Umweltskandal
Schaumteppich und Fäkalien in der Donau: Bürgerbewegung wehrt sich

Sandra Mayer (GRÜNE Gemeinderätin Krems), Helga Krismer (Landessprecherin der GRÜNE NÖ), Franz Xaver Doppler (Bürgerbewegung)
  • Sandra Mayer (GRÜNE Gemeinderätin Krems), Helga Krismer (Landessprecherin der GRÜNE NÖ), Franz Xaver Doppler (Bürgerbewegung)
  • hochgeladen von Simone Göls

"Es stinkt zum Himmel", sagt Helga Krismer, Landessprecherin der Grünen NÖ beim Lokalaugenschein an der Donau. Sie bringt das Bürgeranliegen auf den Punkt: "Schiffe vermischen illegal Gebrauchswasser mit Toilettenabwasser und lassen dies in die Donau."

Einige BürgerInnen kämpfen schon seit längerer Zeit um Aufmerksamkeit für die Verschmutzungen im Donaustrom. Franz Xaver Doppler aus Stein ist einer der Initiatoren der Bürgerbewegung "Fäkalien und Brauchwasser in der Donau". Er beklagt: " Ich war im Sommer kein einziges Mal in der Donau baden. Es schwimmt Schaum auf der Wasseroberfläche, es stinkt. Mein Anliegen ist es, wieder eine blaue Donau ohne Schaum zu haben." Es habe im heurigen Jahr nicht einmal junge Enten und Schwäne in diesem Bereich gegeben.
"Wir haben auch schon persönlich und mit Zeugen gesehen, wie Kreuzfahrtsschiffe abends im Hafenbereich diesen Dreck herauspumpen", so Doppler.
Franz Xaver Doppler hat die Verschmutzungen des Wassers über längere Zeit fotografisch dokumentiert.

Dreck der Kreuzfahrtschiffe behindert auch Boote

"Diese grobe Verschmutzung beginnt in Melk. Meistens schwimmt am Morgen um 7.30 Uhr dieser Schaumteppich am Ufer von Stein", beschreibt Doppler. Er hat recherchiert und steht auch mit Mitgliedern des Steiner Ruderclubs in Kontakt. "Sie sagen, dass sie ihre Ruderboote nach jeder Ausfahrt mit einem Spezialmittel einstreichen und diese mit einem Hochdruckreiniger säubern müssen, um diesen Fäkaliengestank zu reduzieren."

Sandra Mayer, die GRÜNE-Gemeinderätin in Krems: "Bei der nächsten Gemeinderatssitzung werde ich diesbezüglich einen Dringlichkeitsantrag einbringen."

Gesetz gehört geändert

Das Ziel der Bürgerbewegung, die jetzt Hilfe von der Politik bekommen dürfte, ist es:
• Ordentliche, behördliche und regelmäßige Kontrollen zu erwirken.
• Das Gesetz zu ändern: Denn bislang gibt es für das Ablassen von Fäkalien vermengt mit Chemikalien (Putzmittel) keine Sanktionen.

FP-Rosenkranz sagt Hilfe zu

Auch die FPÖ Niederösterreich ist darauf aufmerksam geworden, dass die "Bevölkerung in der Wachau seit Jahren über überbordenden Kreuzfahrttourismus mit Landestegen, die Lärm, Gestank und Verkehrschaos für die Anrainer bedeuten, leidet".
„ In letzter Zeit vermehren sich nachweisbare Beobachtungen aus der Bevölkerung, in denen vom Ablassen von Fäkalien und anderen Substanzen in die Donau von diesen Schiffen berichtet wird“, so der Landesobmann der FPÖ-Niederösterreich und Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklubs NAbg. Dr. Walter Rosenkranz.

„Bisher war man auf die Wasserqualität der Donau immer stolz und der Fluss wurde deshalb auch immer gerne von den Bewohnern als Badeziel genutzt. Mit dieser unverfrorenen Vorgangsweise kann man Menschen, insbesondere Kinder, aber nicht mehr getrost in der Donau baden lassen. So wird der 'Lebensraum Donau' zerstört. Jetzt ist nicht nur die sprichwörtliche 'Kacke am Dampfen' - das ist nicht länger hinnehmbar. Ich werde im Rahmen meiner politischen und rechtlichen Möglichkeiten alles ausschöpfen, dass diesen Umweltsündern das Handwerk gelegt wird “, bekräftigte Rosenkranz.

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