„Ohne Geothermie keine Wärmewende!“

Vortragende des ersten Geothermiesymposiums. Von links nach rechts: Robert Phlipp (Terra Umwelttechnik GmbH), Rusbeh Rezania (Wien Energie GmbH), Stefan Wehinger (ENERCRET GmbH), Erwin Knapek (Bundesverband Geothermie e.V.), Theresia Vogel (Klima- und Energiefonds), Johann Goldbrunner (Geoteam Ges.m.b.H.), Hans Schwareznhofer (Frutura Obst & Gemüse Kompetenzzentrum GmbH), Gregor Götzl (Geologische Bundesanstalt), Peter Keglovic (Wien Energie GmbH).
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  • Vortragende des ersten Geothermiesymposiums. Von links nach rechts: Robert Phlipp (Terra Umwelttechnik GmbH), Rusbeh Rezania (Wien Energie GmbH), Stefan Wehinger (ENERCRET GmbH), Erwin Knapek (Bundesverband Geothermie e.V.), Theresia Vogel (Klima- und Energiefonds), Johann Goldbrunner (Geoteam Ges.m.b.H.), Hans Schwareznhofer (Frutura Obst & Gemüse Kompetenzzentrum GmbH), Gregor Götzl (Geologische Bundesanstalt), Peter Keglovic (Wien Energie GmbH).
  • Foto: Geologische Bundesanstalt
  • hochgeladen von Robert Krickl

Mit diesem Ausspruch bringt Erwin Knapek (Präsident des Bundesverbands Geothermie in Deutschland) das Thema der Umsetzung der Wärmewende anlässlich des ersten Geothermiesymposiums am 13. November 2019 an der Geologischen Bundesanstalt, auf den Punkt. Geothermie ist eine weitflächig verfügbare und saubere Energiequelle, die maßgeblich zur Erreichung der Energie- und Klimaziele betragen wird.

Geothermie umfasst die im Boden gespeicherte und aus dem Erdinneren natürlich nachfließende Wärme in wenigen Metern bis einigen Kilometern Tiefe. Diese Wärme lässt sich für die Beheizung von Gebäuden, für industrielle Wärmeprozesse oder zur Gewinnung von elektrischem Strom nutzen. Darüber hinaus lässt sich der Untergrund der Erde auch für die temporäre Speicherung von Überschusswärme und für die Kühlung (Geo-Cooling) nutzen. Die in Österreich bekannteste Nutzung natürlicher Thermalwässer stellen Thermen und Heilbäder da.
Im Bereich der Forschung besitzt die Geologische Bundesanstalt weltweit anerkannte Expertise und leitet zahlreiche internationale Vorzeigeprojekte. Die energetische Nutzung der Geothermie findet in Österreich seit über 40 Jahren statt – Österreich war Pionier in der Errichtung geothermaler Nahwärmenetze und im Betrieb von geothermischen Wärmepumpen. Dennoch lag 2018 der Anteil der Geothermie in der Erzeugung erneuerbarer Wärme in Österreich bei nur 2% - es fehlte bislang einfach eine ausreichende öffentliche Diskussion zur Verbesserung der Wahrnehmung dieser umweltfreundlichen und stabilen Energieform. Aus diesem Grund nahm im Frühjahr 2019 der Verein Geothermie Österreich (GTÖ) seine Arbeit auf, um ein zentrales Sprachrohr sowie eine kompetente Ansprechstelle für die Nutzung der Geothermie aufzubauen.

Geothermie-Symposium an der Geologischen Bundesanstalt
Am 13. November 2019 fand das erste Symposium des Vereins Geothermie Österreich an der Geologischen Bundesanstalt (GBA) in Wien statt, um einen öffentlichen Diskurs über die Bedeutung der Geothermie im Zeichen des nationalen Energie- und Klimaplans sowie der Wärmestrategie der österreichischen Bundesregierung zu starten. Über 70 TeilnehmerInnen aus Österreich und Deutschland wurde ein spannendes Programm in geboten. Der erste Block der Veranstaltung fokussierte auf die strategische Bedeutung der Geothermie. Erwin Knapek (Bundesverband Geothermie in Deutschland) strich die Bedeutung der Geothermie in der Deutschen Wärmewende, insbesondere auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in den ehemaligen Kohlegebieten Nordrhein-Westfalens und Sachsens hervor. Heidelinde Adensam (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Sektion IV Klimapolitik) hob hervor, dass Geothermie eine wichtige erneuerbare Energiequelle und darüber hinaus ein relevanter Wärmespeicher darstellen kann, der in im national Energie- und Klimaplan berücksichtigt wird. Darüber hinaus fördert die Sektion IV des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus zusammen mit dem Österreichischen Städtebund und der Abteilung MA20 des Magistrats der Stadt Wien das Projekt Anergie Urban, welches sich mit geothermisch unterstützten Nahwärme- und Kältenetzen in städtischen Bestandsgebäuden beschäftigt und von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), der TU Wien und der Geologischen Bundesanstalt derzeit umgesetzt wird. Johann Goldbrunner (Firma Geoteam) skizzierte den langen Entwicklungspfad der Geothermie in Österreich von den ersten Anlagen in den späten 1970er bis zu aktuellen Vorhaben in Oberösterreich und in der Steiermark.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde das Projekt der Firma Frutura in Fürstenfeld vorgestellt. Mit Hilfe einer 23 Megawatt Geothermieanlage werden ganzjährig Tomaten gezüchtet. Das aktuelle Forschungsprojekt GeoTief der Wien Energie setzt sich zum Ziel geothermische Potenziale im Großraum Wien für die Dekarbonisierung des Wiener Wärmenetzes in den kommenden Jahren zu erschließen und somit den Anteil der erneuerbaren Wärmeerzeugung auf 40% im Jahr 2030 zu unterstützen. Im letzten Vortrag des Symposiums präsentierte die Firma Enercret einen Rückblick auf nahezu 40 Jahre Anwendung der oberflächennahen Geothermie in Großprojekten zur Versorgung von Krankenhäusern, Firmengebäuden oder sonstigen großvolumigen Bauten.
Die TeilnehmerInnen der Veranstaltung waren sich einig, dass die Dekarbonisierung der Wärme die wichtigste wesentliche Rolle in der Erreichung der österreichischen und europäischen Klimaziele einnehmen wird und dass ohne Geothermie keine vollständige Umsetzung der Wärmewende möglich sein wird.
Der Verein Geothermie Österreich wird im Herbst 2020 das nächste Symposium abhalten und im Frühjahr wird an der Geologischen Bundesanstalt wieder ein Wiener Erdwärmetag stattfinden.

Autor:

Robert Krickl aus Mödling

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