Schienenleben
Waldviertler Zugbegleiter schreibt Anekdoten aus dem Berufsalltag
- Christoph Pollak schreibt ein Buch über den Berufsalltag als Zugbegleiter.
- Foto: Pollak
- hochgeladen von Simone Göls
„Schienenleben“ zum Durchblättern und Lesen: Zugbegleiter Christoph Pollak schreibt über den Alltag auf Schienen.
KREMS. Wer viel mit dem Zug reist, kennt sie: jene kurzen Momente, in denen Komik, Chaos und Menschlichkeit überraschend eng beieinanderliegen. Für Christoph Pollak, Zugbegleiter auf der Franz-Josefs-Bahn, gehören solche Situationen zum täglichen Berufsalltag – und genau darüber schreibt er jetzt ein Buch.
Die Idee dazu kam eher zufällig. „Als ich im Aufenthaltsraum mit Kollegen Erlebnisse ausgetauscht habe, hat einer gesagt: Da müsstest du ein Buch schreiben. Und das habe ich gemacht“, erzählt Pollak. Mit seinem Erstlingswerk „Schienenleben“, das über Crowdfunding finanziert werden soll, möchte er nicht nur unterhalten, sondern auch ein realistisches Bild seines Berufs zeichnen. „Ich möchte zeigen, wie der Beruf tatsächlich aussieht und mit Vorurteilen aufräumen. Wir Zugbegleiter sind die Hauptverantwortlichen für den jeweiligen Zug.“
- Das vorläufige Buchcover. Im Frühjahr 2026 wird es erscheinen.
- Foto: Pollak
- hochgeladen von Simone Göls
Erlebnisse genug
Dass er ausreichend Stoff für ein Buch beisammen hat, daran bestehen kaum Zweifel. „Es sieht so aus, als würde ich solche witzigen Vorfälle magisch anziehen“, schmunzelt Pollak. Dabei empfindet er die Strecke zwischen Krems, Wien und dem Waldviertel noch als vergleichsweise „gesegnet“. „Hier sind die Fahrgäste freundlicher. Anderswo kommt es schon vor, dass man nicht einmal gegrüßt wird oder schlecht behandelt wird.“
Doch Pollak erlebt auch die andere Seite – jene, die Mut macht und an das Gute erinnert. „Immer wieder gibt es Momente, die dich denken lassen: Die Welt ist noch nicht ganz verloren.“ Einmal schenkte ihm ein Kind eine selbstgemalte Zeichnung mit der Widmung: „Für den netten und lustigen Schaffner“, nachdem Pollak es zuvor aufgemuntert hatte.
Hilfsbereite Fahrgäste
Besonders berührt hat ihn auch ein Vorfall in Hadersdorf: Eine Dame im Rollstuhl wollte aussteigen, doch der Lift war damals noch außer Betrieb. „Ich habe eine Durchsage gemacht und gefragt, ob jemand bereit wäre zu helfen.“ Die Reaktion kam prompt: „Innerhalb von drei Minuten waren sieben bis acht Leute da.“ Für Pollak ein typisches Beispiel für die Hilfsbereitschaft entlang der Franz-Josefs-Bahn.
Solche und viele andere Anekdoten finden ihren Weg in „Schienenleben“, das im Frühjahr 2026 erscheinen soll. Und sollte das Crowdfunding erfolgreich sein – konkret: 1.000 Exemplare verkauft werden –, denkt Pollak schon über einen zweiten Band nach. Stoff hätte er dafür jedenfalls genug.
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.