Update: Werberat zieht Sexismus-Vorwurf gegen AK-Video zurück

Die Wirtschaftskammer OÖ setzte wegen dem Video zuletzt sogar die Sozialpartnerschaft aus.
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UPDATE: AK-Video ist nicht sexistisch

In der Aussendung vom 19. Mai erklärt AK-Präsident Kalliauer einen Etappensieg für die Arbeiterkammer: "Der Werberat, der den Videoclip zunächst für sexistisch befand, hat diesen Vorwurf zurückgenommen", sagt Kalliauer. Dieser will nun rechtliche Schritte gegen den für die Arbeiterkammer unzulässigen Spruch des Werberats einleiten: Der Rat sei ein Organ der Unternehmen selbst und nicht für Werbung von oder für Non-Profit-Organisationen zuständig. "Der Werberat hätte die Beurteilung des AK-Spots wegen Befangenheit ablehnen müssen", sagt AK-Direktor Josef Moser.

OÖ. Das zuletzt von der Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ) veröffentlichte Video wurde nun auch vom Österreichischen Werberat verurteilt: In seiner Entscheidung fordert der Rat die AKOÖ auf, dass Video zu stoppen oder einen sofortigen Sujet-wechsel durchzuführen. Ein Verfahren wurde eingeleitet, nachdem seit der Veröffentlichung österreichweit Beschwerden eingingen. Die Entscheidung begründete der Werberat damit, dass der Werbespot eine gesamte Berufsgruppe diskriminiere, Frauen herabwürdige und die im Ethik-Kodex aufgestellten Anforderungen der sozialen Verantwortung und Redlichkeit nicht erfülle. "Wir haben das so erwartet. Allerdings hätte der AKOÖ-Präsident das Video längst zurückziehen können, um dieses Beschwerdeverfahren zu vermeiden. Diesbezügliche Aufforderungen gab es genug", sagte Doris Hummer, designierte Präsidentin der WKO Oberösterreich. Zuvor hatte das Video schon zu dem Beschluss der WKOÖ geführt, die Sozialpartnerschaft mit der Arbeiterkammer bis auf weiteres auszusetzen. Unterstützung erhielt die WKOÖ dafür erst kürzlich vom Oberösterreichischen Wirtschaftsparlament. An dem Beschluss, die Sozialpartnerschaft auszusetzen, wird die Entscheidung des Werberats nichts ändern, so Hummer.

Zahlreiche Stellungnahmen zum Werberat-Urteil

Landeshauptmann Thomas Stelzer befürwortete den Video-Stopp, da es versuche, einen Keil zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu treiben. Weiters fordere er von den Sozialpartnern, wieder zu einer gemeinsamen Gesprächskultur zurück zu kehren: "Dass es zwischen den Sozialpartnern auch durchaus harte inhaltliche Diskussionen geben kann, liegt in der Natur. Aber die Grenze ist dort erreicht, wo es um Diffamierung einzelner Personen oder einer ganzen Berufsgruppe geht. Das hat jetzt auch der Österreichische Werberat mit seinem Urteil unterstrichen."
Zuspruch erhält das Urteil auch von Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner, dieser will eine Entschuldigung für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer: "Ich erwarte mir, dass die Arbeiterkammer diesen Beitrag umgehend stoppt. Zudem wäre AK-Präsident Kalliauer gut beraten, sich bei den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern für das Video zu entschuldigen."
Von Seiten der Unternehmer begrüßte sowohl der OÖ. Wirtschaftsbund als auch die Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV) das Ergebnis des Beschwerdeverfahrens: sie hatten das Video schon im Vorfeld stark kritisiert und fordern nun von Präsident Kalliauer, die Kampagne entsprechend zu stoppen.

AK wehrt sich: "Sexismus-Vorwurf ist falsch"

AK-Präsident Johann Kalliauer kritisierte indes die Verurteilung des Werberats. Insbesondere der Vorwurf, das Video würde Frauen herabwürdigen, sei inhaltlich falsch. "Mit unserem Spot thematisieren wird die schwarzen Schafe unter den Unternehmern, nicht alle pauschal. Und wir weisen auf die bekannte Tatsache hin, dass das Vermögen in unserer Gesellschaft sehr ungleich verteilt ist. Wir tun das mit satirisch überhöhten Mitteln", sagt Kalliauer. Immerhin haben laut Kalliauer allein im letzten Jahr 600 Beratungsgespräche in Zusammenhang mit sexueller Belästigung statt gefunden. "Uns da jetzt Sexismus vorzuwerfen, grenzt an Böswilligkeit", so der AK-Präsident.
Weiters kritisierte Kalliauer die Organisation des Werberats, da dieser hauptsächlich aus Unternehmern aus dem Bereich der Werbewirtschaft besteht. Zu den Mitgliedern gehöre auch die Wirtschaftskammer, nicht aber die Arbeiterkammer.

Die Entscheidung des Werberats kann hier nachgelesen werden: Urteil des Werberats

Autor:

Victoria Preining aus Linz

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