Linzer Gemeinderatswahl 2027
Linzplus fordert "Mehr Hirn für Linz"
- Die beiden Linzplus-Gemeinderäte Lorenz Potocnik und Brita Piovesan zählen zahlreiche Fehlentscheidungen in der Stadtentwicklung auf.
- Foto: Linzplus
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Linzplus eröffnet gewohnt kritisch den Gemeinderatswahlkampf: Bei einer Pressekonferenz am 8. September fordern Lorenz Potocnik und Brita Piovesan "Mehr Hirn für Linz" und nennen zahlreiche Beispiele, wo es ihrer Meinung nach Fehler in der Stadtentwicklung gibt.
LINZ. „Wo wir hinschauen, wird irrational gehandelt und entschieden“, kritisiert Lorenz Potocnik. „Dabei fehlt es in Linz keineswegs an Wissen, Erfahrung und klugen Köpfen. Dieses Potenzial wird nur viel zu oft liegen gelassen – manchmal sogar bewusst blockiert.“ Auch Brita Piovesan, Gemeinderätin und Quereinsteigerin aus der Privatwirtschaft, äußerte sich kritisch: „Statt sachlich nach der besten Lösung für Linz zu suchen und die Bürgerinnen und Bürger einzubinden, werden parteitaktische Entscheidungen getroffen.“
Zahlreiche Beispiele für "hirnlose Entscheidungen"
Die beiden Gemeinderäte fordern eine strategischere und besser durchdachte Entwicklung für die Stadt. Sie werfen der aktuellen Stadtführung vor, wichtige Chancen zu verpassen und Entscheidungen aus parteipolitischen Interessen zu treffen. Dazu zählen die beiden zahlreiche Beispiele auf, bei denen ihrer Meinung nach falsch entschieden wurde. Dazu gehören unter anderem:
IT:U-Standortsuche: Die Suche nach einem geeigneten Standort für die IT:U sei planlos verlaufen. Mehrere ungeeignete Optionen wurden verfolgt, bevor Alternativen überhaupt geprüft wurden. „Dieses Stolpern ist symptomatisch für die Planlosigkeit und Passivität der Stadt“, so Potocnik.
Badebucht und Donauinsel: Seit Jahren bleibe das Potenzial der Donauinsel ungenutzt. Die versiegelte Fläche an der Donau liegt brach, statt sie zu entsiegeln und für die Bevölkerung zugänglich zu machen. „Andere Städte würden sich alle Finger abschlecken, wenn sie so eine Fläche am Wasser hätten“, kritisiert Potocnik. Stattdessen werde weiter betoniert, und die Chance, die Donau als Lebensraum zu nutzen, werde vertan.
Flughafen Linz: Seit über zehn Jahren verliere der Flughafen an Bedeutung. Bereits 2017 habe Potocnik vor dieser Entwicklung gewarnt und forderte eine strategische Neuausrichtung. Stattdessen wurden Millionen in den Flughafen gepumpt, ohne eine klare Strategie zu entwickeln.
Klimaschutz: Während einerseits Bäume gepflanzt werden, werde gleichzeitig durch Tiefgaragen und Versiegelung wertvoller Boden zerstört. „Ein Baum auf einer Tiefgarage ersetzt keinen über Jahrzehnte gewachsenen Baum“, kritisiert Potocnik.
Donauparkstadion: Die Kosten für das Stadion seien von ursprünglich 9 Millionen Euro auf knapp 60 Millionen Euro gestiegen. Der Rechnungshof habe fehlende Kostenkontrolle und mangelnde Transparenz bemängelt.
Weitere Kritikpunkte betreffen unter anderem die Planung rund um die Tabakfabrik, die Nibelungenbrücke sowie das Brauunion-Areal.
Forderung nach einer neuen Denkweise
Linzplus fordert eine neue Kultur des Denkens und Handelns in der Stadtpolitik. Entscheidungen müssten besser vorbereitet und langfristig durchdacht werden. „Lokalpolitik muss wieder bedeuten: zuerst die Herausforderung gut zu verstehen, dann Möglichkeiten und Lösungen abzuwägen und zu prüfen, sowie Konsequenzen abzuschätzen – und erst dann zu entscheiden“, so Potocnik. „Unser Anspruch für die nächsten Jahre ist: Linz soll wieder vorausdenken und seine Zukunft mit Hirn, Mut und einem klaren Plan gestalten“, erklärt Piovesan. Ziel sei es, das Vertrauen der Bürger:innen in die Politik zurückzugewinnen und die Stadt nachhaltig weiterzuentwickeln.
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