29.05.2017, 23:33 Uhr

22 Starter beim 600 km Brevet am 27.05.2017 von Randonneurs Autriche

22 Starter beim 600 km Brevet von Randonneurs Autriche, erfreuten sich schon um 0700 Uhr über den strahlenden Sonnenschein und der angekündigten sommerlichen Temperaturen bis zu 30 Grad Celisus. Im Vorfeld wurde bereits fixiert, wer den 600er ohne Schlaf absolviert, oder bei km 317, im Gasthof Messerer, eine Schlaufpause plante. Für die 600 km Brevetdistanz hat man ja 40 Stunden Zeit.

Leider ließen sich die "Durchfahrer" von den vorhergesagten sommerlichen Temperaturen täuschen und schenkten den als "Kalte Kuchl" benannten Ort keine Aufmerksamkeit. Die Kalte Kuchl wurde seinem Namen gerecht, und die beiden Brevetnovizen, Gerhard A. und Helmut H. aus NÖ, die zwar dieses Jahr erstmals den 200/300/400 km Brevet absolvierten, waren auf die nächtlich, kalten Temperaturen nicht eingestellt. Der anstrengende Tag dazu, veranlasste sie nach 380 km aufzugeben. Aber auch die "alten Hasen", die durchfuhren, litten extrem wegen der nächtlich kalten Temperaturn, waren aber solche Verhältnisse schon gewohnt, den es gab schon andere Brevetverhältnisse.

Vom Start weg ließ ich die Durchfahrer, unter den sich auch die "Rekordjäger" befanden, einige Minuten vor den "Schläfern" starten. Da ich ja selbst am Start war und wusste, dass sonst alle den Schnellen nachjagen, konnten in der 2. Gruppe alle dem halbwegs angemessenem Tempo folgen. Die Strecke führte ja vorerst ca 20 km eben der Donau entlang. Erst dann folgten die ersten Steigungen über Reichenau, Schenkenfelden, Reichenthal bis zur 1. Kontrollstelle beim "Maurerwirt" in Rainbach, bei km 77. Weiter ging es über Sandl und Karlstift, wo dann eine schnelle Strecke Richtung Gmünd bis zur Labestelle in Langegg 90, bei km 148 führte.

In der Garage von Sylvia, servierten sie und Brevetmutter Edith für alle Teilnehmer Spaghetti. Herzlichen Dank dass wir hier alle Jahre eine Labestelle abhalten können. Die ersten 5 Teilnehmer kamen bereits nach viereinhalb Stunden mit einem 33er Schnitt an. Überraschenderweise ließen sie sich beim Spaghettiessen Zeit. Dies war aber mit Sicherheit die einzige längere Ruhepause der ehrgeizigen Radrennfahrer.

Es ging dann hügelig der Grenze entlang über Litschau, Kautzen, Dobersberg, Raabs und beim Bahnhof Irnfritz über das Taffatal in Richtung Horn. Leider war die sonst sehr schöne Abfahrt im Taffatal auf einige Kilometer sehr gefährlich zu befahren, da Kieselsteine auf der ganzen Fahrbahn gestreut war.

In Horn, km 235 bei der Pizzeria Milano angekommen, galt es natürlich nicht nur den Stempel für die Brevetkarte abzuholen, sondern auch Pizza zu bestellen. Unsere Gruppe nahm sich jedenfalls Zeit dazu.

Über das Kamptal, vorbei an Gumpoldskirchen, Grafenwörth, fuhren wir bei Tulln über die Donau (Rosenbrücke) und kamen folglich zum Gasthaus Messerer bei km 317. Hier hieß es entweder weiter zu fahren und die Nachtfahrt in Kauf zu nehmen, oder für kurze Zeit ein Bett zu mieten und zu schlafen. Die Hälfte fuhr weiter und die andere Hälfte fuhr am nächsten Morgen um 0500 Uhr los. 3 Teilnehmer bereits um 02.30 Uhr.

Während sich der Großteil der Nächtiger bei km 317 auf den Sattel schwangen, waren Christan Gammer und Alexander Pillinger bereits nach 600 km im Ziel. Die beiden waren überhaupt nur 20 Stunden und 15 Minuten unterwegs.

Wir konnten gleichfalls am Morgen die Kälte auf der Fahrt über Böheimkirchen, Hainfeld, Kalte Kuchl, St. Äegyd am Neuwalde, Gscheid, nach Mariazell bis etwa 0800 Uhr spüren und erahnen, wie es all jenen ging, die in der Nacht unterwegs waren. In Mariazell im Hotel Himmelreich war dann die 5. Kontrollstelle bei km 425. Bis dahin waren einige Kräfteraubende Hügeln und Pässe zu bezwingen.

Natürlich war es unter Tags dann sehr heiß. Über Gußwerk und Wildalpen fuhren nach Göstling zur Tankstelle Traunfellner. Der 6. Stempel war bei km 497 für uns griffbereit.

Jetzt waren es ja nur mehr 102 km. Die hatten es allerdings unter Tag in sich. Die Hitze und ein paar Bodenerhebungen setzten uns auf der Fahrt nach Weyer und der Eisenbundesstraße in Richtung Ternberg zu.

Leider gibt es die 7. Kontrollstelle in Losenstein, das Arzbergstüberl nicht mehr. Somit ersuchte ich den Zweiradhändler Kaiser aus Garsten, für die Durchfahrer einen Wasserkanister und einen Stempel irgendwo zu deponieren. Wir vereinbarten das TDZ zwischen Großraming und Reichraming. Ich denke es hat geklappt.

Von Ternberg waren es dann nur mehr 40 km nach Hause. Wäre da nicht der Anstieg zum Riegl Wirt und jener nach Aschach gewesen. Für mich fühlten sich nach 560 km die zwei Hügeln wie der Großglockner und die Postalm an. Gott sei Dank hatte ich mit Paul Vogtenhuber und Andy Jeitl zwei treue Gefährten. Dafür revanchierte ich mich wieder in der Ebene.

Wir drei waren auch die letzten, die von Edith nach 36 Stunden im Ziel empfangen wurden und eine Gulaschsuppe serviert bekamen. Alle anderen waren schon wieder auf dem Weg nach Hause oder schon längst daheim.

20 Teilnehmer haben es geschafft. Die einen in super schnellen Zeiten, die anderen mit einigen Stunden Schlaf und einigen gemütlichen Einkehrschwüngen. Ob schnell oder langsam, für alle war die Strecke 600 km lang. Herzliche Gratulation an alle Finisher. s
Die meisten von den Finishern heimsten nach Absolvierung der Brevetserie 200/300/400/600 den Superrandonneurstitel 2017 ein.

Am 15.06.2017 starten wir mit dem West - Ost 600 km Brevet, vom Bodensee zum Neusiedlersee, genau sind es 680 km, unser nächstes Brevetevent und läuten somit die Sommerpause ein.
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