15.10.2014, 14:02 Uhr

Rollende Bomben auf allen Straßen

Keine grünen Männchen vom Mars sondern Spezialisten von der Freiwilligen Feuerwehr bei einer Übung vor wenigen Tagen.

Egal ob Industrie oder Gewerbe, Handwerk oder kommerzielle Landwirtschaft, Chemie ist fast überall.

Sie sind explosiv, hochgiftig, radioaktiv oder brennen einfach nur verdammt gut. Millionen Tonnen Gefahrengut lagern in heimischen Firmen oder rollen über Straßen und Schienen. Die Bezirksblätter haben Experten befragt, wo im Bezirk Korneuburg die geheimen Gefahren schlummern.

Gefahren lauern überal

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"Natürlich sind gefährliche Stoffe nicht nur auf den Transportwegen als solche deutlich gekennzeichnet, sondern auch in den verarbeitenden Betrieben ist ein sorgsamer und gefahrenbewusster Umgang mit diesen Materialien und Stoffen selbstverständlich", erklärt EU-Sicherheitsbeauftragter Anton Jarmer, selbst Transport-Unternehmer und auch bei der Feuerwehr für die Spezialausbildung "Gefährliche Stoffe" verantwortlich. "Unzählige Gefahrengut-Transporte werden täglich europaweit und natürlich auch bei uns auf Straßen, Schienen und auch auf dem Wasser transportiert. Die Sicherheitsvorschriften beziehungsweise technischen Vorgaben, welchen die Transportfahrzeuge europaweit entsprechen müssen, sind aber so hoch, dass auch bei einem Unfall so gut wie immer schwere Folgeschäden ausbleiben und die Rettungskräfte unbeschadet bleiben."

Bestens ausgerüstet


Die Feuerwehren sind jedenfalls auch für Unfälle mit gefährlichen Stoffen bestens ausgerüstet. "Eine immer aktuelle Gesamtübersicht über gefährliche Stoffe in Firmen oder wo wie viel gelagert oder transportiert wird, gibt es leider weder bei uns, noch in der Bezirkshauptmannschaft", bemerkt ein Feuerwehrmann. "Wir sind da bei jedem dementsprechenden Einsatz mit viel Risiko auf die Richtigkeit der Kennzeichnungen angewiesen." In den Firmen wird über Gefahrengut-Lagerung aber penibel Buch geführt und bei einem Einsatz wissen die Rettungskräfte sofort, womit sie zu rechnen haben.

Gefahrenschwerpunkte


Im Bezirk Korneuburg sind die meisten Gefahrengut-Transporte auf der A22 und der S1 unterwegs. Jährliche gemeinsame Großübungen der Blaulichtorganisationen mit modernstem Gerät und der Straßenerhalter in den Tunnels und auf offener Strecke konzentrieren sich auf Unfälle mit Chemikalien oder explosiven Stoffen.
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