Arena in Neu Marx
Für Skatepark steht der letzte Sommer wegen Baustelle an

Der Sommer 2025 könnte der letzte für den Skatepark auf der Freifläche in Neu Marx sein.  | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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  • Der Sommer 2025 könnte der letzte für den Skatepark auf der Freifläche in Neu Marx sein.
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Der Skatepark am Gelände in Neu Marx ist einer der Vereine, die mit dem Bau der neuen Eventhalle weichen müssen. Rund neun Jahre lang hat Ben Beofsich am Areal gebaut, gefeiert und geskatet. Nun muss er und die gesamte Freifläche sich darauf einstellen, dass dieser Sommer womöglich der letzte sein könnte. 

WIEN/LANDSTRASSE. "Ein letzter Sommer für den Skatepark" – dieser Aussage kann Ben Beofsich, der die Halfpipes, Rails oder etwa Tubes mit aufgebaut hat, nicht zustimmen. "Bis jetzt sagt nur die Stadt, dass es unser letzter Sommer ist. Die müssen das auch noch durchbringen", so Beofsich. 

Mit "das" meint er die geplante Eventhalle, welche von der Stadt Wien gemeinsam mit dem deutschen Eventveranstalter CTS Eventim auf dem Areal gebaut wird. MeinBezirk berichtete bereits mehrmals, siehe unten. Rund neun Jahre lang wurde im Skatepark Beton gemischt, geschraubt und gehämmert. "Wenn sie motiviert sind, reißen sie das mit großen Baggern in zwei Tagen wieder weg", vermutet Beofsich. 

Philosophie des Ortes

Das ist einer der großen Unterschiede zwischen den beiden Seiten, also den Zwischennutzern und der Stadt Wien. "Die bekommen Gehälter, wir nicht", wirft Beofsich ebenfalls ein, während er zwischen den Halfpipes steht und einen Kaffee schlürft. Es sind die ruhigen Momente, die ihm besonders in Erinnerung geblieben sind. "Wenn ich in der Früh hierherkomme und dort auf der Rampe irgendein fremder Mensch gerade die Sonne genießt und wir uns ein Lächeln schenken, das ist wunderschön", so der Skatepark-Chef. 

Ruhige Momente beim Morgenkaffee bleiben Beofsich besonders in Erinnerung.  | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
  • Ruhige Momente beim Morgenkaffee bleiben Beofsich besonders in Erinnerung.
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Das Gelände ist selten abgeschlossen, das wäre auch gegen die Philosophie des Ortes. Vor der Covid-19-Pandemie wäre man beim Skatepark zwar eher für sich geblieben, doch spätestens dann wären immer mehr Leute aus der ganzen Stadt hier her geströmt. Ein Problem damit hatte laut Beofsich niemand, viel mehr hätte man sich gefreut. "Es herrschten unsere Regeln, aber uns wurde auch gezeigt, welcher dieser Regeln Quatsch sind."  

Jeder macht sein Ding

Heute treiben sich am Wochenende rund 100 bis 150 Wienerinnen und Wiener im Skatepark herum. Beofsich und die anderen aktiven Mitglieder sprechen die "Neuen" bei ihrem ersten Besuch einmal an, sagen ihnen, wo das Klo ist und bitten sie, ihren Müll mitzunehmen. Ansonst kann einfach jeder "sein Ding" machen.

Für Beofsich steckt hinter jedem Abschnitt eine kleine Geschichte. Für die Röhre benötigte man rund drei Wochenenden.  | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
  • Für Beofsich steckt hinter jedem Abschnitt eine kleine Geschichte. Für die Röhre benötigte man rund drei Wochenenden.
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Auch der Chef wünscht sich hier weiter sein Ding machen zu können. Seit rund 15 Jahren ist der professionelle Skatepark-Bauer damit beschäftigt, öffentliche Orte zu gestalten. Das, was in Neu Marx in den vergangenen neun Jahren entstanden ist, sei aber einzigartig. Deshalb werde er sich zumindest privat nicht mehr engagieren, die Luft sei bei ihm raus. "Ich habe von der Stadt nie ein Dank gehört". Den Abschied vom Gelände versucht er emotional noch auf die Seite zu schieben, denn wer weiß, ob es wirklich der letzte Sommer ist. 

Die Geschichten des Skateparks

Ohnehin werde man die verbleibende Zeit hier genießen, auch wenn in Neu Marx nicht immer alles rund läuft. Typische Nachbarschaftsstreite wegen der Lautstärke gehören ebenso dazu wie Vandalismus. Ob Beofsich auch mal darüber nachgedacht hätte, den Skatepark zuzusperren? "Natürlich, aber man entwickelt über die Zeit eine hohe Toleranzgrenze und das ist auch gut so."

Eine der ersten Abschnitte wird im Sommer auch gerne mal zum Swimmingpool umfunktioniert.  | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
  • Eine der ersten Abschnitte wird im Sommer auch gerne mal zum Swimmingpool umfunktioniert.
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Dabei müsste gerade ihm jeder Vandalismus-Akt besonders schmerzen, denn Beofsich kann zu jedem Abschnitt des Skateparks eine Geschichte erzählen. Die Vertiefung der allerersten Rampe werde im Sommer auch gerne mal als Pool genutzt, die Ziegelmauer bei der Werkstatt entstand aus Bruchstücken einer abgerissenen Polizeistation. Selbst der Betonmischer des Skateparks ist seit über neun Jahren dabei. Bald könnte das alles weg sein. 

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