Fußball in Linz spricht alle Sprachen

Der Sport ist ein idealer Brückenbauer – am Fußballplatz können Vorurteile besonders schnell abgebaut werden.
  • Der Sport ist ein idealer Brückenbauer – am Fußballplatz können Vorurteile besonders schnell abgebaut werden.
  • Foto: Panholzer
  • hochgeladen von Andreas Baumgartner

Am Wochenende wird in Linz um den Fußball-WM-Titel gespielt. Bei der „Casinos Austria Integrationsfußball-WM 2018“ matchen sich 20 Nationalteams um den Titel. Das Besondere daran: Die Teilnehmer leben in Oberösterreich, treten bei dem Turnier aber für ihre jeweiligen Herkunftsländer an. Der Salzburger Verein „Sport spricht alle Sprachen“ veranstaltet den Bewerb zum neunten Mal in Linz. Turniere finden auch in Wien, Baden, Salzburg, Graz und Innsbruck statt. Die beiden Finalteams qualifizieren sich für das Finale am 15. August in Salzburg. Im Vorjahr kürte sich dort das Kosovo zum Integrationsweltmeister. Heuer nehmen erneut 1.800 Amateur-Fußballer in 150 Teams mit 50 verschiedenen Sprachen teil.

Heim-WM für alle

Für Interessierte, die spontan mitkicken möchten, gibt es noch Restplätze. Ziel ist die Überwindung sprachlicher, religiöser, kultureller und weltanschaulicher Barrieren in Österreich und damit die Förderung des Integrationsgedankens. Bei der "Heim-WM für alle" werden am Sonntag etwa Teams aus Rumänien, Kamerun oder Tibet am Feld stehen. „In Linz zählen Afghanistan, Bosnien und Serbien zu den Favoriten. Auch das österreichische Team hat durchaus Chancen auf den Turniersieg“, sagt der Initiator des Kleinfeldturniers, Erwin Himmelbauer. Die „Aktionstage Nachhaltigkeit“ haben in diesem Jahr die Integrationsfußball-WM bei mehr als 380 eingereichten Projekten unter die Top-Fünf der beliebtesten Initiativen gewählt.
Am Wochenende darauf soll das runde Leder in Linz Menschen einander näherbringen. Am 30. Juni findet zum dritten Mal das interkulturelle Benefiz-Fußballturnier für den Verein "SOS-Menschenrechte Österreich" statt. Beim „SOS-Cup“ treten 16 Teams am Kleinfeld gegeneinander an. „Sport bewegt – Sport verbindet“, nennt Elisa Roth vom Verein SOS-Menschenrechte das Motto.

Fußball bietet Anschluss

Beim SOS-Cup haben etwa die Hälfte der Spieler einen Fluchthintergrund. „Gegenwärtig setzt die Politik in Österreich auf das Gegenteil, nämlich auf Wegsperren und Isolation. In der Flüchtlingsarbeit sehen wir täglich, wie es Menschen hier in Österreich geht, sie suchen Anschluss. Der Fußballplatz bietet die Möglichkeit, sich kennenzulernen und gegenseitig Berührungsängste abzubauen“, so Roth zu den Beweggründen des Events. Veranstaltet wird der Cup gemeinsam mit der „ArgeToR!“. Die Initiative von Anhängern des FC Blau Weiss Linz setzt sich engagiert gegen Rassismus ein. „Zum Leute-Kennenlernen ist der SOS-Cup ein Super-Platzerl und wir freuen uns natürlich über rege Teilnahme“, so Dominik Thaller von der Arge.
Neben der Action auf dem Rasen wird ein Kinderprogramm geboten. Getränke, Würstel sowie Kaffee und Kuchen dürfen auch nicht fehlen. Die Linzer Rapperin "Snessia" und die Gypsy-Rumba-Chanson- und Blues-Band "Madame Pele kicks Mr. Smee" treten für die gute Sache auf. Alle Einnahmen gehen an das Flüchtlingsheim von SOS-Menschenrechte in der Rudolfstraße. Das Haus wird derzeit renoviert. Die Arge-ToR! unterstützt neben der Flüchtlingsarbeit auch den Blau Weiß-Nachwuchs.
Sympathisanten können sich bereits ab fünf Euro bei einer Werbebande im Linzer Stadion beteiligen. „Heuer konnten wir so viel Geld wie noch nie übergeben, insgesamt mehr als 1.000 Euro“, so Thaller. Das soziale Engagement wird vom Verein anerkannt und geschätzt. „Es gibt Austausch und gegenseitige Unterstützung. Trotz sportlicher Misserfolge passiert etwas“, bilanziert Thaller die letzte Saison.

Autor:

Andreas Baumgartner aus Linz

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