kameraden, die im Auto sitzen." Nun will man das Image der Feuerwehr wieder in ein positives Licht rücken, um Verständnis bitten und gleichzeitig um neue Mitglieder werben, die das Freiwilligensystem Feuerwehr am Leben erhalten.
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