Story der Woche
Schwammerl haben heuer bereits Saison

Beim Sammeln gilt: Nur mitnehmen, was man auch sicher kennt oder vom Fachmann bestimmen lassen.
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Die Schwammerl-Saison hat heuer schon etwas früher begonnen. Wir haben nachgefragt, was es beim Sammeln zu beachten gilt und wie man die Fundstücke am besten zubereitet.

LINZ. In Österreich wachsen rund 4.000 Schwammerl-Arten, nur etwa 50 Sorten davon sind essbar. Aufgrund der guten Wetterbedingungen in den letzten Tagen, zuerst regnerisch dann wieder heiß, "schießen" sie bereits jetzt aus dem Boden. Pilz-Experte Otto Stoik, Leiter der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft am Biologiezentrum, rät nur jene Exemplare zu sammeln, die man sicher bestimmen kann. "Zu jedem genießbaren Pilz gibt es zwei bis fünf ähnliche Arten", warnt Stoik. 

Beliebte und weniger bekannte Speisepilze

Zu den beliebtesten Speisepilzen zählen hierzulande Eierschwammerl, Steinpilz und Parasol. Weniger bekannt aber ebenfalls schmackhaft sind laut Stoik unter anderem der Flockenstieliger Hexenröhrling, alle Rotkappen, viele Täublinge, die Krause Glucke und Schwefelporlinge. Diese sollte man aber genau bestimmen können. In Oberösterreich stehen sieben Pilzarten unter Naturschutz: der Schönfußröhrling, der Juchtenellerling, die Stielboviste, der Sumpfhaubenpilz, die Bischofmütze, der Brätling und der Riesenbovist.
 

Bitte nicht sammeln: Der Riesenbovist ist eine von sieben geschützten Pilzarten in Oberösterreich.
  • Bitte nicht sammeln: Der Riesenbovist ist eine von sieben geschützten Pilzarten in Oberösterreich.
  • Foto: G. Jakoubi
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Im Zweifel zur kostenlosen Pilzberatung

Im Zweifelsfall sollte man laut Stoik die kostenlose Pilzberatung im Neuen Rathaus in Anspruch nehmen. Diese findet in der Saison in Kooperation mit dem Biologiezentrum von August bis Oktober an mehreren Tagen pro Woche statt (genaue Informationen am Beitragsende). "Wichtig für die korrekte Bestimmung ist es den Pilz samt Stil und Knolle vorsichtig aus der Erde zu drehen. Das Loch sollte wieder aufgefüllt werden, damit das Pilz-Myzel (fadenförmiges, unterirdisches Geflecht) nicht austrocknet", sagt Stoik. Bekannte Speisepilze sollten mit einem Messer sauber abgeschnitten werden.

Für eine korrekte Bestimmung muss der Pilz samt Stiehl und Knolle aus der Erde gehoben werden.
  • Für eine korrekte Bestimmung muss der Pilz samt Stiehl und Knolle aus der Erde gehoben werden.
  • Foto: MYAG
  • hochgeladen von Silvia Gschwandtner

Maximal zwei Kilogramm pro Person und Tag

Je nach Art wachsen die Schwammerl im Wald und auf Wiesen. Gute Suchgebiete seien laut dem Pilz-Experten die Wald- und Wiesenränder. Die Tageszeit sei bei der "Jagd" nicht ausschlaggebend. "Außer es waren davor schon viele Suchende unterwegs", meint Stoik. Sammeln darf man grundsätzlich überall, außer der Wald- oder Grundeigentümer verbietet es ausdrücklich. Dies muss dann aber mit einer Tafel deutlich gekennzeichnet werden. Pro Person dürfen maximal zwei Kilo Schwammerl pro Tag gesammelt werden. Für Gruppen liegt die Obergrenze bei insgesamt acht Kilogramm. Zu beachten sei laut Stoik auch, keine Pilze unnötig umzustoßen.

Pilz-Experte Otto Stoik ist Leiter der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft am Biologiezentrum und selbst passionierter Schwammerlsucher.
  • Pilz-Experte Otto Stoik ist Leiter der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft am Biologiezentrum und selbst passionierter Schwammerlsucher.
  • Foto: MYAG
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So schmecken Schwammerl am Besten

"Die Schwammerl sollten schon sauber aus dem Wald kommen. Ansonsten kann man sie noch sorgfältig mit einem Pinsel reinigen", empfiehlt Jürgen Lonsing, Wirt der Dornacher Stub'n. Ob in Sauce oder gebacken, Schwammerl passen zu Fleisch aber auch zum Fisch. "Gebraten mit Salz und Pfeffer auf einem Salat sind sie ein Gedicht", schwärmt der Gastronom. Will man die Pilze für später konservieren könne man sie trocknen oder in Essigen, Ölen und Kräutern einlegen. In der Dornacher Stub'n kommen den gängigen Sorten wie Eierschwammerl und Steinpilzen auch seltenere Arten wie Trompetenpfifferlinge, Krause Glucken und Goldröhrlinge auf den Teller.

Termine der kostenlosen Pilzberatung

Die Speisepilzberatung findet im Neuen Rathaus im 1. Stock in Zimmer 1043 in Kooperation mit dem Biologiezentrum statt. Termine gibt es jeden Montag von 7.30 bis 9 Uhr, ab September bis Ende Oktober zusätzlich auch am Donnerstag von 7.30 bis 9 Uhr. Weitere Informationen zum Sammeln und Bestimmen finden Sie auch auf der Website der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft (MYAG)des Biologiezentrums Linz. Fotos von zu bestimmenden Exemplaren können auch direkt per Mail an die MYAG gesendet werden.

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