Stadtteil im Zoom
Der Grünmarkt am Bindermichl

Gemüse und Fleisch sind die großen Frequenzbringer am Bindermichl-Markt.
  • Gemüse und Fleisch sind die großen Frequenzbringer am Bindermichl-Markt.
  • Foto: BRS/Diabl
  • hochgeladen von Christian Diabl

Frische Lebensmittel und viele bekannte Gesichter: Am Grünmarkt kommen die Leute zusammen.

LINZ. Im Zentrum des Bindermichls herrscht reges Treiben. Es ist Samstag und damit Markttag. Trotz regnerischem Wetters drängen sich die Leute vor den Standln. Etwa 20 Händler bieten hier ihre Waren an – von Fleisch, Gemüse, Obst bis zu Brot gibt es fast alles, was man braucht. Auch Wahlkampf wird hier gemacht. Die SPÖ Bindermichl hält mit einem Infostand die Stellung. Bei der FPÖ ein paar Meter weiter gibt es sogar Bier. Eine Händlerin aus Engerwitzdorf ist mit ihrem selbst gemachten Apfelsaft hier und kennt praktisch jeden, der vorbeikommt. Die letzten beiden Flaschen preist sie offensiv an. Dazwischen unterhält sie sich mit Johann.


"Alles, was man braucht"

Der 81-Jährige lebt seit 50 Jahren hier und geht regelmäßig auf den Markt. "Hier gibt es Gemüse und Fleisch von anständigen Bauern, die kennen wir seit Jahren", sagt er. Johann weiß, wovon er spricht, denn er ist auf einem Bauernhof im Mühlviertel aufgewachsen. Seine Frau ist aber Linzerin. In die Stadt gekommen, hat er bei der Linz AG gearbeitet, zuerst als Busfahrer und Schaffner, später als Facharbeiter in der Werkstatt. Johann wohnt gerne am Bindermichl. "Ich möchte in keinem anderen Stadtteil leben", sagt er, "hier gibt es viel Grün und alles, was man braucht." Fast jede Woche kommt auch die 80-jährige Friederike, die eigentlich im Keferfeld wohnt, auf den Markt. "Ich kaufe gerne frische Sachen, bin gegen das Einfrieren", sagt sie. Auch sie wohnt gerne in ihrem Grätzel, wenngleich das anfangs nicht so war. Bis vor 40 Jahren lebte sie in Urfahr und hatte "sozusagen Luftgüte eins". Im Keferfeld hätte man damals "kein Fenster aufmachen können", erzählt sie. Zum Glück habe sich das aber geändert.


Saftige Paradeiser

Heute wohnt Friederike gerne hier, sagt sie und eilt zum Gemüsehändler, bei dem man sich auch am späten Vormittag noch anstellen muss. Dafür wird man mit großen, saftigen Paradeisern belohnt. "Fleisch und Gemüse sind die Zugpferde", verrät Gundi von der Bäckerei Leitner, die ihren Stand schräg gegenüber hat. Seit 20 Jahren ist sie fast jeden Samstag hier. "Das ist der beste Markt in Linz", sagt sie. Viele Kunden kennt sie schon lange. "Es sind immer die gleichen Leute da und die sind sehr nett", sagt Gundi. Auch junge Leute würden gerne kommen. Während beim Gemüsehändler noch Hochbetrieb herrscht, packt die FPÖ ihren mobilen Bierwagen zusammen. Das Wahlkampffinale der SPÖ ist da schon längst vorbei.

Autor:

Christian Diabl aus Linz

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