22.06.2017, 14:44 Uhr

Günther Selichar: Who’s afraid of Blue, Red and Green? (1990–2017)

Wann? 28.06.2017 19:00 Uhr

Wo? Salon für Kunstbuch 21er Haus, Arsenalstraße 1, 1030 Wien AT
Wien: Salon für Kunstbuch 21er Haus |

Gäste im Salon: Ruth Horak, Harald Krejci, Florian Lamm, Marc Ries, Günther Selichar

Begrüßung: Bernhard Cella

Günther Selichars bevorzugtes thematisches Arbeitsfeld sind die Medien und Massenmedien, um die sich seine künstlerische und theoretische Arbeit seit Anfang der 1980er Jahre dreht und bei der vor allem seit etwa 1990 die Grundlagen der (massen)medialen Bilder und ihre Visualisierungstechnologien in den Mittelpunkt gerückt sind. In zahlreichen Bildzyklen in diversen künstlerischen Medien und Projekten im öffentlichen Raum widmet er sich konsequent technologischen Fragen der Wahrnehmung. In unzähligen Vorträgen und Texten hat er Aspekte der Medientheorie und -politik mit seiner durchaus politischen Arbeit verknüpft sowie in seine Lehre als Professor für Medienkunst und Fotografie eingebracht.

Der wohl umfassendste Werkblock Who’s Afraid of Blue, Red and Green? (1990–2017) umspannt rund 30 fotografische, malerische, druckgrafische und vor allem Projekte im öffentlichen (medialen) Raum und wird nun in einer umfassenden bibliophilen Publikation in einer Zusammenschau vorgestellt. Das Buch, vom Leipziger Grafikbüro Lamm&Kirch aufwendig und umsichtig mit drei verschiedenen Covers gestaltet, erscheint im Wiener Verlag für moderne Kunst. Es dokumentiert nicht nur vollständig den erwähnten Werkblock, sondern beinhaltet auch Verweise auf alle wichtigen Bildserien, die in dieser Zeit entstanden sind und inhaltlich damit in Zusammenhang stehen, sowie die Kooperationen mit seiner Frau Loredana Flore-Selichar. Weiterhin versammelt das Buch sowohl Texte von langjährigen theoretischen und kuratorischen Wegbegleiterinnen und -begleitern als auch Interpretationen einer jüngeren Generation von Schreibenden aus den USA, Deutschland, der Schweiz und Österreich, die sich auf höchst interessante Weise diesem vielschichtigen und vieldiskutierten Werk nähern, und auch einen Text von Günther Selichar selbst, in dem er programmatische Überlegungen zu seinem Denkhintergrund offenlegt.

Günther Selichar 1960 geboren in Linz, lebt in Wien; 1979-86 Studium der Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie an der Universität Salzburg und am Art Institute of Chicago; 2007-13 Professur für Medienkunst, HGB Leipzig (Mass Media Research und Kunst im medialen öffentlichen Raum); Preise (Auswahl): 1990 Würdigungspreis für Künstlerische Fotografie des BM für Unterricht und Kunst, 1997 Förderungspreis für Bildende Kunst der Stadt Wien, 2001 Oberösterreichischer Landeskulturpreis für Künstlerische Fotografie, 2004 Kunstwürdigungspreis für Bildende Kunst der Stadt Linz. Einzelausstellungen (Auswahl): Museum moderner Kunst, Wien; Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg; Galerie Fotohof, Salzburg; Neue Galerie der Stadt Linz; Peter Kilchmann Galerie, Zürich; Espai Lucas, Valencia; Galerie Karin Sachs, München; Tiroler Landesmuseum, Innsbruck; Kunsthalle Wien/Project Space*; Landesgalerie Oberösterreich, Linz*; Creative Time, New York; Tufts University Art Gallery, Medford/Boston; Kunstverein Medienturm, Graz; Galerie Lindner, Wien. http://selichar.net.


Harald Krejci geb. 1970 in Linz an der Donau, studierte Kunstgeschichte in Augsburg und München; Assistent in der Galerie Krobath, später Leitung des Archivs in der Kiesler Stiftung Wien; Kurator zahlreicher Ausstellungen wie etwa zu Friedrich Kiesler im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, im Drawing Center New York sowie zu Maurizio Sacripanti in den neuen Räumen der Kiesler Stiftung Wien; seit 2009 zuerst Leiter der Sammlung 20. Jahrhunderts, dann Kurator am Belvedere Wien mit Ausstellungen u.a. zu Roland Goeschl/Fritz Wotruba, Friedensreich Hundertwasser und Hans Bischoffshausen. Forschungsschwerpunkte sind Kunst und Architektur der Zwischenkriegszeit, die Wiener Avantgarden der 1950er- und 1960er-Jahre sowie die Exilforschung mit Schwerpunkt New York; zuletzt Kurator der Ausstellung Franz West – Artistclub (2016/17), derzeit Arbeit an der Retrospektive zu Rachel Whiteread und Günther Brus (2018).


Ruth Horak studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und arbeitet als Autorin, Kuratorin und Lehrbeauftragte über zeitgenössische Kunst und Fotografie mit den Schwerpunkten konzeptuelle Strategien und Medienreflexivität; Veröffentlichung zahlreicher Texte über Gegenwartskünstler sowie Essays über Fotografie- und Medientheorie, Mitherausgeberin zahlreicher Reader zur Fotografie und Ausstellungen für Camera Austria, Galerie Fotohof, Monat der Fotografie u. a. in Kooperation mit Kunstuniversitäten und der österreichischen Fotosammlung des Bundes am Museum der Moderne Salzburg; Lehraufträge an der Schule für künstlerische Fotografie Friedl Kubelka, an der Donau-Universität Krems und der Universität für Angewandte Kunst Wien.


Marc Ries promovierte 1995 am Institut für Philosophie der Universität Wien; ausgehend von kulturtheoretischen und ästhetischen Fragekomplexen entstehen Studien zu Massenmedien, Gesellschaft und Kunst; Vertretungsprofessuren an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der HGB Leipzig; seit 2010 Professor für Soziologie und Theorie der Medien an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach; 2009 Konzeption und Co-Kurator der Ausstellung talk.talk. Das Interview als ästhetische Praxis (Leipzig, Graz, Salzburg); letzte Publikationen: Expanded Narration/Das neue Erzählen D/E (Bielefeld 2013), Expanded Senses. Neue Sinnlichkeit und Sinnesarbeit in der Spätmoderne D/E (Bielefeld 2015), beide herausgegeben mit Bernd Kracke.

Florian Lamm, geboren 1984 in Bamberg, studierte Typedesign und Systemdesign an der HGB Leipzig; 2012 Gründung des Studios Lamm & Kirch mit seinem langjährigen Kooperationspartner Jakob Kirch: Lamm & Kirch is a graphic design studio focusing on the creation of books, visual identities, and exhibitions in the broad field of the cultural sector. We mostly do printed matter. Our approach is defined by continuous cooperations in shifting constellations. We like the old and the new, the obvious and the hidden. The studio functions as a research facility to explore various ways of visual language. Our idea of working is defined by working “with” instead of “for” somebody.
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